Online-Handel

Warum will GameStop Ebay kaufen? - Der Plan zur Amazon-Attacke

Gamestop plant eine spektakuläre Übernahme. Der Videospielhändler will Ebay für 56 Milliarden Dollar kaufen. Doch was steckt hinter diesem Deal?

Warum will GameStop Ebay kaufen? - Der Plan zur Amazon-Attacke

Gamestop plant die Übernahme von Ebay für 56 Milliarden Dollar. Was hinter dem Deal steckt und welche Chancen und Risiken es gibt.

Von Matthias Kemter

Die geplante Übernahme von Ebay durch Gamestop sorgt für Aufsehen. Mit einem Angebot von 56 Milliarden Dollar will der Videospielhändler den Online-Marktplatz übernehmen. Ziel ist es, einen ernsthaften Konkurrenten für Amazon zu schaffen, erklärte Gamestop am Sonntag. Doch wie realistisch ist dieses Vorhaben, und welche Strategie verfolgt Gamestop-Chef Ryan Cohen?

Ein ehrgeiziger Plan

Gamestop, bekannt als Videospielhändler, hat in den letzten Jahren eine radikale Transformation durchlaufen. Unter der Führung von Ryan Cohen, der 2021 die Leitung übernahm, hat sich das Unternehmen zunehmend auf den Online-Handel und nostalgische Produkte wie Retro-Konsolen spezialisiert. Nun will Cohen mit der Übernahme von Ebay einen weiteren Schritt gehen, um Gamestop zu einem ernstzunehmenden Player im E-Commerce zu machen.

Ebay, einst ein Pionier im Online-Handel, hat in den letzten Jahren Marktanteile an Amazon verloren. Dennoch bleibt die Plattform mit einem Jahresumsatz von über 11 Milliarden Dollar und einem Gewinn von 2 Milliarden Dollar ein Schwergewicht. Gamestop hingegen erzielte im letzten Geschäftsjahr einen Umsatz von knapp 3,7 Milliarden Dollar. Die Übernahme würde Gamestop Zugang zu einer breiteren Kundenbasis und einer etablierten Infrastruktur verschaffen.

Kampfansage an Amazon

Cohen sieht in der Fusion die Chance, einen "wahren Konkurrenten" zu Amazon aufzubauen. Mit Einsparungen von zwei Milliarden Dollar und einer geplanten Neuausrichtung von Ebay will er den Unternehmenswert massiv steigern. Bereits jetzt hat Gamestop fünf Prozent der Ebay-Aktien erworben und bietet den Aktionären einen Preis, der 46 Prozent über dem Durchschnittskurs liegt.

Die Finanzierung des Deals bleibt jedoch eine Herausforderung. Zwar hat Gamestop eine Zusage über einen 20-Milliarden-Dollar-Kredit erhalten und verfügt über eigene Barmittel in Höhe von 9,4 Milliarden Dollar, doch der Rest der Summe ist noch unklar. Cohen plant, die Übernahme teils in bar und teils in Aktien zu finanzieren.

Chancen und Risiken

Die Börse reagierte positiv auf die Ankündigung. Die Aktien beider Unternehmen stiegen zweistellig. Dennoch gibt es Zweifel, ob Gamestop den Deal stemmen kann. Amazon bleibt mit einem Umsatz von 717 Milliarden Dollar ein Gigant, der selbst durch eine Fusion von Gamestop und Ebay kaum ernsthaft gefährdet wäre.

Für Gamestop könnte die Übernahme jedoch eine strategische Wende bedeuten. Mit Ebay an seiner Seite hätte das Unternehmen die Möglichkeit, sich breiter aufzustellen und neue Märkte zu erschließen. Ob die Aktionäre von Ebay dem Angebot zustimmen, bleibt abzuwarten. Die nächste Hauptversammlung im Juni könnte entscheidend sein.