Skifahren im Tiefschnee abseits der präparierten Pisten – ist der Trendsport im Winter. Doch bei aller Faszination: Die Gefahren im unbekannten Gelände und die Risiken von Stürzen und Lawinen sind groß. Das Abenteuer kann tödlich enden.
Vorsicht ist die beste Lebensversicherung: Die Bergwelt genießen ist die eine Sache, auf mögliche Gefahren beim Skifahren zu achten, die andere.
Von Markus Brauer
In Österreich steigt die Lawinengefahr an. In Tirol könnten bis zu diesem Freitag (20. Februar) vereinzelt weitere 50 Zentimeter Neuschnee fallen, sagt Matthias Walcher von der Lawinenwarnzentrale des Bundeslands.
Warnung vor Touren im freien Gelände
Er warnt eindringlich vor Touren im freien Gelände. „Es ist eine sehr gefährliche Zeit für Wintersportler abseits der Pisten.“ Auch harmlos wirkendes, nur mäßig steiles Gelände könne trügerisch sein, so Walcher weiter. Es sei immer möglich, dass im Steilhang ausgelöste Lawinen auch diese Flächen erreichten.
Allein in Tirol waren am Mittwoch (18. Februar) mehr als 30 Lawinen an einem Tag gezählt worden. In Tirol und Vorarlberg kamen dabei drei Menschen ums Leben. Zwei der Toten stammten aus Baden-Württemberg, wie Polizeisprecher mitteilen. Das dritte Opfer kommt aus den Niederlanden.
Starker Wind bringt Schneeverfrachtungen
Seit Jahrzehnten, so die Erfahrung vieler älterer Bergführer, sei der Aufbau der Schneeschichten nicht mehr so ungünstig gewesen, erklärt Walcher. Es habe sich durch den zunächst eher schneearmen Winter keine gute Grundlage gebildet. Erst in jüngster Zeit habe es im Alpenraum viel geschneit.
Die neuen Niederschläge seien obendrein noch von starkem und stürmischem Wind begleitet, was durch die Schneeverfrachtungen die Sache noch verschlimmere. Die ab dem Wochenende erwartete Warmfront werde auch nicht zu einer Entspannung führen. „Die ist nicht in Sicht.“
Sohn alarmierte die Einsatzkräfte
Mega-Trend Off-Piste-Fahren
Freeriden ist seit Jahren der Mega-Trend im alpinen Skisport. Das Fahren im unberührten Tiefschnee, abseits der präparierten Pisten und auf unbekannten Gelände weckt bei Skisportlern die Abenteuerlust und den Entdeckergeist. Und es erzeugt geradezu berauschende Gefühle.
Freeriden – auch Backcountry und Off-piste-Fahren genannt – verspricht Naturerlebnis, Schwerelosigkeit und Freiheit. Eine mitunter sehr gefährliche Freiheit. Studien belegen: Vielen Freeridern fehlt das grundlegende Wissen über Ausrüstung, Fahrtechnik und Bedingungen am Berg.
Braucht man eine spezielle Technik?
Ja. Anders als auf präparierten Pisten sinkt man im Tiefschnee ein. Erst mit steigender Fahrgeschwindigkeit heben sich die Ski und man kann wie auf einer Wolkendecke dahingleiten. Weil die lockeren Schneemassen zudem eine höhere Bremswirkung haben, kann man im Tiefschnee steilere Hänge befahren.
Gibt es Unterschiede beim Freeriden?
Freeride-Routen werden in drei Kategorien eingeteilt:
Wissen Freerider um die Gefahren?
Laut österreichischem Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) sind die Wissenslücken bei Freeridern oft gravierend:
Was sollte man beim Freeriden beachten?
Laut Deutschem Sikiverband werden Lawinenunfälle meist durch achtloses Verhalten mit verursacht. Um Unfälle zu vermeiden, sollte man deshalb folgende Grundregeln beachten:
Wie sieht es mit der Ausrüstung aus?
Die Hersteller befeuern den Freeride-Trend mit immer neuen Produkten und gezieltem Marketing. Für das „Powdern“ braucht man spezielle Skier, die länger und breiter sind als normale Bretter. Sie haben gebogene Spitzen für einen besseren Auftrieb und Spezialbindungen, die eine effektivere Kraftübertragung auf die Ski ermöglichen.
Zum Basis-Sicherheitspaket beim Freeriden gehören zudem Lawinenschaufel, Sonde, Pieps (Lawinensuchgerät/LVS) und ABS-Rucksack. Ein stabiler Skihelm ist fast überall Pflicht. (mit dpa-Agenturmaterial)