Steigende Ölpreise

Warum ist die Straße von Hormus so wichtig? - Bedeutung für den Welthandel

Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt. Doch warum ist sie so entscheidend für die globale Wirtschaft? Ein Blick auf ihre strategische Bedeutung und die aktuellen Herausforderungen.

Warum ist die Straße von Hormus so wichtig? - Bedeutung für den Welthandel

Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt. Erfahren Sie, warum diese Meerenge so entscheidend für den globalen Öl- und Gasmarkt ist und welche Folgen eine Blockade hat.

Von Matthias Kemter

Die Straße von Hormus, eine nur wenige Kilometer breite Meerenge, ist von zentraler Bedeutung für den weltweiten Handel mit Öl und Gas. Ihre strategische Lage macht sie zu einem unverzichtbaren Knotenpunkt, aber auch zu einem geopolitischen Spannungsfeld. Sie verbindet den Persischen Golf mit dem offenen Meer und ist die einzige Seeverbindung für die Ölexporte der Golfstaaten. Mit einer Breite von nur 50 Kilometern, an der engsten Stelle sogar nur 33 Kilometer, passieren täglich etwa 20 Millionen Barrel Rohöl diese Meerenge. Das entspricht fast 20 Prozent des weltweiten Ölverbrauchs. Auch Flüssigerdgas (LNG) wird in großen Mengen über diese Route transportiert, insbesondere aus Katar, einem der führenden Exporteure.

Geopolitische Spannungen und wirtschaftliche Folgen

Die strategische Bedeutung der Straße von Hormus macht sie immer wieder zum Schauplatz geopolitischer Konflikte. Aktuell ist die Schifffahrt in der Region nahezu zum Erliegen gekommen, da Reedereien wie Hapag-Lloyd und Maersk ihre Fahrten aus Sicherheitsgründen ausgesetzt haben. Hintergrund sind Drohungen der Huthi-Rebellen im Jemen, die nach dem Start der israelischen und amerikanischen Angriffe auf den Iran, angekündigt haben, Handelsschiffe anzugreifen. Diese Situation hat weitreichende Folgen. Die Transportkapazitäten sind eingeschränkt, die Frachtraten steigen, und die Ölpreise haben bereits um bis zu neun Prozent zugelegt.

Alternative Routen und ihre Grenzen

Einige Golfstaaten wie Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate verfügen über Pipelines, die einen Teil des Öls umleiten können. Doch diese Kapazitäten sind begrenzt: Maximal 2,6 Millionen Barrel pro Tag können auf diesem Weg exportiert werden. Länder wie Katar, Kuwait, der Irak und der Iran sind hingegen vollständig auf die Straße von Hormus angewiesen.

Auswirkungen auf die Weltwirtschaft

Die Blockade der Straße von Hormus trifft vor allem asiatische Länder, die 80 Prozent des durch die Meerenge transportierten Öls und Gases beziehen. China, der größte Abnehmer iranischen Öls, hat zwar strategische Reserven aufgebaut, doch ein längerfristiger Anstieg der Ölpreise könnte das Wirtschaftswachstum in der Region erheblich beeinträchtigen. Analysten schätzen, dass ein Anstieg des Ölpreises um zehn US-Dollar pro Barrel das BIP-Wachstum Asiens um 20 bis 30 Basispunkte senken könnte. Die Straße von Hormus war bereits in der Vergangenheit Schauplatz von Konflikten. Während des Iran-Irak-Kriegs in den 1980er-Jahren kam es zu zahlreichen Angriffen auf Tanker und auch in den letzten Jahren gab es immer wieder Spannungen, etwa durch die Festsetzung ausländischer Schiffe durch die iranischen Revolutionsgarden.