Obwohl Autokorsos streng genommen verboten sind, werden sie von der Polizei bei besonderen Anlässen wie dem Gewinn einer Fußball-Meisterschaft toleriert. Doch Gesetze bleiben bestehen – auch in Ausnahmesituationen, in denen Fans über die Strenge schlagen.
Deutsche Fans feiern den Sieg mit einem Autokorso nach dem Spiel der Fussball-Weltmeisterschaft 2018 Deutschland-Schweden, am 23. Juni 2018 in Siegen.
Von Markus Brauer/AFP
Die Fußballweltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko dürfte bald auch auf Deutschlands Straßen ankommen - zuerst durch Flaggenschmuck an Autos, spätestens bei wichtigen Siegen auch durch Autokorsos. Die Polizei lässt Fans im Sinn einer fröhlichen WM oft gewähren, dennoch gelten weiter die Verkehrsregeln.
Sind Autokorsos überhaupt erlaubt?
Streng genommen nicht. Der Straßenverkehrsordnung zufolge sind unnötiger Lärm und unnützes Hin- und Herfahren beim Benutzen eines Kraftfahrzeugs zu unterlassen. Zuwiderhandlungen können mit Bußgeldern geahndet werden. Erfahrungsgemäß drückt die Polizei während einer WM ein Auge zu, solange die Sache nicht aus dem Ruder läuft oder es zu unzumutbaren oder gefährlichen Zwischenfällen kommt.
Wo hört die Freude beim Autokorso auf?
Fahren unter Alkohol- oder Drogeneinfluss ist wie immer ein Tabu - die Alkoholgrenze liegt bei 0,5 Promille, aber schon ab 0,3 Promille kann es bei Fahrfehlern zu strengen Konsequenzen kommen. Dann kann das Fahren als Straftat eingestuft werden. Fahranfänger in der Probezeit haben absolutes Alkoholverbot.
Welche Fehler drohen noch?
Auch wenn Teilnehmer eines Autokorsos sich womöglich als Teil eines eigenständigen Freudenzugs sehen, müssen sie sich weiter individuell an die Verkehrsregeln halten:
Sind Fanaccessoires am Auto gestattet?
Worauf ist bei Spiegelsocken zu achten?
Sie sind dem ADAC zufolge nur erlaubt, wenn die Blinker nicht – wie bei vielen modernen Autos – im Seitenspiegel integriert sind. Verstöße dagegen werden als Ordnungswidrigkeit geahndet.