Islamisten in Deutschland

Zahl antisemitischer Straftaten auf Höchststand

Die Zahl islamistisch motivierter antisemitischer Straftaten ist 2025 laut BKA auf 670 Fälle gestiegen. Was Politik und jüdische Verbände deswegen fordern.

Zahl antisemitischer Straftaten auf Höchststand

Demo in Berlin gegen Antisemitismus, mit Volker Beck, Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Berlin (Archivbild).

Von Markus Brauer

Die Zahl islamistisch motivierter antisemitischer Straftaten in Deutschland hat einem Medienbericht zufolge im Jahr 2025 einen neuen Höchststand erreicht. Das Bundeskriminalamt (BKA) registrierte demnach im vergangenen Jahr insgesamt 670 Fälle und damit rund sechs Prozent mehr als 2024. Die „Welt am Sonntag“ beruft sich auf eine Sonderauswertung der Bundesregierung für die Grünen-Bundestagsabgeordnete Lamya Kaddor.

Die Taten reichen demnach von Terrorverherrlichung und Beleidigungen über Sachbeschädigungen bis zu schweren Gewalttaten.

Zahlen seit Hamas-Angriff stark gestiegen

Insgesamt sind die Fallzahlen laut BKA seit dem Großangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 stark gestiegen:

„Bedrohung auf einem unerträglichen Niveau“

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, erklärt , die Bedrohung für Jüdinnen und Juden habe sich „auf einem unerträglichen Niveau“ festgesetzt. „Der islamistisch geprägte Judenhass entlädt sich heute ganz offen auf Straßen, an Hochschulen und im Netz.“

Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) warnt: „Seit dem 7. Oktober 2023 ist der Antisemitismus zu einem zentralen Mobilisierungsthema der Islamisten geworden.“ Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) betont: „Islamisten kommen heute übers Handy. Wir dürfen ihnen diese Tür nicht offenlassen.“

Wie die Bundesregierung reagiert

Die Bundesregierung will ihre Gegenmaßnahmen verstärken. Ein neu besetzter Beraterkreis des Bundesinnenministeriums zur Islamismusprävention soll nach Informationen der Zeitung zum Jahreswechsel Empfehlungen vorlegen. Der Parlamentarische Staatssekretär Christoph de Vries (CDU) begrüßt, dass sich das Gremium auch mit muslimischem Antisemitismus in deutschen Großstädten beschäftige.

Poseck fordert ein „entschlossenes Vorgehen gegen islamistische Propaganda im Internet“, die konsequente Nutzung von Vereinsverboten und aufenthaltsrechtliche Konsequenzen für ausländische Straftäter, die Judenhass verbreiteten. (mit AFP)