Handball-EM

„Eine Schande“ – Kroatiens Trainer mit beispielloser Wutrede

Dagur Sigurdsson rechnet vor dem Duell mit Deutschland mit der EHF ab. Kroatiens Trainer schimpft über den Turnierplan. Er spricht von einem „Zirkus“ und einer „Fast-Food-Firma“.

„Eine Schande“ – Kroatiens Trainer mit beispielloser Wutrede

Dagur Sigurdsson kritisiert die EHF.

Von red/dpa

In einer beispiellosen Wutrede hat Kroatiens Nationaltrainer Dagur Sigurdsson vor dem Halbfinal-Duell mit Deutschland die Europäische Handballföderation (EHF) scharf kritisiert. „Ich muss diesen Zirkus hier mitmachen. Das ist eine Schande. Die EHF interessiert sich nicht für uns Spieler und auch nicht für das Team“, schimpfte Sigurdsson vor dem Spiel an diesem Freitag (17.45 Uhr).

Der frühere Bundestrainer bezog sich in seiner Tirade auf den vollgepackten Turnierplan für seine Mannschaft. Anders als Deutschland absolvierte Kroatien seine Hauptrundenspiele im schwedischen Malmö und musste zuletzt zwei Tage am Stück spielen. Am spielfreien Donnerstag stand für Kroatien der Reisetag nach Herning auf dem Programm, wo die Endrunde ausgetragen wird – und wo Deutschland seit Turnierstart spielt. 

EHF eine „Fast-Food-Firma“

„Die Planung ist nicht zu akzeptieren. Das ist unfair. Wir sind vier Stunden mit dem Bus von Malmö gefahren. Wir sind um 14.30 Uhr angekommen und unser Hotel ist nicht mal am Spielort Herning. Jetzt fahren wir 45 Minuten vom Hotel zur Halle und wieder zurück. Es ist sechs Uhr, wenn ich zurückkomme. Wir hatten kein Training, wir hatten kein Treffen mit dem Team“, polterte der 52-Jährige weiter. 

Sigurdsson bezeichnete die EHF als „Fast-Food-Firma“, die sich nicht um die Qualität der Spiele schere. „Sie wollen einfach nur verkaufen. Sie bestellen Artisten, um eine großartige Show zu liefern. Alles andere ist ihnen egal“, sagte der kroatische Nationaltrainer und erklärte: „Sie haben uns heute Abend in einen kalten Bus gepackt wie gefrorenes Hühnchen.“

Deutschlands Bundestrainer Alfred Gislason pflichtete seinem Landsmann bei. „Er hat vollkommen recht und es tut mir leid“, sagte der 66-Jährige.