Wie lange sind in der Regel die Haftstrafen für Schwerverbrecher hierzulande? Ein Überblick über die Regelungen im Strafgesetzbuch.
Ein Häftling im Rentenalter geht mit einem Rollator über den Flur im Seniorentrakt der JVA Waldheim.
Von Markus Brauer
Hans-Georg Neumann (1936-2022) war der am längsten inhaftierte Strafgefangene in Deutschland. Er lebte ab 1962 rund 59 Jahre hinter Gittern.
Warum saß Neumann so lange hinter Gittern?
Am 13. Januar 1962 entführte Neumann in Berlin ein in einem geparkten Auto sitzendes Liebespaar und erschoss beide, nachdem die Frau auf Neumann eingeschlagen hatte. Wenige Tage später wurde er verhaftet und kam am 20. Januar 1962 in das Untersuchungsgefängnis Berlin-Moabit. Der Mann hatte schwer verletzt überlebt und konnte Neumann identifizieren, starb aber kurz darauf. Das Urteil vom 3. Mai 1963 lautete: schuldig, Zuchthaus, zweimal lebenslang. Neumann war zu diesem Zeitpunkt 25 Jahre alt.
Wie kann ein Strafgefangener in Deutschland 59 Jahre in einem Gefängnis inhaftiert sein? Um das zu verstehen, klären wie wichtige Fragen zum Strafrecht für besonders schwere Verbrechen in Deutschland:
Lebenslange Freiheitsstrafe nicht unter 10 Jahren
Diese Strafe gilt für folgende Straftaten:
Zweimal Lebenslänglich
Keine lebenslange Freiheitsstrafe für Straftäter unter 18 Jahren
Lebenslängliche Freiheitsstrafe
Wie lange ist Lebenslänglich?
Besondere Schwere der Schuld
Sicherungsverwahrung
Gestorben in Freiheit
Im März 2021 wurde Hans-Georg Neumanns Freilassung auf Bewährung angeordnet. Der genaue Zeitpunkt seiner Entlassung ist nicht bekannt. Neumann starb am 24. Mai 2022 im Alter von 85 Jahren - in Freiheit.