Großaspach ärgert den Tabellenführer

Drittliga-Fußballer der SG Sonnenhof erkämpfen sich mit einer starken Leistung gegen den MSV Duisburg ein 1:1-Unentschieden

Ihr bestes Gesicht in dieser Saison zeigten die Drittliga-Fußballer der SG Sonnenhof Großaspach im letzten Spiel des Jahres 2019. Unter dem Interimstrainer Markus Lang traten die Schwaben mit viel Mut und Einsatzwillen im Fautenhau gegen den Tabellenführer MSV Duisburg auf. Diese starke Leistung wurde am Ende mit dem 1:1 belohnt.

Großaspach ärgert den Tabellenführer

SG-Torhüter Maximilian Reule pariert hier den 20-Meter-Freistoß von Duisburgs Moritz Stoppelkamp und rettet damit den Schwaben den Punktgewinn. Foto: A. Becher

Von Heiko Schmidt



„Wir haben alles rausgehauen und freuen uns arg über den Punkt“, strahlte Großaspachs Markus Lang. Er hatte damit seine Mission als Interimstrainer erfüllt. „Einzelgespräche waren in der jetzigen Situation wichtiger als Spielanalyse. Die Spieler haben Mut bekommen, das hat man gesehen“, begründete Lang die enorme Leistungssteigerung der SG-Akteure. Die Mannschaft wirkte gegenüber der 1:2-Heimniederlage gegen das Schlusslicht aus Jena, dem anschließenden Frust und der darauffolgenden Trennung von Trainer Oliver Zapel wie umgewandelt. „Wir haben die Grundtugenden des Fußballspielens auf den Platz gebracht“, stellte Lang erfreut fest.

Zudem hatte er vier Veränderungen in der Startelf vorgenommen. Marco Hingerl, Jonas Behounek, Dan-Patrick Poggenberg und Dominik Martinovic rückten neu in die Anfangsformation. Dafür nahmen Nicolas Jüllich und Timo Röttger zunächst auf der Bank Platz. Hingegen befanden sich Charmaine Häusl und Dimitry Imbongo gar nicht im Kader für das letzte Spiel im Jahr 2019. Die Grundordnung ließ Lang mit dem 4:4:2 unverändert. Er schob aber einige Akteure auf andere Positionen. Der zuletzt gesperrte Behounek spielte als rechter Außenverteidiger. Poggenberg begann hinten links. Sebastian Bösel rückte ins defensive Mittelfeld vor, wo er zusammen mit Hingerl agierte. Ken Gipson kam im rechten Mittelfeld zum Einsatz. Den neuen Doppelsturm bildeten Eric Hottmann und Dominik Martinovic. Letzterer erzielte nach fünf Minuten den Großaspacher Führungstreffer. „Wir haben ein wahnsinnig tolles Tor gesehen“, kam Interimstrainer Lang ins Schwärmen. Und wie schilderte der Torschütze seinen Treffer? „Es war eine super Flanke von Jonas Behounek und ich treffe den Ball gut ins lange Eck. Es war mein erster Kopfballtreffer für die SG“, antwortete Martinovic. Der 22-jährige Stürmer machte aber auch klar: „Wir sind in den vergangenen Tagen eng zusammengerückt und haben uns als Mannschaft präsentiert.“

Neben dem Torschützen ragte auch der Großaspacher Schlussmann Maximilian Reule heraus. Der 25-Jährige spielte fehlerfrei und zeigte einige Glanzparaden. „Er war überragend“, lobte Interimscoach Lang. Der Keeper sagte: „Ich bin mit meiner Leistung sehr zufrieden.“ Er ergänzte: „Es hat heute alles gepasst. Der Trainerwechsel hat einen Aufschwung gebracht.“ Sein Feststellung gegenüber den Sonnenhof-Anhängern, die in der Vorwoche ihrem Unmut lautstark Luft machten, lautete: „Wir haben heute die Fans zufriedengestellt, auch wenn es nur ein Punkt war.“ Ihn wurmte zwar der Gegentreffer, doch Reule sieht das 1:1 als Punktgewinn im Kampf um den Ligaverbleib an. Hoffnung sollte auf jeden Fall die starke erste halbe Stunde machen. „Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen“, stellte Lang fest. Genauso sah es auch Duisburgs Coach Torsten Lieberknecht: „Ich muss meiner Mannschaft den Vorwurf machen, in den ersten 30 Minuten nicht funktioniert zu haben.“ Er sah anschließend ein verändertes MSV-Team und zeigte sich nicht unzufrieden mit dem Unentschieden. Das war auch Lang nicht. Im Gegenteil, denn er fand immer wieder lobende Worte. So auch für Marco Hingerl: „Wir haben ihn ins kalte Wasser geworfen, denn er hat erst seit dieser Woche wieder trainiert. Das Risiko hat sich auf jeden Fall gelohnt.“ Hingerl hat seinen Teil dazu beigetragen, dass der Dorfklub weiterhin im Rennen im Kampf um den Ligaverbleib bleibt. Mit dem Punktgewinn rückten die Schwaben auf Rang 18 vor. Der Abstand zum rettenden Ufer beträgt vier Punkte bei 18 noch ausstehenden Partien.

Wie geht es nun weiter? „Ich habe meine Mission erfüllt“, sagte Lang und schob schmunzelnd nach: „Ich habe es wie einen Mallorca-Urlaub gesehen. Ich verbreite eine Woche lang gute Laune und bin danach wieder Co-Trainer.“ Unterdessen läuft die Suche der SG-Verantwortlichen nach einem neuen Coach weiter. Hingegen verfolgte ein Ex-Trainer der Großaspacher als Zuschauer das SG-Heimspiel gegen Duisburg: Alexander Zorniger. Der 52-Jährige nutzte laut eigenen Angaben einen kurzen Heimatbesuch für einen Abstecher in den Fautenhau. Er hatte von 2010 an zwei Jahre lang die Großaspacher trainiert, stand danach bei RB Leipzig und beim VfB Stuttgart an der Seitenlinie. Im Februar dieses Jahres endete sein Engagement beim dänischen Klub Brönby IF Kopenhagen. Dass Zorniger beim Sonnenhof wieder einsteigt, scheint illusorisch zu sein. Doch bis möglichst 2. Januar, wenn um 15 Uhr die Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte startet, möchte der Dorfklub einen neuen Trainer präsentieren. Bis dahin soll es auch Veränderungen im Spielerkader geben. Ein Fingerzeig könnte dabei durchaus sein, dass zwei SG-Akteure, die bei der Partie gegen Jena noch in der Startelf standen, beim 1:1 gegen Duisburg nicht für den Kader berücksichtigt wurden.