Beim angeschlagenen Gegner nachlegen

Aspachs Fußball-Drittligist gastiert in Aalen, das als Schlusslicht mit dem Rücken zur Wand steht

Von Uwe Flegel

Im Zeichen des Abstiegskampfs steht heute ab 19 Uhr die Drittliga-Partie zwischen dem VfR Aalen und der SG Sonnenhof Großaspach. Unter Zugzwang stehen im Aalener Rohrwang vor allem die Fußballer von der Ostalb. Mit 17 Punkten sind sie Tabellenletzter. Bei der Elf aus dem Fautenhau sieht die Situation nach den beiden unerwarteten Siegen gegen die Aufstiegsaspiranten Osnabrück (2:0) und Uerdingen (3:2) dagegen ein wenig freundlicher aus. Sie sind von den Abstiegsplätzen auf Rang 15 hochgeklettert. Doch die 27 Zähler reichen der SG bei Weitem nicht, um sich ein sechstes Jahr in Liga drei zu sichern. Für Abwehrkämpen Kai Gehring steht deshalb fest, dass der neue Schwung der beiden jüngsten Erfolge mit ins Schwabenduell genommen werden soll, um dort punktetechnisch nachzulegen. Denn: „Erreicht ist noch gar nichts“, so der Innenverteidiger, der gegen Uerdingen wegen seiner Gelbsperre fehlte, heute in der Ostalb-Arena aber wieder an Bord ist.

Trainer Florian Schnorrenberg lässt sich nicht in die Karten blicken, wenn es um die Anfangsformation für den Auftritt beim Letzten geht. Große Änderungen wird’s gegenüber dem Erfolg über Uerdingen nicht geben. Das liegt vor allem daran, dass für Jamil Dem (Außenbandanriss am linken Sprunggelenk) ein Einsatz im zentralen Mittelfeld wohl noch zu früh kommt. Damit dürfte Routinier Gehring der einzige Neue in der Startelf sein. Wobei in der Offensive mit Kai Brünker noch eine echte Alternative parat steht. Der im Winter vom englischen Drittligisten Bradford in den Fautenhau gekommene Stürmer wird sich aber gedulden müssen, präsentierten sich doch der Ex-Aalener Philipp Hercher, Makana Baku und die Torschützen Zlatko Janjic sowie Timo Röttger gegen Uerdingen in guter Form. Diese vier dürften deshalb auf der Ostalb erste Wahl sein.

Von ihnen wie von allen anderen Aspachern erwartet Schnorrenberg, dass sie die guten Leistungen der vergangenen beiden Partien bestätigen. Auch weil das Potenzial des VfR Aalen sicher mehr hergibt als Platz 20. Ursprünglich wollte der Ex-Zweitligist im ersten Drittel mitmischen. Schließlich wurde der Kader im Sommer mit namhaften Zugängen wie den Ex-Stuttgartern Mart Ristl und Patrick Funk oder dem Hallenser Royal-Dominique Fennell hochgerüstet. Weil es nicht von Anfang an klappte wie geplant, wurde im Verlauf der Vorrunde erst mit Nicolas Sessa (VfB Stuttgart) und dann im Winter mit erfahrenen Spielern wie Clemens Schoppenhauer (FC St. Pauli) oder Stephan Andrist (SV Wehen Wiesbaden) kräftig nachjustiert. Auch das brachte bisher nicht den gewünschten Erfolg. Darum musste nun vor Kurzem der junge Trainer Argirios Giannikis gehen und der erfahrene Rico Schmitt soll den Gang in die Regionalliga noch verhindern. Das bedeutet, dass die Elf um den Ex-Aspacher Matthias Morys kräftig unter Druck steht.

Florian Schnorrenberg erwartet dann auch ein Aalener Team, „das versucht, kämpferisch und läuferisch alles auf den Platz zu bringen, sehr kompakt zu verteidigen und schnell im Umschaltspiel nach Ballgewinn zu sein“. Für Schnorrenbergs Team heißt das: Zweikämpfe annehmen, möglichst wenig Fehler im Spielaufbau zu machen und die sich bietenden Chancen ähnlich effizient wie in Osnabrück und gegen Uerdingen nutzen.