Brauerbund Baden-Württemberg

Warum ausgerechnet die Bierbrauer den Dry January feiern

Viele Deutsche nehmen sich vor, im ersten Monat des neuen Jahres auf Alkohol zu verzichten. Dafür gibt’s jetzt sogar Applaus von den Bierbrauern.

Warum ausgerechnet die Bierbrauer den Dry January feiern

Weniger Bier? Das nehmen sich viele Anfang des Jahres vor. (Symbolbild)

Von Lea Krug

Weniger Alkohol im neuen Jahr – so lautet ein beliebter Vorsatz vieler Deutscher. Laut Statista nehmen sich das immerhin 16 Prozent der Menschen hierzulande vor. Konsequent starten und beim sogenannten Dry January mitmachen – einem Januar ohne Alkohol – liegt im Trend.

Zuspruch für solche Vorsätze könnte man da vor allem aus der Ärzteschaft erwarten, schließlich sterben jedes Jahr Tausende Menschen an den Folgen von Alkoholkonsum. Umso überraschender ist es, dass der Trend nun ausgerechnet vom Brauerbund Baden-Württemberg begrüßt wird.

In einer Pressemitteilung erklärt der Verband, er sehe darin „einen bewussteren Umgang mit Genussmitteln und begrüßt die Auseinandersetzung mit der eigenen Lebensweise“. Baden-Württemberg sei heute eine Hochburg alkoholfreier Biere, erklärt Geschäftsführer Hans-Walter Janitz. Der Marktanteil alkoholfreier Biere liege im Südwesten bereits bei rund zwölf Prozent, die Tendenz steige.

Ob die Brauereien durch den Dry January im Januar mehr alkoholfreies Bier verkaufen? Axel Grehl, Sprecher Grehl des Brauerbunds Baden-Württemberg, erklärt: „Exakte Absatzzahlen für alkoholfreies Bier lassen sich nur schwer beziffern, da sie in der offiziellen Bierabsatzstatistik des Statistischen Bundesamtes nicht ausgewiesen werden.“ Aus seiner Sicht sei das Thema jedoch deutlich stärker in den Fokus gerückt.

Sind Hopfen und Malz verloren?

Grund zum Feiern – egal ob mit oder ohne Alkohol – hat die Branche derzeit allerdings kaum, denn sie verkauft immer weniger Bier. 2024 sank der Absatz in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes erneut um 1,4 Prozent auf 8,3 Milliarden Liter. Weder die Fußball-Europameisterschaft noch ein wieder anziehender Export konnten den Negativtrend stoppen.

Der Brauerbund Baden-Württemberg gibt man sich trotz der wenig berauschenden Lage gelassen und blickt optimistisch ins neue Jahr. „Die Schlaghose war schon dreimal tot und kam dann doch ein viertes Mal wieder“, so Grehl.