Ex-Trigema-Chef

Wolfgang Grupp: „Das Schönste im Leben ist nicht, sein Geld zu zählen“

Nach seinem Suizidversuch spricht Wolfgang Grupp über Angst, Leere und den Weg zurück. Das größte Glück ist nicht Geld – sondern wieder gebraucht zu werden.

Wolfgang   Grupp: „Das Schönste im Leben ist nicht, sein Geld zu zählen“

Wolfgang Grupp lässt es inzwischen langsamer angehen (Archivbild).

Von red/dpa/lsw

Nach seinem Rückzug lässt es der frühere Trigema-Chef Wolfgang Grupp langsamer angehen. „Ich habe alles in meinem Leben gemacht, was ich machen wollte, und jetzt lasse ich alles auf mich zukommen“, sagte Grupp in der SWR1-Sendung Leute. 

Seinen Suizidversuch im vergangenen Jahr – ein Kurzschluss, wie Grupp jetzt sagt – habe er sofort sehr bereut, und er werde dies sicher nicht wiederholen. Sein Gehör habe darunter gelitten. 

„Das Schönste im Leben ist nicht, sein Geld zu zählen den ganzen Tag, sondern das Gefühl zu haben, von anderen noch gebraucht oder gern gesehen zu werden.“ Dieses spüre er wieder, sagte Grupp. „Das gibt es mal im Leben, das man einen Aussetzer hat. Und den hatte ich.“ Er habe sich damals selbst vorgemacht, dass er wertlos geworden sei. Nun nehme er Medikamente ein.

Hatte Grupp Glück im Leben?

Der 84-Jährige hatte Mitte vergangenen Jahres einen Suizidversuch öffentlich gemacht. Er habe an Altersdepression gelitten und sich Gedanken darüber gemacht, ob er überhaupt noch gebraucht werde, hieß es in einem Brief an seine ehemaligen Mitarbeiter. Er bedauere sehr, was geschehen sei und würde es gerne ungeschehen machen, hatte der Unternehmer geschrieben. 

Auf die Frage, was Glück sei und ob er Glück in seinem Leben gehabt habe, entgegnete Grupp: „Glück ist, dass gewisse Probleme an einem vorbeigegangen sind, dass ich mich glücklich schätze, dass ich die und die Krankheit nicht gehabt habe. Glück ist ein Zufallsprinzip. Die, die mehr Pech haben, sind zu bedauern. Mehr Glück haben ist angenehmer.“

Sie haben suizidale Gedanken? Hier wird Ihnen geholfen 

Wenn Sie selbst unter Depressionen leiden oder Suizidgedanken haben, wenden Sie sich bitte sofort an die Telefonseelsorge. Auch wenn eine nahestehende Person betroffen ist, zögern Sie nicht, die Telefonseelsorge zu kontaktieren. Telefonnummer: 0800 1110 111

Hilfe für Betroffene und Angehörige

Es ist wichtig, dass Eltern, Verwandte und Freunde besonders aufmerksam sind, wenn bei Kindern oder Jugendlichen Anzeichen von Depressionen oder Suizidgefahr auftreten. Im Jahr 2023 war Suizid die häufigste Todesursache bei jungen Menschen im Alter von 10 bis 25 Jahren.

Auch hier gibt professionelle Hilfe:

www.deutsche-depressionshilfe.de

Info-Telefon Depression für Betroffene und Angehörige: 0800 33 44 5 33

E-Mail-Beratung für Betroffene und Angehörige: bravetogether@deutsche-depressionshilfe.de

Kinder und Jugendtelefon: 116 111 (Montag bis samstags 14 bis 20 Uhr)

Eine Liste mit Hilfsangeboten findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention: https://www.suizidprophylaxe.de/