Disco in Brandenburg

Teenager und Kinder singen „Ausländer raus“ – Video löst Fassungslosigkeit aus

Das Lied „L’Amour toujours“ wurde nicht zum ersten Mal von „Ausländer raus“-Rufen begleitet. Vor Tagen stimmen Jugendliche den Text auf einer Party an.

Teenager und Kinder singen „Ausländer raus“ – Video  löst Fassungslosigkeit aus

Der Vorfall in der Diskothek hatte sich bereits Mitte März ereignet (Symbolbild).

Von mbo/epd

Ein im Internet kursierendes Video von ausländerfeindlichen Gesängen in einer Diskothek im brandenburgischen Falkenberg sorgt für Entsetzen. Dass der Party-Song „L'amour toujours“ zweimal lief, während Kinder und Jugendliche den hinzugedichteten Text „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“ sangen, mache ihn „fassungslos“, erklärte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Freitagabend auf Instagram.

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Ein Video, in dem die Teilnehmer einer Party auf Sylt dasselbe Lied sangen, hatte im Jahr 2024 bundesweit für Kontroversen gesorgt. Der Landrat des Kreises Elbe-Elster übte ebenso scharfe Kritik. Er verurteile die „rassistischen Parolen“ auf das Schärfste, sagte Christian Jaschinski (CDU) laut einer Mitteilung. „Solche Äußerungen sind inakzeptabel und haben in unserer Gesellschaft keinen Platz.“

Polizei ermittelt wegen Verdacht der Volksverhetzung

Die Polizei gab an, in dem Fall zu ermitteln. Es wird demnach dem Verdacht der Volksverhetzung gegen Unbekannt nachgegangen. „Die weiteren Ermittlungen durch den polizeilichen Staatsschutz dauern an“, hieß es von den Beamten.

Auch der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Christian Stäblein, zeigte sich erschüttert von dem neuen Video: „Als Kirchen stehen wir fest für die Würde jedes einzelnen Menschen, egal welcher Herkunft“, erklärte Stäblein am Sonntag. „Wir alle tragen Verantwortung, hinzuschauen und einzugreifen. Und wir tragen Verantwortung, Jugendlichen und Kindern Beispiel zu sein für ein Miteinander in Respekt und Achtung.“

„Neutralität ist keine Antwort“

Der Vorfall soll sich am 14. März während einer Teenager-Party ereignet haben. Zur Teenie-Disco hätten etwa 100 bis 150 Kinder und Jugendliche ab elf Jahren gefeiert, sagte der Betreiber des „Blue Velvet“, Tino Veit der Deutschen Presse-Agentur. Er bedaure, was aus dem Lied gemacht wurde, betonte Veit, „gerade bei einer Kinderveranstaltung“. Künftig wolle er DJs besser auf solche Situationen vorbereiten, um schneller reagieren zu können. Er sei offen und gegen jede radikale Haltung, sagte Veit.

Das Lied wurde dem Betreiber zufolge zweimal abgespielt. Er verwies auf eine „schwierige Situation“. Der geplante DJ sei nicht erschienen und auf der Suche nach Ersatz habe er zunächst eine Playlist abgespielt. Dort ertönte dann das Lied „L’Amour toujours“ - und dazu die Parolen. In dieser Zeit sei er mit der Suche nach einem Ersatz-DJ beschäftigt gewesen. Dieser habe das Lied später ein weiteres Mal abgespielt und sei von der Reaktion der Jugendlichen überrascht gewesen. Als der Clubbetreiber merkte, dass die Situation eskaliere, sei er auf die Bühne gegangen und habe die Musik leiser gedreht und darauf hingewiesen, dass der Text nicht in das Lied gehöre.

Die Landesvorsitzende der Brandenburger Grünen, Juliana Meyer, kritisierte am Samstag diese Stellungnahme. „Neutralität ist keine Antwort“, erklärte sie. Überdies müsse bewusst sein, dass der ursprünglich harmlose Song von Rechtsextremen umgetextet und missbraucht wird.