Die Personalsorgen werden größer

Großaspachs Drittliga-Fußballer müssen in Halle auf ein Sextett verzichten – Vitzthum fehlt lange

Die Personalsorgen werden größer

Von Steffen Grün

Um seinen 18-Mann-Kader für das heutige Drittligaspiel in Halle (14 Uhr, Erdgas- Sportpark) zu benennen, muss der Großaspacher Trainer Oliver Zapel zwar noch immer zwei Feldspieler streichen, die Personalsorgen werden aber trotzdem größer. Inzwischen sind es sechs Fußballer, die bei der SG Sonnenhof auf der Verletztenliste stehen. Viel länger als zunächst vermutet wird es bei Linksverteidiger Michael Vitzthum dauern, bis er wieder zurückkehrt.

Bislang war von Rückenproblemen die Rede, die den 27-Jährigen in die Zuschauerrolle zwingen. Das hörte sich so an, als sei es nur eine Frage der Zeit, bis er wieder einsatzfähig ist. Nun wurde allerdings eine Femurkopfnekrose diagnostiziert, die Durchblutungsstörungen in der Hüfte zur Folge hat. Der seit gut zwei Jahren im Fautenhau unter Vertrag stehende Bad Tölzer muss deshalb eine längere Zwangspause einlegen und fällt mindestens für den Rest der Hinrunde aus. Parallel dazu wird der in dieser Saison bisher nur beim 3:0-Erfolg in Würzburg am dritten Spieltag 45 Minuten mitwirkende Akteur im Therapiezentrum Backnang behandelt und arbeitet dort intensiv an seinem Comeback.

Neben Michael Vitzthum fehlen für die Partie in Sachsen-Anhalt weiterhin Timo Röttger (Wadenverletzung), Sebastian Bösel (grippaler Infekt) und Joel Gerezgiher (Aufbautraining) sowie der angeschlagene Jonas Meiser. Darüber hinaus muss der im WFV-Pokalspiel in Backnang am Dienstag noch eingewechselte Stürmer Kai Brünker passen, da ihn Mittelfußprobleme plagen. „Natürlich ist die Personalsituation alles andere als komfortabel“, stellt Zapel fest, ist jedoch trotz allem zuversichtlich: „Wir werden wieder eine schlagkräftige Mannschaft auf den Platz bekommen.“

Wie die Startformation genau aussehen wird, dazu hält sich Aspachs Trainer bedeckt. Halle habe in der Spielvorbereitung „ein paar Fragezeichen abzuarbeiten, deshalb will ich nichts verraten“. Warum sollte es der 51-Jährige dem Kollegen Torsten Ziegner auch einfacher als nötig machen, seine Truppe auf die SG Sonnenhof einzustellen. Nur so viel lässt Zapel durchblicken, dass es im Vergleich zu der aufgearbeiteten 0:3-Heimniederlage am vergangenen Samstag „die eine oder andere Änderung geben kann und wird“. Deren zwei sind zwingend erforderlich, weil Bösel als Rechtsverteidiger und Brünker im Sturm zur Startelf zählten und heute ausfallen. Wer die Plätze einnimmt und ob es weitere Umstellungen gibt, hängt nicht zuletzt von der taktischen Ausrichtung ab, für die sich Aspachs Coach entscheidet. Bleibt es bei der Viererabwehrkette in einem 4-4-2 oder 4-3-3, könnte Jonas Behounek aus dem Mittelfeld nach hinten rücken, um Sebastian Bösel zu ersetzen. Seine Rolle könnte dann zum Beispiel Marco Hingerl einnehmen. Nicht ausgeschlossen ist aber auch eine Dreierkette. In der Offensive dürfte Panagiotis Vlachodimos beste Karten haben, von Beginn an dabei zu sein. Im Duell mit den Domstädtern war der letzte Zugang zur Pause eingewechselt und später von Zapel mit viel Lob bedacht worden.

Als wichtiges Signal empfindet es der SG-Trainer, dass die bisher nur selten oder überhaupt noch nicht im Ligabetrieb eingesetzten Spieler, die beim 4:2-Sieg im Pokalduell beim Verbandsligisten TSG Backnang mitmischen durften, „nun Anschluss gefunden haben“. Dadurch wird der Konkurrenzkampf im Kader weiter angeheizt, „die Jungs klopfen mit viel Selbstvertrauen an die Tür“. Die Folge für die Fußballer, die im bisherigen Verlauf der Runde hohe Spielanteile hatten: „Es muss geliefert werden, der Druck von hinten ist vorhanden.“