SG Sonnenhof: Herber Dämpfer in der Aufbruchstimmung

Fußball-Regionalligist SG Sonnenhof Großaspach muss im Kellerduell gegen das Schlusslicht TSV Schott Mainz eine bittere 0:1-Heimniederlage hinnehmen. Nach einer starken Anfangsviertelstunde gelingt den Schwaben nicht mehr viel. Zudem leistet sich der Gastgeber einige Fehler.

SG Sonnenhof: Herber Dämpfer in der Aufbruchstimmung

Großaspachs Innenverteidiger Kai Gehring köpft nach elf Minuten den Ball knapp am Mainzer Tor vorbei. Foto: A. Becher

Von Heiko Schmidt

Die Aufbruchstimmung bei den Fußballern der SG Sonnenhof Großaspach war in den vergangenen Wochen groß. Hochkarätige Zugänge wie Stürmer Sascha Mölders als spielender Co-Trainer sowie die erfahrenen Manuel Konrad und Dominik Salz ließen die Hoffnungen im Fautenhau auf den angestrebten Verbleib in der Regionalliga anwachsen. Doch diese haben nun einen Dämpfer erhalten. Im Kellerduell gegen das Schlusslicht TSV Schott Mainz sollte der wichtige Dreier gelingen, um Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben zu holen. Das Gegenteil ist aber nun eingetreten. Die Großaspacher kassieren im ersten Pflichtspiel unter dem neuen und alten Coach Hans-Jürgen Boysen eine 0:1-Pleite.

„Es war ein sehr schlechtes Ergebnis und von unserer Seite her kein Spiel zum Verlieben“, sagt der 64-jährige Trainer. Er weiß auch, woran es in erster Linie gelegen hatte: „Wir haben keine Tore geschossen, obwohl wir in der ersten Halbzeit drei klare Chancen dafür hatten.“ Er hat gesehen, dass seine Mannschaft sehr gut ins Spiel kam. Die Anfangsviertelstunde gehörte nämlich eindeutig den Gastgebern. Boysen ließ sein Team im ersten Pflichtspiel nach der Winterpause mit einer 4:4:2-Formation beginnen. In dieser standen gleich drei Zugänge. Manuel Konrad spielte im defensiven Mittelfeld. Das Sturmduo bildeten Sascha Mölders und Dominik Salz. Und die lösten wie die anderen Großaspacher zu Beginn der Partie ihre Aufgaben zunächst gut. Doch dann baute der Sonnenhof immer mehr ab. Hingegen kamen die Mainzer auf und in der 65. Minute auch zum 1:0-Siegtreffer. „Beim Gegentor haben wir uns sehr dämlich angestellt“, kritisierte Hans-Jürgen Boysen.

Großaspach vergibt zu Beginn zu viele Chancen und baut dann ab

Der SG-Trainer geht aber noch tiefer in seine Analyse. Ein weiterer Grund für die Heimniederlage waren aus seiner Sicht die Zweikämpfe. „Wir haben sie noch nicht aggressiv genug geführt“, bemängelt der Coach. Hingegen kämpften die Mainzer verbissen um jeden Ball und stellten damit die Großaspacher vor einige Probleme. Somit bleibt für Boysen die Erkenntnis: „Wir haben noch viel Arbeit vor uns.“

Auch Sascha Mölders hatte sich seinen Einstand als spielender Co-Trainer der Großaspacher ganz anders vorgestellt. „Wenn du verlierst, kann kein Spieler von sich behaupten, gut gespielt zu haben“, sagte der 36-Jährige enttäuscht. Im Sturmzentrum sorgte der Kultstürmer für viel Bewegung. Er war immer anspielbereit und besaß nach sechs Minuten die Chance zum Führungstreffer, die der Angreifer aber aus elf Metern vergab. Danach lief es bei ihm nicht mehr so gut. Mölders half zwar immer wieder auch in der Defensive aus, aber am Ende steht er mit seinem neuen Klub ohne Punkte da. Von den Zuschauern gab es für ihn trotzdem viel Zuspruch. Immer wieder hallten Sprechchöre mit seinem Namen durch die Arena. Auch fast jeder Ballbesitz wurde von den Zuschauern bejubelt oder beklatscht. „Ich fühle mich vom ersten Tag an hier in Großaspach willkommen“, sagt der Kultstürmer. Doch er schiebt nach: „Es ist halt blöd, wenn man das erste Spiel verliert.“ Coach Hans-Jürgen Boysen zeigte sich mit der Leistung seines spielenden Co-Trainers zufrieden: „Ich hätte ihm beim Einstand ein Tor gewünscht.“

Auch mit der Leistung eines weiteren Neuen im Dress der Großaspacher ist Boysen zufrieden: Manuel Konrad. Der 33-Jährige strahlte im defensiven Mittelfeld der SG viel Ruhe aus und war in meisten Situationen an der richtigen Stelle auf dem Feld. Zudem schaltete sich der 1,87 Meter große Akteur oft auch ins Angriffsspiel der Gastgeber ein. Deshalb verteilte Coach Boysen auch viel Lob an ihn: „Manuel hat die Schärfe und Aggressivität an den Tag gelegt, die wir brauchen.“ Manuel Konrad spielte auf der Sechserposition zunächst zusammen mit Nicolas Jüllich. Als Letztgenannter in der Halbzeitpause ausgewechselt wurde, bildete Konrad im zweiten Durchgang mit Joel Gerezgiher das Duo vor der Viererabwehrkette.

Der dritte Neue bei den Großaspachern, der gestern mitspielte, war Dominik Salz. Der 34-Jährige stürmte an der Seite von Sascha Mölders. Auch Salz hätte bei seinem Debüt im SG-Trikot ein Tor erzielen können, versiebte aber gute Chancen. „Mein Einstand war wie das Spiel bescheiden“, drückt sich der Zugang, der vom Oberligisten SGV Freiberg kam, aus und ergänzt: „Die Abstimmung fehlt noch ein wenig.“ Aus seiner Sicht hätte die SG im Kellerduell durchaus die drei Punkte verdient gehabt: „Meines Erachtens hätten wir mit mehr Glück das Spiel gewinnen können.“ Deshalb lautet seine Ansage: „Wir müssen Mentalität und Intensität an den Tag legen, um da hinten rauszukommen.“ Das hört natürlich Trainer Hans-Jürgen Boysen sehr gerne. Seine Einschätzung zur Leistung von Salz: „Er war sehr engagiert, aber in einigen Aktionen unglücklich. Seine Bälle kamen öfters nicht an.“ Boysen hatte deshalb Salz schon nach den ersten 45 Minuten ausgewechselt und dafür Steven Lewerenz gebracht.

Doch alle Maßnahmen des Trainers halfen nichts. Die Großaspacher standen am Ende ohne Punkte da. Sie bleiben damit Vorletzter und haben lediglich einen Zähler Vorsprung vor dem Schlusslicht TSV Schott Mainz. Der Abstand zum rettenden Ufer beträgt derzeit sechs Punkte. „Es sind noch 13 Spiele, in denen wir den Rückstand aufholen können“, gibt sich der spielende Co-Trainer Sascha Mölders kämpferisch. Die nächste Gelegenheit dazu haben die Großaspacher am kommenden Samstag. Um 14 Uhr tritt dann die Mannschaft aus dem Fautenhau beim FK 03 Pirmasens, der Fünftletzter in der Tabelle ist, an.