5.000-Dollar-Marke geplatzt

Warum fällt der Goldpreis? - Das steckt dahinter

Der Goldpreis ist am Mittwoch erneut unter die 5.000 Dollar-Marke gefallen. Trotz geopolitischer Spannungen und wirtschaftlicher Unsicherheiten bleibt die Nachfrage nach dem Edelmetall überraschend schwach. Doch was sind die Gründe für diesen Rückgang?

Warum fällt der Goldpreis? - Das steckt dahinter

Der Goldpreis fällt unter die 5.000-Dollar-Marke. Ein starker US-Dollar und die Zinspolitik der Fed setzen das Edelmetall unter Druck. Erfahren Sie mehr über die Hintergründe.

Von Matthias Kemter

Zur Mitte der Handelswoche fiel der Goldpreis auf aktuell 4.930 US-Dollar und verlor damit über 2 % seines Wertes im Vergleich zum Vortag. Im 7-Tage-Vergleich beläuft sich der Rückgang auf 5 % und markiert damit einen deutlichen Bruch mit der 5.000-Dollar-Marke, die als wichtige psychologische Schwelle gilt. Analysten führen den Preisverfall auf mehrere Faktoren zurück, darunter ein starker US-Dollar und veränderte Erwartungen an die Zinspolitik der US-Notenbank.

Starker US-Dollar belastet den Goldpreis

Ein wesentlicher Grund für den Rückgang des Goldpreises ist die Stärke des US-Dollars. Seit Beginn des Iran-Kriegs hat der Dollar an Wert gewonnen, was Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums teurer macht. Da Gold weltweit in US-Dollar gehandelt wird, sinkt die Nachfrage, wenn die Währung stärker wird. Diese Entwicklung hat den Goldpreis vor allem in den letzten Wochen unter Druck gesetzt.

Zinspolitik der Fed im Fokus

Ein weiterer belastender Faktor sind die Erwartungen an die Zinspolitik der US-Notenbank Fed. Aufgrund gestiegener Inflationserwartungen, die unter anderem durch hohe Ölpreise angeheizt wurden, rechnen die Märkte nur noch mit einer Zinssenkung in diesem Jahr. Vor dem Iran-Krieg waren noch zwei Zinsschritte erwartet worden. Höhere Zinsen machen zinstragende Anlagen wie Staatsanleihen attraktiver und setzen das unverzinste Gold zusätzlich unter Druck.

Geopolitische Spannungen ohne Einfluss

Trotz der angespannten Lage im Nahen Osten bleibt die typische Flucht in den „sicheren Hafen“ Gold bislang aus. Zwar hatte der Preis zu Beginn der Angriffe von USA und Israel auf den Iran Ende Februar kurzzeitig bis auf knapp 5.420 Dollar zugelegt, doch seither steht das Edelmetall wieder deutlich unter Druck. Analysten sehen hierin ein Zeichen dafür, dass Gold derzeit Schwierigkeiten hat, seine traditionelle Rolle als Krisenwährung zu erfüllen.

Ausblick

Mit Spannung wird der Zinsentscheid der US-Notenbank am heutigen Abend erwartet. Während die Zinsen voraussichtlich unverändert bleiben, könnten Hinweise auf die zukünftige Geldpolitik den Goldpreis weiter beeinflussen. Charttechnisch bleibt das Februar-Zwischentief bei 4.850 Dollar eine wichtige Marke. Sollte diese unterschritten werden, drohen weitere Verluste. Eine schnelle Rückeroberung der 5.000-Dollar-Marke könnte hingegen das Vertrauen in den Goldmarkt stärken.