Bosch steigt bei Aleph Alpha aus

„Wir brauchen starke deutsche KI-Player“ – Lidl-Mutter übernimmt Bosch-Anteile

Die Schwarz-Gruppe aus Neckarsulm übernimmt Anteile am KI-Unternehmen Aleph Alpha von Bosch. Welche Pläne der Lidl-Mutterkonzern mit der Technologie verfolgt.

„Wir brauchen starke deutsche KI-Player“ – Lidl-Mutter übernimmt Bosch-Anteile

Bosch steigt beim KI-Start-up Aleph Alpha aus.

Von Imelda Flaig

Die Schwarz-Gruppe (Neckarsulm) übernimmt von Bosch die Anteile am KI-Unternehmen Aleph Alpha. Wie der Lidl-Mutterkonzern mitteilte, wolle man seine Position als langfristiger, verlässlicher Ankerinvestor ausbauen.

Der Technologiekonzern Bosch war über seine Wagniskapital-Tochter Bosch Ventures an Aleph Alpha beteiligt und steigt damit aus. Die Schwarz-Gruppe sieht nach eigenen Angaben in souveräner Künstlicher Intelligenz (KI) eine Schlüsseltechnologie. KI werde in allen Sparten und Bereichen der Unternehmen der Schwarz-Gruppe angewendet – von der Verwaltung, der Kundenerfahrung, dem Service, über Handelsprozesse bis hin zur Produktion von Lebensmitteln oder im Recycling. Mit der Erweiterung des Investments unterstreiche man das Vertrauen in Aleph Alpha, teilte die Schwarz-Gruppe mit.

Wie Bosch den Ausstieg bei Aleph Alpha begründet

„Wir brauchen starke deutsche KI-Player, sonst riskieren wir unsere wirtschaftliche Kraft und damit unseren Wohlstand”, sagte Rolf Schumann, Co-Chef von Schwarz Digits, der IT- und Digitalsparte der Schwarz-Gruppe. Deshalb müsse man vielversprechende Unternehmen mit Aufträgen und Investitionen unterstützen.

Schwarz und Bosch waren Ende 2023 gemeinsam im Rahmen einer Finanzierungsrunde von rund einer halben Milliarde Euro, bei der auch andere Finanzgeber dabei waren, in Aleph Alpha eingestiegen. Damals galt das Heidelberger KI-Start-up als große europäische Hoffnung auf eigene KI-Sprachmodelle, um von ChatGPT und Co nicht abgehängt zu werden. Die Erwartungen konnte Aleph Alpha aber nicht erfüllen und passte seine Strategie an.

Bosch begründete seinen Ausstieg aus Aleph Alpha gegenüber dem „Manager Magazin“ mit der mangelnden Relevanz des Start-ups fürs eigene Geschäft. „Der Schwerpunkt der Investmenttätigkeit von Bosch Ventures liegt auf Technologieunternehmen, die an Themen arbeiten, die für Bosch aktuell und künftig von Bedeutung sind. Aleph Alpha hingegen hat sich zuletzt stark auf Anwendungsfelder in der öffentlichen Hand, Behörden, Handel und dem Finanzwesen fokussiert“, wird das Bosch-Statement zitiert.

Der Deal steht unter Vorbehalt der behördlichen Genehmigungen.