Fußball-Landesliga

Bei Auswärtssieg des TSV Bernhausen: Einer wird vom Unglücksraben zum Retter

Die Landesliga-Fußballer des TSV Bernhausen überzeugen mit einem 3:1-Sieg in Bad Boll – und ein zuletzt Gescholtener sammelt persönliche Pluspunkte.

Bei Auswärtssieg des TSV Bernhausen: Einer wird vom Unglücksraben zum Retter

Der Torhüter Alexander Lang hielt die Bernhausener Führung fest.

Von Franz Stettmer

Wie hatte der Trainer Ugur Yilmaz die Marschroute formuliert? „Peu à peu ein bisschen besser werden.“ Nach dem nahezu kompletten Kaderneuaufbau von Woche zu Woche als Mannschaft einen Tick steigern. Insofern war der Auftritt dieses Samstags eigentlich eine Abweichung vom Plan. Denn nimmt man das vorangegangene 0:2 gegen den SC Geislingen zum Maßstab, haben die Landesliga-Fußballer des TSV Bernhausen nicht nur ein bisschen oder einen Tick zugelegt – die Leistung zum 3:1-Auswärtssieg beim TSV Bad Boll war vielmehr ein großer Schritt in die aus Gästesicht richtige Richtung.

„Die Mannschaft hat mega gut und sehr diszipliniert gegen den Ball gearbeitet“, sagt Yilmaz, „man hat gesehen, dass die Jungs wollen, und dieser Fleiß wurde belohnt.“ Hinzu kam eine diesmal größere Kaltschnäuzigkeit beim Torabschluss. Unter dem Strich standen zwar weniger Bernhausener Möglichkeiten als in den Spielen zuvor, diese nutzten die Fleinsbachkicker aber konsequent. Und irritieren ließen sie sich dabei auch nicht durch einen 0:1-Rückstand, für den der Boller Torjäger Baran Ates verantwortlich zeichnete (33.). Nach einer verunglückten Kopfballabwehr der Yilmaz-Elf nahm der 25-Jährige von der Strafraumgrenze aus Maß, und prompt war die Kugel drin. Für Ates Treffer Nummer 65 in nun 88 Punktspielen für seinen Verein.

TSV Bernhausen: Gorgoglione mit Musterpässen

Doch die Bernhausener Antworten sollten folgen. Bei den drei eigenen Toren war es jeweils das gleiche Strickmuster: Balleroberung in der gegnerischen Hälfte, schnelles Umschaltspiel, und am Ende Jubel. Die Schützen hießen Mertcan Özocak (45.), Ekrem Servi (55.) und Santiago Potenza (90.+3), Letzterer als Einwechselspieler. In den ersten beiden Fällen fungierte Riccardo Gorgoglione mit Musterpässen als Initiator, ehe Servi beziehungsweise Fabian Leidenbach final auflegten.

Der eigentliche Matchwinner war aus Yilmaz’ Sicht jedoch ein anderer – nämlich sein Mann im Tor. Jener, der vom Verbandsligisten SV Fellbach geholte Alexander Lang, hatte an den ersten Spieltagen einiges an Kritik einstecken müssen. Zuletzt, ganz unstrittig, hatte der 27-Jährige mit einem kapitalen Bock die erwähnte Geislingen-Schlappe eingeleitet. Nun aber? Vom Unglücksraben zum Retter. Persönliche Pluspunkte für den Neuen, an dessen Fähigkeiten es von den Bernhausener Verantwortlichen freilich eh nie Zweifel gegeben hatte.

In der entscheidenden Schlussphase, bei einem noch nur knappen 2:1, hielt Lang mit zwei Paraden die Führung fest. Erst kratzte der Nachfolger des nach Neuhausen gewechselten Matej Livancic einen Distanzschuss aus dem Torwinkel, dann behauptete er sich in einer Eins-gegen-eins-Situation.

„Stark gemacht von ihm“, lobt Yilmaz. Und noch ein Bereich, in dem gilt: nicht nur ein bisschen gesteigert, sondern gleich richtig. Mit nun sieben Zählern aus vier Spielen darf fürs Team insgesamt von einem ordentlichen Saisonstart die Rede sein, ehe es nun am nächsten Sonntag in die schwere Heimaufgabe gegen den Titelmitfavoriten Waldstetten geht.

TSV Bernhausen: Spieler des Spiels

Alexander Lang (Nominierungen: 1). In der entscheidenden Phase des Spiels mit zwei Paraden zur Stelle. Strahlte auch sonst Ruhe und Sicherheit aus.

TSV Bad Boll: Telles-Villalobos – Suddoth, Unger, Caliskan, Mändle – Seltenreich (81. Fuchs), Handanagic (89. Erceg), Jonus – Francisco Römpfer, Ates, Ascherl (68. Strodel).TSV Bernhausen: Lang – Kranz (85. Vlasic), Fuhl, Schestakow, Wanner, Leidenbach (74. Potenza) – Özocak, Gorgoglione (83. Galla) – Acholonu (90.+1 Karakoc) – Fickeisen, Servi (66. Ajvazi).