Auto-Talk mit Ferdinand Dudenhöffer

Was der Autoexperte Mercedes und Porsche empfiehlt

Im digitalen Auto-Talk unserer Zeitung äußert sich Fachmann Ferdinand Dudenhöffer unter anderem zu den Herstellern Mercedes und Porsche. Was er ihnen rät.

Was der Autoexperte Mercedes und Porsche empfiehlt

Beim dritten Auto-Talk unserer Redaktion begrüßten Veronika Kanzler und Klaus Köster den Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer.

Von Rouven Spindler

Wie kann es für Mercedes-Benz und Porsche wieder bergauf gehen? Unter anderem dazu äußert sich Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer im digitalen Auto-Talk unserer Zeitung.

Die Probleme bei den deutschen Autoherstellern sieht er in den Preisen – und in der Elektromobilität. Bei deren Hochlauf in China „verlieren wir permanent und permanent. Also brauchen wir ein neues Konzept, um mit den Fahrzeugen, die wir haben, besser zu sein“, fordert der zugeschaltete Fachmann in dem Gesprächsformat mit dem Moderatoren-Duo Veronika Kanzler und Klaus Köster, bei dem die Zuschauer ihre Fragen an Dudenhöffer stellen können.

Ferdinand Dudenhöffer spricht über Mercedes, Porsche, BMW und VW

Der 74-Jährige, der Gründer und Leiter des Bochumer Center Automotive Research ist, bringt Beispiele ein, um die Preisunterschiede aufzuzeigen: den SU7, eine Limousine, und den YU7, ein SUV. Der Hersteller der Fahrzeuge, Xiaomi, war bis vor wenigen Jahren für Handys und Co. bekannt, noch nicht aber für Autos. Der Einstiegspreis liege bei rund 30 000 Euro, so Dudenhöffer.

Der SU7 ähnelt dem Taycan des Stuttgarter Sportwagenherstellers Porsche sehr. Allerdings fange dieser bei 120 000 Euro an, ordnete der CAR-Leiter ein. „Diese Preisspanne kann man sich nicht erlauben“, sagt Dudenhöffer und ergänzt: „Das Markensymbol ist keine 80 000, 90 000 Euro wert.“

Es sei nötig, Preise zu reduzieren und bei den Batterien mit den Chinesen zusammenzuarbeiten. Der VW-Konzern, BMW und Mercedes machten das. „Man muss die Synergien suchen und versuchen, seine Kosten zu senken“, sagt der Experte.

Die „in China, für China“-Strategie des Volkswagen-Konzerns bedeute: VW wandere „Stück für Stück nach China“. Mercedes, Porsche und BMW werden aus seiner Sicht Ähnliches machen – offen sei, in welchem Ausmaß, sagt Dudenhöffer und prognostiziert: „Wenn man das macht, hat man gute Chancen, diesen Rückfall, den wir seit drei, vier Jahren erleben, aufzufangen und wieder ins Positive zu gehen.“

Dudenhöffer äußert sich im Auto-Talk auch explizit zum Stuttgarter Autobauer Mercedes. „Källenius hat spannende Marken aufgebaut“, lobt er Konzernchef Ola Källenius etwa in Bezug auf AMG. Auch Maybach sowie die S- und die G-Klasse hebt er hervor. „Das sind alles Spitzenprodukte“, so der Experte, der auch meint: „Aber ich glaube, der Fehler war, dass man die A-Klasse vernachlässigt hat, rausgehen wollte und sich zu stark auf den Luxusmarkt fokussiert hat.“

Doch im Vorjahr schwenkte Mercedes um, wodurch die Produktion des Modells nun nicht 2026, sondern frühestens 2028 eingestellt werden soll. „Die A-Klasse kommt wieder“, glaubt Dudenhöffer und fügt hinzu: „Das wird Mercedes stabilisieren.“ Der Rat also ist: kein zu strikter Fokus auf das Luxussegment.