Angst vor Mummenschanz

Warum Karneval für Haustiere extremer Stress ist

Bald startet der Straßenkarneval mit Umzügen und Partys. Fachleute betonen, dass Haustiere dann daheim bleiben und auf keinen Fall als närrische „Accessoires“ dienen sollten.

Warum Karneval für Haustiere extremer Stress ist

Französische Bulldogge als Sheriff verkleidet: Das ist weder lustig noch artgerecht, sondern einfach nur saublöd!

Von Markus Brauer/KNA

Karneval ohne Kostüme? Geht gar nicht! Ein kostümloser Karneval ist ähnlich aufregend und spaßig wie eine jungfräuliche Ehe. Der Karneval, auch bekannt als Fastnacht, Fasnacht, Fasnet, Fasching, Fastabend, Fastelovend, Fasteleer oder fünfte Jahreszeit, umfasst alle Bräuche, mit denen die Menschen die sechswöchige Fastenzeit feiern.

Beginnend mit dem Altweiberfasching dient (ursprünglich) das ausgelassene Treiben mit Umzügen, Masken, Musik, Verkleidungen, Alkohol und Liebelei Christen in Rio, Venedig und Québec, Köln, Mainz und Düsseldorf, Santa Cruz de Teneriffe, Stavelote und New Orleans, Oberschwaben, im Hegau und Schwarzwald der Vorbereitung auf Ostern.

Die armen Vierbeiner

Wer denkt bei so viel Lebensfreude und Liebesplänkelei schon an die armen Vierbeiner. Während sich viele Narren auf den Straßenkarneval sprichwörtlich närrisch freuen, warnen Fachleute davor, Tiere mit auf Umzüge und andere Veranstaltungen zu nehmen.

„Haustiere haben auf Karnevalsumzügen und Karnevalsfeiern nichts zu suchen“, sagte die Bundestierschutzbeauftragte Silvia Breher (CDU). Der Frohsinn bedeute für Tiere oft Stress oder gar Angst. „Für ihre sehr feinen Sinne sind große feiernde Menschenmengen oder laute Musik schlicht zu viel“, erklärt Breher. „Wer ausgelassen feiern will, kann das gern tun. Aber bitte ohne Haustiere.“

Auch der Tierschutzbund forderte Rücksicht. Haustiere solle man nicht verkleiden oder als „Accessoire“ ins Feiern einbeziehen. Ungewohnte Kleidung wie Kostüme am Körper werde von vielen Tieren als bedrohlich und unangenehm empfunden, hieß es.