Zwei von unzähligen schaurigen Gestalten, die die Traumatica-Besucher in Rust in Anst und Schrecken versetzen.
Von Arne Hahn
Tore, die besser geschlossen geblieben wären, haben sich wieder geöffnet: Bei der Vorpremiere von „Traumatica“ tauchten Hunderte Gäste in Rust (Ortenaukreis) in eine schaurige Welt ein. Was 2007 mit den „Terenzi Horror Nights“ begann, hat sich in zwei Jahrzehnten zu einem der bekanntesten Horror-Events Europas entwickelt. Gemeinsam mit Sänger Marc Terenzi schuf der Europa-Park damals ein eigenständiges Horror-Erlebnis für Erwachsene nach dem regulären Parkbetrieb. 20 Jahre später präsentiert sich das Horror-Event so intensiv und spektakulär wie nie. Wir waren dabei und haben uns den dunklen Mächten gestellt – und hatten furchtbaren Spaß.
Seit der Premiere 2007 wurde das Event nämlich stets weiterentwickelt und perfektioniert, und wurde 2017 zu „Horror Nights – Traumatica. Seither wurde die Veranstaltung kontinuierlich um neue Horror-Attraktionen, Shows, interaktive Elemente und eine immer umfassendere Storywelt erweitert. In diesem Jahr feiert der Europa-Park unter dem Titel „20 Jahre Horror – 10 Jahre Traumatica!“ zwei Jahrzehnte voller Angst, Schrecken und außergewöhnlicher Unterhaltung. Vom 23. September bis zum 7. November erwartet die Besucher eine neue Dimension des Schreckens: acht Horror-Attraktionen, furchteinflößende Kreaturen, spektakuläre Shows und immersive Erlebnisse. Und das Ganze finsterer und unheimlicher denn je.
„Mit Traumatica haben wir eine unverwechselbare Welt geschaffen, die sich kontinuierlich weiterentwickelt. Das doppelte Jubiläum ist für uns ein besonderer Meilenstein und zugleich der Beginn eines neuen, erschreckenden Kapitels. Ganz besonders freue ich mich darauf, dieses Jubiläum gemeinsam mit Marc Terenzi zu feiern und den Vampires Club an den ersten beiden Wochenenden wieder öffnen zu können“, sagt Michael Mack, geschäftsführender Gesellschafter Europa-Park, bevor er sich bei der Vorpremiere unter die Besucher mischte.
In den acht regulären Horror-Attraktionen taucht man in unterschiedliche Welten voller düsterer Geschichten, bedrohlicher Kreaturen und unerwarteter Begegnungen ein. Hinter jeder Tür kann eine neue Gefahr lauern und schon verschwimmen die Grenzen zwischen Inszenierung und Wirklichkeit.
Wakala’s Wonderland
Wakala ist der Name des mittlerweile zum Lieblingsmonster mutierten Horror-Kaninchen. In diesem Haus verwandelt sich ein vermeintlicher Familienpark in eine völlig aus den Fugen geratene Mixtur aus Plüschtier- und Hüpfburgparadies. Hinter den farbenfrohen grellen Spielbereichen und dem auf den ersten Blick freundlichen Personal verbirgt sich eine Welt, in der die Grenzen zwischen kindlicher Freude und blankem Entsetzen zunehmend verschwimmen. Das Ganze gipfelt in nervenaufreibenden Irrgängen, in denen man zum Teil minutenlang nach dem Ausgang sucht.
Day 1
Dieses Haus ist komplett neu und hat es in sich. Die Story: Der erste Tag der Apokalypse ist angebrochen und die Möglichkeiten zur Flucht werden immer geringer. Während die Gefahr unaufhaltsam näher rückt, greifen die Überlebenden nach ihrer vermeintlich letzten Chance, ohne zu wissen, ob die rettende Sicherheit tatsächlich zum Greifen nah ist oder das eigentliche Ende gerade erst beginnt. Wir wollen nicht zu viel verraten, aber dieses neue Haus lässt das bislang an dieser Stelle gelandete Raumschiff und seine Aliens völlig vergessen.
The Field
In dieser neuen Ecke auf dem Gelände verwandelt sich ein scheinbar idyllischer, ruhiger Abendspaziergang durch ein echtes Maisfeld in einen Albtraum. Dann nämlich, wenn man merkt, dass man im Dunkeln nicht allein ist. Einfach nur toll gemacht mit klasse Effekten.
Tarot House
Seit Jahren nicht mehr wegzudenken ist das Tarot House, das mittlerweile zu einer verfluchten Gruft geworden ist, in der Madame Monroe, die Geister ihres Zirkels und die von ihr beschworenen Dämonen nach neuen Seelen suchen. Das Haus bietet viele neue Effekte. Immer wieder beeindruckend ist dabei der Abstieg durch den Sumpf – visuell ein absoluter Höhepunkt.
Dark Remains
Auch ein neues Haus. Dort, wo sich in den vergangenen beiden Jahren im „Cinema Macabre“ der Vorhang für eine schaurige Filmvorführung lüftete, geht es jetzt tief unter die Erde. In diesem unterirdischen Labyrinth aus Gräbern sind aber nicht nur die Traumatica-Besucher unterwegs und nicht alles, was dort in der Dunkelheit begraben wurde, schläft noch. Auch wenn das „Cinema Macabre“ ein tolles Haus war, ist es beim Gang durch die Katakomben schnell vergessen.
The Hill
Optisch und atmosphärisch immer wieder ein Highlight: Die Suche nach den vermissten Kindern. Gut gemacht, aber in diesem Jahr vielleicht nicht ganz so gruselig, da es im Gegensatz zu den anderen Häusern doch etwas weniger Schreckmomente gibt. Nicht falsch verstehen, wer sich zum ersten Mal auf dem Hügel auf Suche nach den vermissten Kindern begibt, wird seinen Spaß haben.
Murderdome
Bekannt und beliebt: Der Murderdome unter der Kuppel eines Zirkuszeltes. Beim Gang durch den Murderdome warten auf die Besucher nicht nur jede Menge gruselige Gestalten, sondern auch etliche Hindernisse. Da kann ein vermeintlich harmloses Bällebad beim Durchqueren ganz schnell zur tückischen Falle werden.
Studio-13
Die imaginäre Filmproduktionsfirma Traumatica Pictures bittet hier erneut zum Casting und lädt vielversprechende Teilnehmer zurück in das Studio-13. Hier taucht man schon vor dem Betreten in die Horrorfilmwelt ein, bevor es mit dem Aufzug zur Casting-Jury geht. Neue Effekte und eine tolle Crew machen dieses Haus immer wieder zu einem Erlebnis.
The Hotel
Wem das alles noch nicht genug ist, der kann sein Ticket upgraden und in „The Hotel“ einchecken. Dort erwartet besonders Unerschrockene eine besonders intensive Erfahrung. Gemeinsam mit Geisterjägern betritt man ein verlassenes Hotel, das seine Gäste nicht mehr gehen lassen möchte. Das Vollkontakt-Erlebnis wird allein durchlaufen und ist ausschließlich für Personen ab 18 Jahren zugänglich. Völlig alleine unter Monstern? Zugegeben, das ist ziemlich beklemmend, aber wenn man es nach 20 Minuten geschafft hat, ein ganz besonderes Erlebnis.
Das Horror-Festival Traumatica beim Europa-Park in Rust feiert Jubiläum und präsentiert sich so intensiv wie nie.
Die Schöpfer und ihre Kreaturen