Bei der Online-Umfrage auf unserer Website durften die Leserinnen und Leser ihre Meinung sagen. Grafik: Jenny Bauer
Backnang. Heute vor zwei Wochen war der „Tag des Lokaljournalismus“. 15 Leserinnen und Leser sind an diesem Abend unserer Einladung in die Backnanger Bar „Das Wohnzimmer“ gefolgt und haben sich mit den Mitgliedern der Redaktion persönlich ausgetauscht. Noch größer war die Beteiligung an unserer Leserbefragung. Die anonyme Online-Umfrage gibt der Redaktion Hinweise für ihre künftige Arbeit. Hier die wichtigsten Ergebnisse:
Die Teilnehmer Die Resonanz auf unsere Umfrage war erfreulich groß: Mehr als 250 Antworten sind bis gestern Abend eingegangen. 80 Prozent der Teilnehmenden nutzen die Informationsangebote unserer Zeitung täglich. Eine Mehrheit von 56 Prozent liest die Texte ausschließlich oder überwiegend auf Papier, aber auch reine Online-Nutzer sind mit knapp 21 Prozent vertreten. Die Altersgruppe von 40 bis 64 Jahren stellt mit 46 Prozent die größte Gruppe, gefolgt von den über 65-Jährigen (42,8 Prozent). Nur 11,3 Prozent der Teilnehmer sind jünger als 40.
Gern gelesen Wir wollten wissen: Was lesen Sie im Lokalteil besonders gerne? 15 Kategorien standen zur Wahl. Auf Platz eins liegt die Berichterstattung über Baustellen und Verkehr. In einer staugeplagten Pendlerregion ist das keine Überraschung. Mit dem Ausbau der B14, vielen weiteren Baustellen und den ständigen Problemen auf der Murrbahn-Strecke gibt es darüber im Raum Backnang auch eine Menge zu berichten. Die Redaktion wird bei diesen Themen weiter am Ball bleiben und die Berichterstattung bei Bedarf noch ausweiten.
Ebenfalls sehr beliebt sind kommunalpolitische Themen, insbesondere die Berichterstattung aus den Gemeinderäten. Die Backnanger Kreiszeitung und die Murrhardter Zeitung betreuen insgesamt 13 Städte und Gemeinden. In allen 13 Gemeinderäten ist unsere Redaktion regelmäßig bei den Sitzungen dabei. Das ist ein großer Aufwand, doch im Gegensatz zu anderen Zeitungen halten wir weiterhin daran fest. Denn in den Gremien wird in der Regel über die Dinge entschieden, die die Menschen vor Ort ganz unmittelbar betreffen.
Weniger beliebt Neben den besonders beliebten Themen haben wir auch gefragt: Was interessiert Sie im Lokalteil überhaupt nicht? Zur Wahl standen dieselben 15 Kategorien. Auch hier ist die Topantwort keine Überraschung: 45,9 Prozent der Befragten könnten auf den Lokalsport gut verzichten. Dass es eine größere Zahl an Leserinnen und Lesern gibt, die den Sportteil regelmäßig überblättern, ist bekannt. Allerdings hat der Lokalsport eben auch treue Fans. Das bestätigt unsere Umfrage: Immerhin 25,9 Prozent gaben dort an, dass sie die Sportberichterstattung besonders interessiert. Was also tun? Unsere Zeitung sieht sich der sportbegeisterten Minderheit verpflichtet, versucht im Sportteil aber auch immer wieder, Themen zu platzieren, die nicht nur eingefleischte Sportfans ansprechen. Ähnlich sieht es übrigens mit Berichten aus dem Vereinsleben im Lokalteil aus: 27 Prozent der Leser finden Vereinsberichte uninteressant, 39,7 Prozent lesen sie hingegen besonders gerne. Auch hier ist ein Mittelweg gefragt: Mit der Rubrik „Schaufenster“ bieten wir den Vereinen eine eigene Seite. Wen die Berichte nicht interessieren, der kann einfach weiterblättern.
Kritikpunkte Mit einer offenen Frage haben wir um Feedback gebeten: Was sollte die Lokalredaktion aus Ihrer Sicht anders/besser machen? Rund 140 Befragte haben auch dieses Feld genutzt. Teilweise wurden dort sehr individuelle Wünsche geäußert, aber es gab auch einige Themen, die immer wieder bemängelt wurden. Zum Beispiel Fehler in der Zeitung. Egal ob Rechtschreibung, Grammatik oder Falschinformation – Fehler ärgern die Leserschaft und sie ärgern auch uns Journalisten. Leider kommen sie trotzdem vor – wie in allen Berufen. Die Backnanger Kreiszeitung beschäftigt im Unterschied zu vielen anderen Zeitungen noch zwei hauptamtliche Korrektorinnen, die alle Texte im Lokalteil auf Fehler prüfen. Trotzdem rutscht ab und zu mal ein Fehler durch, vor allem wenn Artikel unter Zeitdruck entstehen.
Mehrfach geäußert wurde auch der Wunsch nach einer „neutralen Berichterstattung“. Teilweise wird der Redaktion dabei eine bestimmte (partei)politische Gesinnung unterstellt, wobei diese von „sehr rechtskonservativ“ bis „politisch grün gefärbt“ reicht. Tatsächlich gibt es in der Lokalredaktion unserer Zeitung aber keine vorgegebene politische Linie. Wir berichten unabhängig, kritisch und faktenbasiert.
Wenn sich ein Mitglied der Redaktion zu einem lokalen Thema eine Meinung gebildet hat, soll und darf es diese auch in der Zeitung formulieren – aber nicht in einem normalen Artikel, sondern nur in einem deutlich gekennzeichneten Kommentar. Diese Kommentare werden übrigens von 49 Prozent unserer Leserschaft besonders gerne gelesen, wie die Umfrage zeigt. Und wer anderer Meinung ist, darf diese ebenfalls äußern, zum Beispiel in einem Leserbrief. So entsteht ein demokratischer Diskurs.
Einige Befragte wünschen sich auch mehr positive Berichterstattung. Wir können das sehr gut nachvollziehen und die Redaktion sucht auch gezielt nach solchen Themen. Vielleicht erinnern Sie sich noch an unsere „Mutmacher-Serie“ vor einigen Jahren. Aber vielleicht brauchen wir wirklich noch mehr positive Geschichten. Eine Person schlägt eine neue Rubrik „Freude der Woche“ vor – wir finden, das ist eine wirklich charmante Idee.
Das Gesamturteil Wie bewerten die Leserinnen und Leser unseren Lokalteil nun insgesamt? Eine Mehrheit von 54,7 Prozent findet ihn überwiegend gut oder sogar sehr gut. 35,2 Prozent sind mit manchem zufrieden und mit manchem nicht. Nur zehn Prozent der Befragten finden unsere Arbeit überwiegend oder ganz schlecht. Dieses ehrliche Votum zeigt uns: Wir machen schon vieles richtig, können aber einiges durchaus noch besser machen. Besonders gefreut hat uns übrigens, dass etliche Leser die Spalte, in der ausdrücklich nach Verbesserungsvorschlägen gefragt war, auch für Lob genutzt haben. Eine Person schreibt etwa: „Von mir gibt’s die Note 1. Mein erster Gang nach dem Aufstehen ist, die BKZ aus dem Briefkasten zu holen und den Lokalteil zu lesen.“ Die Redaktion dankt herzlich für dieses motivierende Feedback.