Die Luftqualität ist in Deutschland heute überwiegend schlecht. Aber woran liegt das? Das Wichtigste im Überblick.
In vielen Städten wird die Luftqualität heute als „schlecht“ eingestuft. Warum das so ist und welche Schadstoffe gerade auffallen, lesen Sie hier.
Von Matthias Kemter
Vielerorts ist die Luftqualität in Deutschland heute bereits in den frühen Morgenstunden schlecht. In fast allen Hauptstädten zeigen die Messwerte hohe Konzentrationen von Feinstaub sowie Stickstoffdioxid. Doch warum ist die Luft heute so belastet?
Wetterlage verstärkt die Schadstoffbelastung
Ein Hauptgrund für die schlechte Luftqualität ist die aktuelle Wetterlage. Eine sogenannte Inversionswetterlage sorgt dafür, dass sich Schadstoffe in den unteren Luftschichten ansammeln. Dabei kehrt sich die normale Temperaturverteilung in der Atmosphäre um. Statt dass die Luft mit zunehmender Höhe kälter wird, liegt eine wärmere Luftschicht über einer kälteren. Auslöser dafür sind kalte Nächte, klarer Himmel und Windstille. Diese Schichtung wirkt dann wie ein Deckel, der verhindert, dass Abgase aus Verkehr, Industrie und Heizungen aufsteigen und sich verteilen können. Besonders in Ballungsräumen und Beckenlagen, wo ohnehin viele Emissionen entstehen, verschlechtert sich die Luftqualität spürbar.
Feinstaub und Stickstoffdioxid als Hauptverursacher
Die Messwerte des Umweltbundesamtes zeigen, dass Feinstaub und Stickstoffdioxid die Hauptverursacher der schlechten Luftqualität sind. In vielen Städten wurden Feinstaub-Werte (Partikeldurchmesser maximal 2,5 Mikrometer) von über 40 µg/m³ gemessen, was deutlich über den WHO-Empfehlungen liegt (Empfehlung Tagesmittelwert max. 15 µg/m³). Als schlecht werden dabei Werte über 30 µg/m³ eingestuft. In Brandenburg kam es vereinzelt bereits zu Werten über 50, was vom Umweltbundesamt als "sehr schlecht" eingestuft wird.
Das Problem ist, dass die winzigen Partikel tief in die Lunge eindringen und gesundheitliche Probleme wie Atemwegserkrankungen oder Herz-Kreislauf-Beschwerden auslösen können. Stickstoffdioxid, das vor allem aus Verkehrsemissionen stammt, trägt zusätzlich zur Belastung bei.
Gesundheitliche Auswirkungen und Verhaltenstipps
Die schlechte Luftqualität stellt vor allem für empfindliche Gruppen wie Kinder, ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen ein Risiko dar. Kurzfristig können Reizungen der Atemwege, Kopfschmerzen und verstärkte Beschwerden bei bestehenden Erkrankungen auftreten. Das Umweltbundesamt empfiehlt, körperliche Aktivitäten im Freien zu reduzieren, insbesondere in stark belasteten Regionen.
Wann wird die Luft wieder besser?
Ein Wetterumschwung mit Wind, Niederschlag oder Tiefdruckgebieten könnte die Schadstoffe aus der Atmosphäre entfernen und die Luftqualität verbessern. Solange die Inversionswetterlage jedoch anhält, bleibt die Belastung bestehen. Besonders in den Wintermonaten ist dieses Phänomen keine Seltenheit, da kalte, trockene Luft die Durchmischung der Atmosphäre weiter hemmt.