Dieser Überblick erklärt kurz und verständlich, wie die einzelnen Biathlon-Disziplinen funktionieren – vom Einzel bis zum Massenstart.
Einzel, Sprint, Verfolgung & Co: Wie sind die Regeln für die einzelnen Biathlon-Disziplinen?
Von Katrin Jokic
Mit den Olympischen Winterspielen erlebt der Wintersport aktuell seinen absoluten Höhepunkt – und Biathlon gehört dabei zu den größten Publikumsmagneten. Bei der Kombination aus Skilanglauf und Präzisionsschießen fallen die Entscheidung für Medaillen oft in Sekunden. 2026 werden die olympischen Biathlon-Wettbewerbe im italienischen Südtirol ausgetragen, in der traditionsreichen Südtirol Arena in Antholz, die Fans bereits aus Weltcups und Weltmeisterschaften kennen.
In Antholz fallen insgesamt elf Medaillenentscheidungen. Auf dem Programm stehen Sprint, Verfolgung, Massenstart, Einzel und Staffel für Frauen und Männer sowie eine Mixed-Staffel, in der zwei Frauen und zwei Männer gemeinsam antreten. Für Zuschauer, die Biathlon nur gelegentlich oder erstmals bei Olympia verfolgen, wirken die verschiedenen Disziplinen auf den ersten Blick ähnlich – unterscheiden sich aber deutlich in Ablauf, Taktik und Fehlerverzeihung.
Biathlon Einzel: Regeln im Überblick
Die längste und taktischste Disziplin ist das Einzel. Die Athletinnen und Athleten starten nacheinander im Abstand von 30 Sekunden und absolvieren fünf Runden mit insgesamt vier Schießeinlagen, abwechselnd liegend und stehend.
Der entscheidende Unterschied zu allen anderen Rennen: Jeder Fehlschuss wird mit einer Strafminute belegt. Das wird direkt zur Laufzeit addiert. Deshalb wird im Einzel besonders vorsichtig geschossen, Tempo ist hier zweitrangig. Wer viel daneben schießt, hat praktisch keine Chance, egal wie schnell er oder sie läuft.
Biathlon Einzel bei Olympia:
Der Biathlon Einzel-Wettbewerb der Männer fand am 10. Februar statt. Eine Medaille gab es nicht für Deutschland.
Die anderen Biathlon Disziplinen auf einen Blick
Der Sprint ist deutlich kürzer und wesentlich hektischer. Auch hier starten die Athleten einzeln, geschossen wird aber nur zweimal – zuerst liegend, dann stehend. Für jeden Fehlschuss muss sofort eine 150 Meter lange Strafrunde gelaufen werden. Diese kostet rund 15 bis 20 Sekunden. Weil die Abstände sehr klein sind, entscheiden oft Kleinigkeiten. Schnelles Laufen und akzeptables Schießen reichen hier oft schon für eine Topplatzierung. Der Sprint ist außerdem wichtig, weil er die Grundlage für die Verfolgung bildet.
Biathlon Sprint bei Olympia:
Die Verfolgung basiert direkt auf den Ergebnissen des Sprints. Die besten 60 dürfen starten, und zwar mit genau dem Zeitrückstand, den sie im Sprint hatten. Wer dort gewonnen hat, startet also zuerst, alle anderen jagen hinterher - daher der Name "Verfolgung". Es gibt vier Schießeinlagen – zweimal liegend, zweimal stehend – und für jeden Fehler wieder eine Strafrunde. Der große Vorteil für Zuschauer: Die Reihenfolge im Rennen ist die tatsächliche Reihenfolge. Wer vorne läuft, führt auch wirklich. Wer als Erster ins Ziel kommt, gewinnt. Gerade die letzten beiden Stehendschießen sind oft entscheidend, weil danach kaum noch Zeit bleibt, um Fehler wieder gutzumachen.
Biathlon Verfolgung bei Olympia:
Die Staffel ist der Teamwettbewerb im Biathlon. Meist treten vier Athleten pro Nation an, alle Teams starten gleichzeitig. Jeder Läufer absolviert seine Strecke mit einem Liegend- und einem Stehendschießen und übergibt dann an den nächsten. Besonderheit der Staffel sind die Nachlader: Für fünf Ziele stehen insgesamt acht Patronen zur Verfügung. Verfehlt man ein Ziel, kann man nachladen, das kostet Zeit, aber keine Strafrunde. Erst wenn nach allen acht Schüssen noch Scheiben stehen, muss eine Strafrunde gelaufen werden. Dadurch wird in der Staffel oft schneller und riskanter geschossen, was das Rennen unberechenbar und für Zuschauer besonders spannend macht.
Biathlon Staffel bei Olympia:
Der Mixed-Staffel-Wettbewerb bei Olympia fand am 8. Februar statt. Das deutsche Team holte dabei die Bronze-Medaille.
Der Massenstart schließlich gilt als die spektakulärste Disziplin. Nur 30 Athletinnen oder Athleten dürfen teilnehmen, meist die Besten der Weltcupwertung. Alle starten gleichzeitig, laufen fünf Runden und schießen viermal – zweimal liegend, zweimal stehend. Für jeden Fehlschuss gibt es eine Strafrunde. Ähnlich wie bei der Verfolgung ist die Situation jederzeit klar: Wer vorne ist, führt, wer zuerst ins Ziel kommt, gewinnt. Gerade auf der letzten Runde kommt es häufig zu direkten Duellen und Zielsprints.
Biathlon Massenstart bei Olympia:
Der deutsche Biahtlon-Kader bei Olympia 2026
Angeführt wird der DSV-Kader von Gesamtweltcupsiegerin Franziska Preuß, die als größte Medaillenhoffnung gilt. Bei den Frauen gehören außerdem Janina Hettich-Walz, Selina Grotian, Julia Tannheimer, Vanessa Voigt und Anna Weidel zum Aufgebot.
Bei den Männern vertreten Philipp Nawrath, Philipp Horn, Justus Strelow, David Zobel und Lucas Fratzscher die deutschen Farben. Gerade in den Staffeln darf sich das Team realistische Chancen auf Edelmetall ausrechnen. In der Mixed Staffel hat es direkt zu Beginn geklappt: Das deutsche Team holte Bronze.