Lewis Hamilton ist plötzlich der erste Verfolger von Formel-1-Wunderjunge Kimi Antonelli. Was hat Kim Kardashian mit seinem Aufschwung zu tun?
Lewis Hamilton stellte in Monaco den Podiumsrekord von Ayrton Senna ein.
Von Christian Hollmann, dpa
Monte-Carlo - Dem Luftküsschen für Glücksbringerin Kim Kardashian ließ Formel-1-Altmeister Lewis Hamilton die freundliche Ermahnung für Super-Teenager Kimi Antonelli folgen. "Das sind jetzt zu viele Siege, Kumpel", raunte der Rekordchampion dem 19 Jahre alten Monaco-Gewinner zu, der im Eiltempo dem Titel des jüngsten Weltmeisters entgegen rast. Dass Antonelli wie schon zuvor in Kanada wieder den ersten Sieg von Hamilton im Ferrari verhinderte, tat der guten Laune des Briten aber keinen Abbruch.
Das lag zum einen wohl an der Anwesenheit von Reality-TV-Ikone Kardashian, die von Hamilton aus der Fürstenloge übermütig mit Champagner bespritzt wurde. Seit einiger Zeit zeigen sich die beiden privat miteinander, die Gerüchte um eine Beziehung verdichten sich. "Es ist toll, gute Leute um sich zu haben, die mich unterstützen. Sie tut das jeden Tag", ließ Hamilton wissen.
Und auch beruflich genießt der 41-Jährige seinen dritten Frühling nach den Triumphen mit McLaren und Mercedes. "Ich kann gar nicht glauben, dass ich Zweiter in der WM bin, darüber bin ich wirklich glücklich und dankbar", sagte der siebenmalige Weltmeister, auch wenn ihn schon 66 Punkte von Seriensieger Antonelli trennen. Nach einem verkorksten Premierenjahr bei der Scuderia habe er jetzt "das Gefühl, die Leute daran erinnern zu müssen, wer ich bin".
Hamilton: "Jetzt ernte ich die Früchte"
Das gelingt Hamilton inzwischen wieder beeindruckend. Mit dem achten Podiumsplatz in Monte-Carlo stellte er die Bestmarke von Ikone Ayrton Senna ein. Auch wenn Hamilton älter ist als Antonelli und der Monaco-Dritte Isack Hadjar (21) zusammen, sieht er mehr denn je noch eine erfolgreiche Zukunft für sich in der Formel 1. "Es ist ein Privileg hier zu sein, immer noch einer von 22 Fahrern in diesem Sport zu sein", sagte er.
Nach dem jüngsten Aufschwung könne der erste Sieg in Rot für ihn "näher nicht sein", gab sich Hamilton überzeugt. Teamchef Frédéric Vasseur vermerkte erfreut das gewachsene Selbstvertrauen seines Superstars, der sich auch im Auto wieder wohler fühle. "Das ist ermutigend und spiegelt den Fortschritt, den wir als Team gemacht haben", stellte Vasseur fest.
Im Gegenzug bedankte sich Hamilton für die Rückendeckung beim 58-Jährigen, der ein wichtiger Faktor für seinen Wechsel von Mercedes gewesen war. "Letztes Jahr war echt hart für uns, wir haben ihn um bestimmte Veränderungen angebettelt, er hat sie umgesetzt, und jetzt ernte ich die Früchte", erklärte Hamilton.
Leclerc fühlt sich "wie ein Idiot"
In der internen WM-Hierarchie ist er vorerst auch an Stallrivale Charles Leclerc vorbeigezogen. Der Monegasse fühlte sich bei seinem Heimspiel erst durch die Boxenstrategie gegen Hamilton benachteiligt, dann schob er sein Unfall-Aus auf die Bremsen seines Dienstwagens. "Ich würde es hassen, mich im Spiegel anzusehen und zu sehen, wie ich Ausreden suche, wenn ich einen Fehler mache. Deshalb bin ich vor der Kamera immer unverblümt ehrlich. Aber heute nehme ich das alles nicht hin", schimpfte der 28-Jährige.
Wie "ein Idiot" habe ihn das Bremsversagen aussehen lassen, klagte Leclerc. Immerhin sei eine Lösung in Sicht, beim nächsten Rennen in Barcelona am Sonntag (15.00 Uhr/Sky) erhalte er ein neues Bremssystem.
Die schlechte Stimmung in der Garage nebenan war für Hamilton kein Thema. Er genießt es, endlich bei Ferrari angekommen zu sein. "Ich finde es toll zu sehen, dass diese Liebe im Team wieder neu entflammt ist und sie auch an mich glauben", sagte der Brite. Er habe nun auch eine bessere Vorstellung davon, wohin er das Team für weitere Verbesserungen führen müsse.
Das hätten ihm auch die jüngsten Duelle mit Antonelli und seinem Mercedes gezeigt. "Er ermutigt mich, ein höheres Niveau anzustreben. Er erinnert mich an mich selbst in 2007", sagte Hamilton und ließ den neben ihm sitzenden WM-Spitzenreiter wissen: "Ich tue mein Bestes, um ihn für den Rest des Jahres zu jagen."
Kim Kardashian zeigt sich zuletzt immer wieder privat mit Hamilton.
In der WM ist Lewis Hamilton jetzt Zweiter.
Lewis Hamilton ist älter als Monaco-Sieger Kimi Antonelli (M) und der Dritte Isack Hadjar (r) zusammen.