Der Reiseblogger Jake Rosmarin sitzt auf dem Quarantäne-Schiff MV Hondius fest. In einem emotionalen Video schildert er nun die quälende Ungewissheit auf dem Kreuzfahrtschiff.
Jake Rosmarin in Quarantäne an Bord der „MV Hondius“.
Von Michael Maier
Normalerweise nimmt uns Jake Rosmarin mit an die entlegensten und faszinierendsten Orte der Welt. Der Reisebüro-Mitarbeiter und Content Creator aus Florida ist ein Spezialist für Natur- und Wildtierreisen. Ob Pinguine in der Antarktis oder die raue Natur auf Tristan da Cunha – Jakes Bilder wecken Fernweh. Doch seine aktuelle Expedition auf der MV Hondius ist zum Albtraum geworden.
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Das Kreuzfahrtschiff steckt derzeit vor der Küste der Kapverden fest und steht unter strenger Quarantäne. Es darf nicht landen nachdem an Bord das Hantavirus ausgebrochen ist. Anstatt atemberaubender Naturaufnahmen teilt Jake Rosmarin nun die bittere Realität einer Ausnahmesituation. In einem sehr emotionalen Video wendet er sich direkt an die Öffentlichkeit und gibt den Betroffenen an Bord ein Gesicht.
„Normalerweise würde ich so ein Video nicht machen, aber ich habe das Gefühl, dass ich etwas sagen muss“, beginnt Jake sichtlich ergriffen. Er hat sichtbar Mühe in der Stresssituation die richtigen Worte zu finden und schluchzt teilweise.
Quälende Ungewissheit auf Kreuzfahrtschiff Hondius
„Was hier gerade passiert, ist für uns alle sehr real“, erklärt er. „Wir sind nicht nur eine Geschichte. Wir sind nicht nur Schlagzeilen. Wir sind Menschen. Menschen mit Familien, mit einem eigenen Leben, mit Leuten, die zu Hause auf uns warten.“
Jake Rosmarin beschreibt die quälende Ungewissheit an Bord als den schwersten Teil dieser Krise. Die Passagiere und die Crew sind auf dem Schiff isoliert, während die Weltöffentlichkeit zuschaut. Sein Wunsch ist dabei so simpel wie verständlich: „Alles, was wir gerade wollen, ist uns sicher zu fühlen, Klarheit zu haben und nach Hause zu kommen.“
Jake Rosmarin schildert Situation auf Kreuzfahrtschiff vor Kap Verde
Zum Ende seines Videos bittet der Reiseblogger darum, nicht zu vergessen, dass hinter der medialen Berichterstattung echte Schicksale stecken. Es sei nichts, was einfach „irgendwo weit weg“ passiere, sondern die harte Realität für ihn und hunderte andere Menschen genau in diesem Moment. Er verspricht, mehr mitzuteilen, sobald er kann, und bittet bis dahin lediglich um „Gütigkeit und Verständnis“ („kindness and understanding“).