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Warum man kein Katzenklo mit Deckel verwenden sollte

Viele Katzenhalter greifen automatisch zu einem Katzenklo mit Deckel. Es wirkt ordentlicher, hält Streu besser im Inneren und soll Gerüche reduzieren. Doch aus Sicht der Katze kann eine geschlossene Toilette Nachteile haben.

Warum man kein Katzenklo mit Deckel verwenden sollte

Für viele Katzen sind solche Katzenklos mit Deckel nicht ideal.

Von Katrin Jokic

Viele Katzenklos werden mit Deckel angeboten. Die geschlossene Bauweise soll vor allem praktische Vorteile für den Menschen bringen: Gerüche sollen sich weniger im Raum ausbreiten, außerdem bleibt die Streu eher im Inneren der Toilette, statt beim Scharren der Katze herauszufliegen. Für viele Halter spielt auch die Optik eine Rolle. Ein Katzenklo mit Haube wirkt in der Wohnung oft unauffälliger und ordentlicher als eine offene Schale.

Aus diesen Gründen greifen viele Katzenhalter automatisch zu einem geschlossenen Modell. Was aus menschlicher Sicht sinnvoll erscheint, kann für die Katze selbst jedoch Nachteile haben.

Katzen bevorzugen offene Toiletten

Viele Katzen bevorzugen offene Toiletten. Beim Toilettengang sind Katzen besonders aufmerksam und empfindlich gegenüber ihrer Umgebung. In freier Natur suchen sie für diesen Moment einen Ort, an dem sie zwar ungestört sind, gleichzeitig aber ihre Umgebung im Blick behalten können.

Dafür gibt es mehrere Gründe. Katzen möchten sehen, was um sie herum passiert, sich sicher fühlen und im Zweifel schnell fliehen können. Eine offene Katzentoilette bietet ihnen diese Übersicht. Ein geschlossenes Katzenklo mit Deckel kann dagegen den gegenteiligen Effekt haben: Für manche Tiere wirkt der enge Raum wie eine Höhle oder sogar wie eine potenzielle Falle, aus der sie nicht sofort entkommen können.

Gerüche sammeln sich im geschlossenen Katzenklo

Ein weiterer wichtiger Punkt betrifft den Geruch. In einem Katzenklo mit Deckel können sich die Ausdünstungen von Urin und Kot leichter stauen, weil die Luft schlechter zirkuliert. Während der Geruch für Menschen oft erst nach einiger Zeit wahrnehmbar wird, nehmen Katzen ihn deutlich früher wahr.

Der Grund: Der Geruchssinn von Katzen ist wesentlich empfindlicher als der von Menschen. Was für Halter noch akzeptabel erscheint, kann für die Katze bereits unangenehm sein. Wird die Toilette als zu stark riechend empfunden, kann es passieren, dass sie gemieden wird. Manche Katzen suchen sich dann lieber einen anderen Ort für ihr Geschäft.

Offene Katzenklos mit hohem Rand können ein guter Kompromiss sein. (Bild: Oleg Opryshko/ Shutterstock) 

Stress und Konflikte im Mehrkatzenhaushalt

Gerade in Haushalten mit mehreren Katzen kann ein Katzenklo mit Deckel zusätzliche Probleme verursachen. Der Eingang ist meist eng und nur von einer Seite zugänglich. Dadurch kann es passieren, dass eine Katze vor der Öffnung wartet oder eine andere beim Herauskommen überrascht.

Für die Katze im Inneren bedeutet das eine unangenehme Situation: Sie hat kaum Überblick darüber, was draußen passiert, und fühlt sich unter Umständen eingeengt. Solche Situationen können Stress auslösen und Konflikte zwischen den Tieren verstärken. Offene Katzentoiletten bieten hier mehr Übersicht und ermöglichen es der Katze, ihre Umgebung besser im Blick zu behalten.

Gesundheitsrisiko durch Vermeidung des Katzenklos

Wenn Katzen ihre Toilette als unangenehm empfinden, kann das ihr Verhalten deutlich beeinflussen. Manche Tiere versuchen, den Toilettengang möglichst lange hinauszuzögern und halten Urin oder Kot zurück. Andere suchen sich stattdessen alternative Orte in der Wohnung.

Beides kann problematisch werden. Zum einen entsteht für Halter schnell der Eindruck von Unsauberkeit, wenn die Katze ihr Geschäft außerhalb der Katzentoilette verrichtet. Zum anderen kann das Zurückhalten von Urin auf Dauer gesundheitliche Folgen haben. Tierärzte weisen darauf hin, dass dadurch unter anderem Stress entstehen und das Risiko für Harnwegserkrankungen steigen kann.

Das Katzenklo sollte groß genug sein zum Scharren und Umdrehen. (Bild: Natasha Zakharova/ Shutterstock)

Wann ein Katzenklo mit Deckel trotzdem funktionieren kann

Für eine ausgewogene Betrachtung gilt jedoch auch: Nicht jede Katze lehnt ein Katzenklo mit Deckel grundsätzlich ab. Manche Tiere nutzen solche Modelle problemlos, vor allem wenn sie von klein auf daran gewöhnt sind.

Auch die Bauweise kann eine Rolle spielen. Größere Modelle mit ausreichend Platz und guter Belüftung werden von einigen Katzen eher akzeptiert als kleine, enge Boxen. Dennoch empfehlen viele Experten, bei Problemen mit der Katzentoilette zunächst den Deckel testweise zu entfernen. In manchen Fällen lässt sich so bereits beobachten, ob die Katze die Toilette anschließend besser annimmt.

Was Katzen stattdessen brauchen

Unabhängig von der Bauform gibt es einige Grundregeln, die bei der Wahl und Platzierung einer Katzentoilette helfen können. Viele Experten empfehlen große, offene Katzenklos, in denen sich die Tiere ausreichend bewegen und umdrehen können.

Außerdem gilt als Faustregel: Pro Katze sollte mindestens eine Toilette vorhanden sein – plus eine zusätzliche. In einem Haushalt mit zwei Katzen wären also idealerweise drei Katzenklos sinnvoll. Wichtig ist zudem ein ruhiger Standort, an dem sich die Tiere ungestört fühlen. Regelmäßiges Reinigen, am besten täglich, trägt ebenfalls dazu bei, dass Katzen ihre Toilette zuverlässig nutzen.