In der Fläche bleibt Baden-Württemberg ein CDU-Land. Doch in mehr als 200 Kommunen triumphieren die Grünen bei der Landtagswahl, in 35 die AfD – und in einer gar niemand.
Vertreten drei Parteien mit unterschiedlichen Hochburgen: Manuel Hagel (CDU), Cem Özdemir (Grüne) und Markus Frohnmaier (AfD)
Von Jan Georg Plavec
Mit einem hauchdünnen Vorsprung von 27.318 Zweitstimmen haben die Grünen die Landtagswahl in Baden-Württemberg vor der CDU gewonnen. Im Landtag werden allerdings genau gleich viele Abgeordnete von Grünen und CDU sitzen. Dazu 35 von der AfD sowie 10 von der SPD.
Welchen Wählerwillen vertritt das neue Parlament? Das zeigt der Blick auf die folgende Karte. Jede Gemeinde im Land ist darauf nach der Partei eingefärbt, die jeweils die meisten Zweitstimmen erhalten hat.
Landtagswahl Baden-Württemberg: Karte zeigt Hochburgen der Parteien
Man sieht: In der dünner besiedelten Fläche ist Baden-Württemberg CDU-Land – die Konservativen liegen in 837 Gemeinden vorn. Rund um die Städte, in Südbaden und am Bodensee gibt es ausgeprägte grüne Inseln (228 Gemeinden mit Grünen-Mehrheit). Und dazwischen immer wieder blaue Flecken mit AfD-Mehrheit, 35 insgesamt.
Die Karte ist, jedenfalls bezogen auf die grünen Inseln, eine andere als nach der Bundestagswahl. Damals holten die Grünen fast nirgends die Mehrheit der Zweitstimmen. Ziemlich konstant sind dagegen die blauen Flecken auf der Karte, also Orte mit AfD-Mehrheit.
Landtagswahl Baden-Württemberg: Hier hat die AfD die Mehrheit
Zu den dieses und schon vergangenes Jahr pro AfD eingestellten Städten und Gemeinden zählen:
CDU holt im Hagel-Wahlkreis 63 Prozent
837 Kommunen sind in der Karte schwarz eingefärbt, also mit CDU-Stimmenmehrheit. Am schwärzesten ist einmal mehr Grundsheim im Alb-Donau-Kreis; hier holte die CDU 63 Prozent aller Zweitstimmen. Grundsheim liegt im Wahlkreis Ehingen, also dem Wahlkreis von Manuel Hagel. Der CDU-Spitzenkandidat siegte hier mit 47,1 Prozent der Stimmen. In insgesamt neun Gemeinden dieses Wahlkreises erhielt Hagel mehr als die Hälfte der Erststimmen.
Landtagswahl Baden-Württemberg: Tübingen ist die Grünen-Hochburg
Die absolute Grünen-Hochburg ist einmal mehr Tübingen mit 53,2 Prozent Zweitstimmenanteil. In Freiburg (48,7 Prozent) und Heidelberg (47,4 Prozent) kamen die Grünen jedenfalls in die Nähe der absoluten Mehrheit. Ganz knapp grün ist dagegen Heilbronn, hier reichten 26,9 Prozent der Zweitstimmen.
Die AfD holt ihren Zweitstimmenrekord diesmal in Reichenbach (Kreis Tuttlingen, 38,2 Prozent). In Spiegelberg (35,4 Prozent) erreichte die Partei mehr oder weniger ihr Ergebnis von der Bundestagswahl von vor einem Jahr.
Gar keinen Gewinner kennt die Landtagswahl dagegen in Gunningen (Kreis Tuttlingen). Hier kommen CDU und AfD gleichermaßen auf 143 Zweitstimmen (35 Prozent). Gunningen ist damit neben dem gemeindefreien Gutsbezirk Münsingen der einzige weiße Fleck auf der politischen Landkarte nach der Wahl vom 8. März.