Auftausalz im Winter

Warum ist Streusalz verboten? - Gründe & Alternativen

Im Winter greifen viele Menschen schnell zum Streusalz, um Gehwege, Einfahrten oder Höfe von Glätte zu befreien. Doch was viele nicht wissen: In zahlreichen Städten und Gemeinden ist der Einsatz von Streusalz für Privatpersonen verboten.

Warum ist Streusalz verboten? - Gründe & Alternativen

Streusalz ist in vielen Städten für die private Nutzung verboten. Warum das so ist und welche Alternativen erlaubt sind, erfahren Sie hier.

Von Matthias Kemter

Streusalz, auch Auftausalz genannt, ist zwar effektiv, um Eis und Schnee zum Schmelzen zu bringen, hat jedoch Auswirkungen auf die Umwelt. Es besteht größtenteils aus Natriumchlorid, das in großen Mengen Böden, Pflanzen und Gewässer belastet. Mit dem Schmelzwasser gelangt das Salz in den Boden und ins Grundwasser, wo es die Wasser- und Nährstoffaufnahme von Pflanzen stört. Besonders Bäume sind gefährdet. Ihre Wurzeln können absterben, was im Extremfall zum Umstürzen führt.

Auch Tiere leiden unter Streusalz. Die Pfoten von Hunden und Katzen werden durch das aggressive Salz angegriffen, was zu Schmerzen und Verletzungen führen kann. Zudem schädigt Streusalz Straßenbeläge, Gebäude und Fahrzeuge. Diese negativen Auswirkungen haben dazu geführt, dass viele Städte und Gemeinden den Einsatz von Streusalz für Privatpersonen untersagt haben.

Rechtliche Regelungen und Bußgelder

In Deutschland gibt es keine einheitliche Regelung zum Einsatz von Streusalz. Jede Stadt und Gemeinde erlässt eigene Vorschriften. In großen Städten wie Hamburg, München und Berlin ist Streusalz für Privatpersonen komplett verboten. In Nordrhein-Westfalen und anderen Bundesländern gibt es ebenfalls zahlreiche Verbote. Wer dennoch Streusalz verwendet, riskiert oft Bußgelder. Ausnahmen gelten oft nur bei extremen Wetterlagen wie Blitzeis oder hartnäckigen Vereisungen. Wer unsicher ist, sollte sich bei der Gemeindeverwaltung über die geltenden Vorschriften informieren.

Umweltfreundliche Alternativen zu Streusalz

Statt Streusalz setzen viele Kommunen und Experten auf sogenannte abstumpfende Streumittel. Diese schmelzen das Eis zwar nicht, sorgen aber für besseren Halt auf glatten Flächen. Zu den gängigen Alternativen gehören:

Produkte mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“ gelten als besonders umweltfreundlich. Wichtig ist, Streumittel sparsam einzusetzen: Eine dünne Schicht reicht meist aus, um die Rutschgefahr zu verringern.

Pflichten für Hausbesitzer

Hausbesitzer sind verpflichtet, Gehwege vor ihrem Grundstück von Schnee und Eis zu befreien. Je nach Gemeinde müssen diese Arbeiten mehrmals täglich durchgeführt werden, insbesondere bei anhaltendem Schneefall oder Frost. Wer dieser Pflicht nicht nachkommt, riskiert Schadenersatzklagen, wenn Passanten stürzen und sich verletzen. Wer aus gesundheitlichen oder beruflichen Gründen nicht selbst räumen kann, sollte einen Dritten beauftragen, etwa einen Nachbarn, Hausmeister oder Winterdienst. Die Kosten für den Winterdienst können teilweise steuerlich abgesetzt werden.

Fazit

Streusalz ist in vielen Städten verboten, da es Schäden an der Umwelt, Pflanzen und Tieren verursacht. Stattdessen sollten umweltfreundliche Alternativen wie Sand, Splitt oder Lavastreu verwendet werden. Wer sich nicht an die Vorschriften hält, riskiert hohe Bußgelder. Informieren Sie sich bei Ihrer Gemeinde über die geltenden Regeln.