Mittelständler aus Künzelsau

Wie Ziehl-Abegg die Umsatzmilliarde knackt und in den USA profitiert

Ziehl-Abegg aus Künzelsau erreicht erstmals die Umsatzmilliarde. Eine neue Aufzugstechnologie ohne Seltene Erden könnte das Unternehmen weiter beflügeln.

Wie Ziehl-Abegg die Umsatzmilliarde knackt und in den USA profitiert

Solche Ventilatoren, wie hier mit Monteur Karol Maczuga im Werk Kupferzell, werden in Rechenzentren eingesetzt.

Von Imelda Flaig

Der Motoren- und Ventilatorenhersteller Ziehl-Abegg aus Künzelsau (Hohenlohekreis) profitiert vor allem vom starken Auslandsgeschäft in den USA und China. 2025 hat das Unternehmen erstmals in der 116-jährigen Firmengeschichte die Umsatzmilliarde geknackt.

Der Mittelständler hat dabei auch von der weltweit steigenden Datenflut profitiert, denn Ventilatoren des Unternehmens kommen unter anderem in Rechenzentren zum Einsatz, aber auch in Klima- und Kälteanlagen, in Aufzügen oder beispielsweise in Computertomographen.

Familienunternehmen entwickelt Weltneuheit

Viel verspricht sich das Familienunternehmen von „einer Weltneuheit“. Ziehl-Abegg ist nach eigenen Angaben das weltweit erste Unternehmen, dem es 2025 gelungen ist, eine elektrische Aufzugssynchronmaschine – also einen Aufzugsmotor – zu entwickeln, der ohne Magnete aus Seltenen Erden auskommt.

Damit will sich das Unternehmen bei der Produktion unabhängig von geopolitischen Risiken oder Exportbeschränkungen machen. „Dem Wettbewerb technologisch immer ein deutliches Stück voraus, ist unsere Devise“, sagt Vorstandschef Joachim Ley.

Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz um mehr als zwölf Prozent auf mehr als eine Milliarde Euro. „Diese Marke ist für uns mehr als nur eine Zahl – sie steht für die Leistung, das Engagement und den Zusammenhalt unserer weltweiten Teams“, sagt Ley. Der Gewinn, den der Mittelständler traditionell nicht nennt, war allerdings wegen der globalen Verwerfungen massiv unter Druck.

Punkten konnte Ziehl-Abegg vor allem im Ausland. Die USA sind mit deutlich mehr als 20 Prozent Anteil am Gesamtumsatz mittlerweile der wichtigste Auslandsmarkt, auf Platz zwei folgt China. Die im Jahr 2024 gestartete Investition von 100 Millionen Euro in ein neues Werk in den USA sei zum richtigen Zeit gekommen und stärke die lokale Präsenz und Lieferfähigkeit im nordamerikanischen Markt, teilte das Unternehmen mit.

Weltweit hat Ziehl-Abegg rund 5800 (Vorjahr 5300) Beschäftigte, davon 3000 (2800) an den süddeutschen Produktionsstandorten.