IHK-Konjunkturumfrage

Wo die Südwest-Unternehmen die größten Risiken sehen

Die Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammern in Baden-Württemberg fördert eine weiter zunehmende Skepsis der Betriebe zutage – und zeigt die Hauptprobleme auf.

Wo die Südwest-Unternehmen die größten Risiken sehen

Noch macht die Südwest-Wirtschaft nicht den Laden dicht – aber die Stimmung ist trübe.

Von Matthias Schiermeyer

In der Südwestwirtschaft greift weiter der Pessimismus um sich – obwohl sich die Folgen des Iran-Konflikts noch nicht gänzlich in den Geschäften niederschlagen. Trübe Aussichten überwiegen, wie die neue Konjunkturumfrage der zwölf Industrie- und Handelskammern im Land zeigt. Die IHK’s setzen nun auf die neue Landesregierung, die „Tempo machen“ und bei der Wirtschaftsförderung „Prioritäten setzen“ solle.

Von Mitte April bis Anfang Mai hatten sich mehr als 3600 Unternehmen beteiligt. Demnach bewerten 28 Prozent der Betriebe ihre Geschäftslage als gut und 21 Prozent als schlecht. Nur noch 17 Prozent rechnen mit besseren Geschäften in den nächsten zwölf Monaten, während schon 28 Prozent von einer Verschlechterung ausgehen.

Toprisiken: Inlandsnachfrage, Energiepreise, Arbeitskosten

61 Prozent der Unternehmen sehen in der schwachen Inlandsnachfrage das größte Risiko, dicht gefolgt von den hohen Energiepreisen. Die Arbeitskosten folgen auf Platz drei der Toprisiken. Auch geopolitische Spannungen gewinnen durch den Nahost-Konflikt stark an Bedeutung. Auf Rang fünf der Gefahren folgen die hohen Rohstoffpreise. Der Fachkräftemangel rückt dagegen als Dauerproblem etwas in den Hintergrund.

Die Investitionsbereitschaft bleibt verhalten; nur 19 Prozent der investierenden Unternehmen planen Kapazitätserweiterungen. Auch am Arbeitsmarkt zeichnet sich keine Entspannung ab: Gut jedes vierte Unternehmen rechnet mit sinkenden Beschäftigtenzahlen, lediglich zwölf Prozent mit zusätzlichem Personalaufbau.

Dienstleistungssektor bleibt wichtigste Stütze der Wirtschaft

Die Stimmung in den Wirtschaftszweigen unterscheidet sich: Im Baugewerbe hat sie sich wieder eingetrübt. Der Handel und das Gastgewerbe bleiben unter Druck, weil sich viele Verbraucher wegen höherer Preise und wirtschaftlicher Unsicherheit mit größeren Anschaffungen zurückhalten. Auch im Verkehrssektor sieht die Perspektiver düsterer aus. Der Dienstleistungssektor bleibt die wichtigste Stütze der Wirtschaft, obwohl die Stimmung schlechter geworden ist.