Kwasniok entschuldigt sich nach Fan-Kritik

90-Jähriger stirbt nach Notfall im Stadion

Nach seinen umstrittenen Aussagen über fehlenden Fan-Support schlägt Lukas Kwasniok nun deutlich leisere Töne an. Der Köln-Coach bittet um Entschuldigung und findet bewegende Worte nach dem Tod eines 90-jährigen Anhängers.

90-Jähriger stirbt nach Notfall im Stadion

Lukas Kwasniok vom Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln hat nach irritierenden Worten um Entschuldigung gebeten.

Von Florian Huth

Lukas Kwasniok hat nach seinen irritierenden Aussagen rund um das Heimspiel des 1. FC Köln gegen die TSG 1899 Hoffenheim (2:2) um Entschuldigung gebeten. Der Trainer hatte sich unmittelbar nach der Partie über ausbleibende Unterstützung von den Rängen beklagt – ohne zu wissen, dass es während des Spiels zu einem medizinischen Notfall gekommen war. Ein 90 Jahre alter Fan erlag am Tag darauf im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Kwasniok: „Ich bitte um Entschuldigung“

Vor dem Auswärtsspiel beim FC Augsburg am Freitagabend ruderte Kwasniok zurück. „Ich bitte um Entschuldigung“, sagte er: „Ich glaube, es gibt zwei Dinge, die wichtiger sind als der Fußball. Das ist die Geburt und der Tod eines Menschen.“

Kwasniok hat Situation im Stadion falsch wargenommen

Die Situation im Stadion sei für ihn zunächst „unübersichtlich“ gewesen. „Mittlerweile haben wir aus den Medien entnommen, dass ein FC-Fan verstorben ist. Ich hoffe, das ist der richtige Moment, um mein Beileid auszusprechen, ihnen viel Kraft zu wünschen. Es gibt, glaube ich, im Leben nichts Schlimmeres, als einen geliebten Menschen zu verlieren. Das ist mir extrem wichtig.“

Stimmungsboykotts in Köln

In der Vergangenheit hatte es beim Aufsteiger bereits mehrfach Stimmungsboykotts gegeben. Kwasniok verwies auf den sportlichen Zwiespalt: Ohne Support sei die Mannschaft schwächer, zugleich gehe es immer auch um Menschlichkeit. Der Spagat sei „nicht einfach, weil es auf der einen Seite immer um Menschlichkeit geht, aber im Leistungssport auf der anderen Seite einzig und allein um Punkte. Und daran werde ich gemessen“, sagte der 44-Jährige. Sein Fokus habe darauf gelegen, „dass ich das auch schade fand, dass das zum wiederholten Male der Fall gewesen ist. Aber wenn die Werte und die Vereinbarungen auch in den Kurven so sind, dann gilt es, das zu akzeptieren.“

Kwasniok sorgte mit Aussagen für viel Kritik

Bereits am Samstag hatte Kwasniok erklärt, ein eingestellter Support sei grundsätzlich bedauerlich, „weil das Heimspiel in dem Moment dann nicht mehr ein solcher Vorteil ist, wie es mit Support der Südkurve der Fall ist“. Diese Aussagen hatten im Anschluss für deutliche Kritik gesorgt.