Sie sind oft billig und schnell verzehrbereit: Viele Menschen greifen gern zu hochverarbeiteten Lebensmitteln. Unternehmen machen damit Gewinn. Doch Käufer riskieren ihre Gesundheit, warnen Experten.
Lecker? Nö! Gesund? Nochmal nö!Fertiggericht in einer Kunststoffschale mit Fleisch, Sauce und Kartoffelpüree zum Erhitzen im Wasserbad.
Von Markus Brauer/AFP/dpa
In Deutschland werden immer mehr Fertiggerichte produziert.
Im Jahr 2024 wurden 1,7 Millionen Tiefkühlpizzen, Lasagnen und Ähnliches hergestellt – 25,6 Prozent mehr als im Jahr 2019, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch (14. Januar) mitgeteilt hat. Allerdings ändert sich im längerfristigen Vergleich die Zeit, die durchschnittlich dafür verwendet wird, Mahlzeiten zuzubereiten, kaum.
Frauen stehen länger am Herd
Trotz dieses Anstiegs verbringen Menschen in Deutschland nicht weniger Zeit mit der Essenszubereitung: „41 Minuten täglich wenden Menschen ab 10 Jahren in Deutschland im Schnitt für die Zubereitung von Mahlzeiten und die damit verbundene Küchenarbeit auf“, erklärt Destatis unter Verweis auf eine Erhebung aus dem Jahr 2022. Zehn Jahre vorher waren es 40 Minuten.
Der Unterschied zwischen den Geschlechtern ist dabei weiterhin groß, wird aber kleiner. 2012 verbrachten Frauen und Mädchen im Schnitt täglich 31 Minuten länger mit der Essenszubereitung als Jungen und Männer. 2022 waren es noch 24 Minuten.
Welche Ernährungstypen gibt es?
Allesesser oder Vegetarier? Das war einmal. Die Essgewohnheiten von heute sind sehr viel komplexer. Welche Ernährungstypen gibt es? Wer ist eigentlich was? Ein Überblick:
Vegetarier
Vegetarier verspeisen nur was von lebenden Tieren stammt - wie zum Beispiel Milchprodukte, Eier und Honig. Jedoch gibt es sehr verschiedene Arten des Vegetarismus. Hierzu gehören Ovo-Vegetarier, Lacto-Vegetarier, Ovo-Lacto-Vegetarier, Ovo-Lacto-Pisce-Vegetarier und Veganer.
Ovo-Vegetarier
Lacto-Vegetarier
Ovo-Lacto-Vegetarier
Ovo-Lacto-Pisce-Vegetarier
Veganer
Frutarier
Pescetarier
Pudding-Vegetarier
Flexitarier
Freeganer
Urköstler
Hochverarbeitetes Essen schadet der Gesundheit
Was auf den ersten Blick nach bequemer, schneller Mahlzeit aussieht, kann der Gesundheit langfristig schaden. Die zunehmend von hochverarbeiteten Lebensmitteln dominierte Ernährung trage zum weltweiten Anstieg von Fettleibigkeit, Diabetes und psychischen Erkrankungen bei, warnt Phillip Baker von der Universität Sydney in Australien, Mitautor einer umfassenden Analyse zum Thema.
Nötig sei eine starke globale Reaktion ähnlich wie bei den koordinierten Bemühungen gegen die Tabakindustrie, bilanziert das Team. Die Verdrängung etablierter Ernährungsgewohnheiten durch hochverarbeitete Lebensmittel sei ein wesentlicher Treiber für die weltweit steigende Belastung durch ernährungsbedingte chronische Krankheiten, betonen die 43 Experten.
Was steckt hinter dem Begriff?
Bei hochverarbeiteten Lebensmitteln handelt es sich laut der sogenannten Nova-Klassifizierung um industriell hergestellte Produkte aus billigen Zutaten wie gehärteten Ölen und Glukose-/Fruktosesirup sowie Zusatzstoffen wie Aromen und Farbstoffen, die meist zahlreiche Verarbeitungsschritte durchlaufen.
Oft sind sie verzehrfertig oder nur noch aufzuwärmen, typisch sind zudem attraktive Verpackungen. Zucker, Fett oder Salz (oder Kombinationen davon) sind gängige UPF-Bestandteile, typischerweise in höheren Konzentrationen als in verarbeiteten Lebensmitteln, wie die Forscher erläutern.