Warum die Menschen für das DRK brennen

Seit 1992 wird mit einem Fackelzug von Deutschland bis Italien an die Ursprünge der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung erinnert.

Warum die Menschen für das DRK brennen

Die Drohnengruppe des DRK Sulzbach ist ebenfalls Teil des Videos. Foto: Bebop Media

Rems-Murr. Ein „Fackelzug der Menschlichkeit“ zieht seit Februar über Deutschland bis nach Italien – und machte in diesem Jahr auch Station im Rems-Murr-Kreis. Das teilt das DRK Rems-Murr mit. Mit der Fiaccolata (italienisch für Fackelzug) wird seit 1992 an die Ursprünge der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung erinnert. Wofür die vielen haupt- und ehrenamtlichen Kräfte des DRK im Landkreis brennen, hat das DRK in einem Video eingefangen.

Ganz unterschiedliche Menschen hielten die brennende Fackel in den vergangenen Tagen in ihren Händen: Hundeführer und Drohnenpiloten, Schulbegleiter und Notfallsanitäter, Integrationsmanager und Bürgerbusfahrer. Werner Flathau muss nicht lange überlegen. Wofür er brennt? „Ich brenne für meine Senioren“, sagt der ehrenamtliche Aktivierungscoach des DRK, der im Raum Remshalden mit betagten Menschen Gymnastik macht und sie regelmäßig besucht. Melanie Kurrat ist Mitglied der Rettungshundestaffel. Sie brennt dafür, dass ihre Suchaktionen erfolgreich abgeschlossen werden, um vermisste Personen im besten Fall wohlbehalten an ihre Angehörigen zu übergeben. Es sind Botschaften wie diese, die der DRK-Kreisverband gesammelt hat, um für ein Engagement beim DRK zu werben.

In Geislingen startete die Fiaccolata 2026 Anfang Juni und machte in den vergangenen Tagen Station im Rems-Murr-Kreis. In Althütte, Aspach, Kernen, Kirchberg, Oppenweiler, Remshalden, Schorndorf, Sulzbach, Waiblingen, Weinstadt, Welzheim und Winnenden stellte das DRK jene Helfer vor, die sich für andere Menschen engagieren. „Ziel der Aktion war es, den Menschen zu zeigen, wie vielfältig, interessant und sinnstiftend ein Engagement bei uns ist“, erläutert Geschäftsführer Sven Knödler. Für diesen Zweck hat das DRK die Fackelwanderung mit der Kamera begleitet.

Wofür brennt Sven Knödler? Als Geschäftsführer treibt es ihn an, mit einem starken Team zu gestalten und nicht einfach nur zu verwalten. „Für mich bedeutet das, Verantwortung für ein komplexes Hilfeleistungssystem mit 850 Mitarbeitern und 1500 Ehrenamtlichen zu übernehmen und daraus ein starkes Team zu formen. Daraus entsteht die besondere Stärke des DRK: ein verlässliches Netzwerk aus Menschen, die gemeinsam an einem Ziel arbeiten. So können wir die Versorgung im Rems-Murr-Kreis ganz konkret verbessern und Hilfe dort leisten, wo sie gebraucht wird.“

Im Mittelpunkt standen die Menschen, die das DRK prägen. In Weinstadt stellte die Bereitschaft gemeinsam mit der Feuerwehr eine Einsatzszene nach. Mit Blick auf die Weinberge präsentierten sich Rettungsdienst, Drohnenstaffel und Rettungshundestaffel. In Winnenden zeigte der Nachwuchs, was es beim Jugendrotkreuz zu lernen und zu erleben gibt. „Wir bilden die Retter von morgen aus“, sagt Jugendleiter Niko Mpourgaslis stolz. Valery floh 2022 mit ihrer Tochter aus der Ukraine. Vier Jahre später arbeitet sie hauptamtlich für das DRK und engagiert sich im „Offenen Kreis Asyl“ des DRK-Ortsvereins Althütte. In Welzheim berichtet Schulbegleiterin Maria Theresia Alexander, wie sie Kinder stärkt und begleitet.

DRK-Präsident und Landrat Richard Sigel dankte allen Aktiven im DRK-Kreisverband: „Sie sind immer da, wenn es zählt und wenn es schnell gehen muss. Dieses Engagement macht den großen Wert des Roten Kreuzes für unsere Gesellschaft aus.“ Mit dieser Botschaft verlässt die Fackel den Rems-Murr-Kreis. Sie wird an das Bayerische Rote Kreuz übergeben und wird dann die Grenze nach Italien überschreiten. pm