Die Stuttgarter Kickers verlieren das WFV-Pokal-Finale vor 8533 Zuschauern gegen die SG Sonnenhof Großaspach mit 1:4. Der Drittliga-Aufsteiger sichert sich damit erneut das Double.
Umkämpftes Finale: Milan Petrovic gegen Großaspachs Michael Kleinschrodt (re.).
Von Jürgen Frey
Regionalligist Stuttgarter Kickers hat es verpasst, zum vierten Mal nach 2005, 2006 und 2022 den Pokal des Württembergischen Fußball-Verbandes (WFV) zu holen: Das 1:4 (0:1) gegen Regionalliga-Meister und Drittliga-Aufsteiger SG Sonnenhof Großasapch bedeutete dagegen für den Dorfklub nicht nur das zweite Double in Serie, sondern auch die Qualifikation für die erste DFB-Pokal-Runde (21. bis 24. August). Die Auslosung findet am 6. Juni (18 Uhr) statt.
„Ich fühle mich leer, bin aber stolz auf meine Jungs, die alles gegeben haben. Wir werden wieder aufstehen“, sagte Kickers-Interim-Chefcoach Kerem Arslan, der im fünften – und wichtigsten – Pflichtspiel erstmals mit seinem Team verlor. Sein Kollege Pascal Reinhardt zeigte sich überglücklich: „Unsere Geschlossenheit und die Glaube an unsere Stärke war der Schlüssel für unseren Erfolg. Die Reise geht weiter, aber ich weiß gar nicht, wie wir das alles toppen wollen.“
Die Kickers waren vor der WFV-Pokal-Rekordkulisse von 8533 Zuschauern mit viel Power in die Partie gestartet und bestimmten die Anfangsviertelstunde eindeutig. Danach ging es enorm umkämpft und ausgeglichen weiter. Die SG spielte gradlinig, schnörkellos und schlug in der 28. Minute eiskalt zu. Eine Flanke von Luca Molinari verwandelte Michael Kleinschrodt zum 1:0. Der künftige Aalener war auch in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit zur Stelle und köpfte den Ball knapp über die Linie. Kickers-Keeper Felix Dornebusch schob das Leder nach vorne – Schiedsrichter Roman Reck und dem Assistenten waren offenbar die Sicht versperrt – sie gaben den Treffer nicht.
Nach der Pause wirkte das Team von Trainer Pascal Reinhardt abgeklärter, cleverer und reifer. SG-Torjäger Fabian Eisele sorgte mit einem verwandelten Foulelfmeter für das 2:0 (64.). Elias Rahn war im Laufduell mit Melkamu Frauendorf im Strafraum zu Fall gekommen. Frauendorf sah dafür Gelb und nach einem Zweikampf in der 70. Minute die Gelb-Rote Karte – eine zu harte Entscheidung.
Die Kickers gaben auch in Unterzahl nicht auf, kamen durch Mario Borac zum 1:2-Anschlusstreffer (76.). Kurz danach hatte der eingewechselte David Stojak die Chance zum Ausgleich, sein Schuss zischte übers Tor. Fast im Gegenzug schlugen wieder die effizienten Großaspacher zu. Der eingewechselte Mert Tasdelen erzielte das 3:1 (78.).
Aufregung gab es noch in der 90. Minute. Einige Kickers-Fans aus dem B-Block sprangen aus Frust und Ärger über den Schiedsrichter über den Zaun – der Unparteiische unterbrach die Partie für fünf Minuten. Danach ging es weiter, Tasdelen machte noch das 4:1 in der Nachspielzeit – und die SG Sonnenhof Großaspach jubelte nach 2009 und 2025 über ihren dritten WFV-Pokal-Gewinn.
Aufstellungen
Stuttgarter Kickers: Dornebusch – Petrovic, Schwab, Borac (86. Fundel) – Udogu (90. Mulaj), Lockl (65. Faß), Blank, Frauendorf – Tomic, Mauersberger (76. Berisha) – Braig (76. Stojak).
Bank: Neaime, Bromma, Kiefer, Zaiser, Skenderovic.
Nicht im Kader: Mitrovic, Danquah, Abdullahu, Mboob, Schembri, Unsöld.
SG Sonnenhof Großaspach: Reule – Rahn (90. Janes), Aidonis, Nuraj, Molinari (79. Mistl) – Loris Maier (90. Leon Maier), Celiktas, Kunde, Pollex (83. Stoppel) – Kleinschrodt, Eisele (67. Tasdelen).
Das Gazi-Stadion vor dem Spiel.
Die Kickers-Fans in freudiger Erwartung.
Alles fest in blauer Hand.
Kickers-Interimstrainer Kerem Arslan
Großaspach-Coach Pascal Reinhardt
Prominente Zuschauer: Spielerberater Uli Ferber und Sängerin Andrea Berg.
Kickers-Fans beim Pyro anzünden.
Michael Kleinschrodt erzielt das 1:0 für Großaspach.
Die Großaspacher bejubeln den Treffer.
Schiedsrichter Roman Reck zeigt Kickers-Spieler Melkamu Frauendorf nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte.
Nach dem Spiel bejubelt Andrea Berg die siegreiche SG Sonnenhof Großaspach.