Der VVS-Rider ist seit einem Jahr in der Region im Einsatz. Archivfoto: Markus Metzger
Rems-Murr. Seit dem Start vor einem Jahr nutzen immer mehr Fahrgäste den VVS-Rider – einen On-demand-Bus – im Schwäbischen Wald und im Raum Winnenden. Eine aktuelle Auswertung des Rems-Murr-Kreises und des VVS zeigt eine steigende Nachfrage und eine hohe Zufriedenheit der Nutzerinnen und Nutzer. „Die Entwicklung im Kreis beweist: Flexible Angebote wie der VVS-Rider werden im Alltag gebraucht und gut angenommen. Sie ergänzen den klassischen Linienverkehr genau dort, wo zusätzliche Mobilität gefragt ist“, so VVS-Geschäftsführerin Cornelia Christian.
Auch mit dem Deutschlandticket kann der Bus genutzt werden
Der VVS-Rider kann mit allen VVS-Tickets genutzt werden – auch mit dem Deutschlandticket –, sofern diese im jeweiligen Bediengebiet gelten.
Seit Mai 2025 ist der VVS-Rider in Welzheim, Kaisersbach und Alfdorf im Einsatz. Das Angebot ist täglich von 18 bis 00.30 Uhr verfügbar. Die Nachfrage ist in den vergangenen Monaten kontinuierlich gestiegen: Mittlerweile werden rund 400 Fahrgäste pro Monat befördert – mit einer durchschnittlichen Fahrtdistanz von 6,2 Kilometern. Mit 2,5 Fahrgästen pro Betriebsstunde liegt der VVS-Rider im Schwäbischen Wald sogar deutlich über dem verbundweiten Durchschnitt von 1,8 Fahrgästen.
In den Kommunen Leutenbach, Winnenden, Berglen sowie im Teilort Buoch von Remshalden ist der VVS-Rider von Montag bis Freitag von 21.30 bis 1.30 Uhr buchbar, in den Nächten auf Samstag, Sonntag und Feiertag sogar bis 6 Uhr. Im Dezember 2025 wurden rund 520 Fahrgäste befördert – mit durchschnittlich fünf Kilometern pro Fahrt. Die Auslastung liegt bei rund 3,75 Fahrgästen pro Stunde und damit deutlich über dem Niveau vieler klassischer Angebote im Nachtverkehr.
Der VVS-Rider schließt Lücken im Linienverkehr
Fahrgäste nutzen den VVS-Rider auch oft dafür, um mit dem klassischen ÖPNV-Angebot weiterzufahren. Besonders deutlich wird das im Schwäbischen Wald rund um den Busbahnhof Welzheim sowie im Raum Winnenden mit dem Bahnhof als zentralem Knotenpunkt. Damit erfüllt der Rider genau seine Rolle im System: Er schließt Lücken im Linienverkehr und sorgt für eine bessere Anbindung in der Fläche.
„Der VVS-Rider ist ein echter Meilenstein für unsere Region, nach dem Motto: ÖPNV neu gedacht. Der Landkreis trägt dabei 50 Prozent der Kosten für das Angebot. Die restlichen Kosten tragen die Kommunen je nach Einwohnerzahl. Insgesamt bezuschusst der Rems-Murr-Kreis den ÖPNV mittlerweile mit rund 40 Millionen Euro pro Jahr, denn ein leistungsfähiger ÖPNV und damit auch der Beitrag zum Klimawandel haben oberste Priorität für unser Handeln. Schließlich kann die Verkehrswende nur gelingen, wenn die Bürgerinnen und Bürger eine echte Alternative haben“, sagt Landrat Richard Sigel.
Auch bei der Qualität überzeugt das Angebot: Fahrgäste bewerten den VVS-Rider im Rems-Murr-Kreis im Schnitt mit 4,9 von fünf Sternen. Ihre Fahrt können Fahrgäste bequem per App buchen. Sie profitieren von kurzen Wegen zu den virtuellen Haltepunkten: Im Schwäbischen Wald beträgt der durchschnittliche Laufweg zum Einstieg nur rund 75 Meter, die Wartezeit etwa 12,5 Minuten. Die Werte im Raum Winnenden liegen bei rund 70 Metern Laufweg und etwa 13 Minuten Wartezeit.
„Durch die Bündelung von Fahrtwünschen werden die Fahrzeuge effizient eingesetzt und optimal ausgelastet. Wir sind stolz, dass wir mit dem VVS-Rider einen On-demand-Service bieten, der geschätzt wird – vor allem in dünner besiedelten Regionen oder zu Zeiten mit geringerer Nachfrage“, betont VVS-Geschäftsführer Jan Neidhardt. pm