Wolf zum Abschuss freigegeben

Dieses Team soll den Wolf im Schwarzwald erlegen

Geheime Profis mit Wildwest-Methoden: Wie ein unsichtbares Team Wölfe aufspürt – und warum niemand wissen darf, wer sie sind.

Dieses Team soll den Wolf im Schwarzwald erlegen

Wie im Fall des Hornisgrinde-Wolfs kann ein geheimes Fang- und Entnahmeteam losgeschickt werden, sobald ein Wolf problematisch wird (Symbolbild).

Von red/dpa/lsw

Gewehr bei Fuß, aber im Verborgenen: Ein geheimes Fang- und Entnahmeteam kann - wie im Fall des Hornisgrinde-Wolfs - im Auftrag des Umweltministeriums losgeschickt werden, sobald ein Wolf problematisch wird – etwa durch wiederholte Angriffe auf Herden trotz Schutz oder dreiste Annäherung an Menschen. Die Kosten für die Profis teilen sich Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland. 

Sie – Männer und vielleicht Frauen – operieren ein wenig wie in einem Wildwest-Film: Sie lesen Spuren, sie entschlüsseln Wildwechsel, grenzen den Standort ein und schlagen präzise zu – quer durch Reviergrenzen, was lokale Jäger oft nicht dürfen.

Jagen im Stillen

Namen, Gesichter, Biografien sind Tabu zum Schutz der Teammitglieder. Gerüchte von einem Fährtenleser, einem Wildbiologen oder „Knipser“ als Scharfschützen kursieren – doch Ministerium und Forstliche Versuchsanstalt (FVA) schweigen dazu. Offiziell ist nur: Es sind fachkundige Spezialisten mit Top-Skills in Tracking, Schießen und Diskretion.

Denn die Erfahrung mit den Jägern, die 2006 den bayerischen „Problembären Bruno“ erlegten, mahnt zur Vorsicht: Wer sich outet als Wolfstöter, riskiert Anfeindungen, Angriffe oder Morddrohungen.

Wolfsschuss soll Touristen schützen

Das Umweltministerium hatte zuletzt entschieden, den im Nordschwarzwald heimischen Rüde mit der Bezeichnung GW2672 zum Abschuss freizugeben, um Menschen zu schützen und Wolfstourismus zu unterbinden. Der Wolf habe sich mehrfach Hunden und damit auch Menschen genähert, argumentierte die Behörde. Der letzte Wolf hierzulande wurde Mitte des 19. Jahrhunderts erschossen.