Januar 2026: Der VfB jubelt in Leverkusen.
Von David Scheu
Dass dem VfB Stuttgart gerade die Leichtigkeit fehlt, ist den Auftritten deutlich anzusehen. Das sei menschlich, betonte Trainer Sebastian Hoeneß zuletzt angesichts der bereits fünf Bundesliga-Niederlagen: Der Kopf spiele eben eine Rolle. Vielleicht kommt daher die nächste Aufgabe bei Bayer Leverkusen am Samstag (15.30 Uhr) ja ganz gelegen. Denn, Stichwort Psyche: Besser könnten die Erinnerungen kaum sein als an diesen Ort.
Beim bislang letzten Auswärtsspiel in Leverkusen im Januar dieses Jahres zeigte der VfB seine wohl beste Leistung der Saison 2025/26, fraglos auch eine der überzeugendsten der gesamten Hoeneß-Ära. Vor allem in der ersten Hälfte überrannten die Stuttgarter ihren Gegner förmlich – mit hohem Pressing, scharfen Pässen und starken Kombinationen. Die Folge: Ein Tor nach dem anderen fiel vor der Leverkusener Fankurve für den VfB, der letztlich mit einer 4:0-Pausenführung in die Kabinen ging. Getroffen hatten Jamie Lewling (7.), Maximilian Mittelstädt per Elfmeter (29.) sowie kurz vor dem Halbzeit-Pfiff nochmals Leweling (45.) und Deniz Undav (45.+2).
Undav hob im Anschluss die Effizienz hervor, die dem VfB derzeit ja abhanden gekommen ist: „In der ersten Hälfte war jeder Torschuss drin. Ich habe es selten erlebt, dass wirklich alles für uns läuft.“ Und auch Hoeneß war außerordentlich einverstanden mit dem Abend – nicht nur aufgrund der Tore: „Unser Auftritt in der ersten halben Stunde war nahezu perfekt. Wir waren mutig und haben sehr früh gepresst. Auf diese Weise konnten wir viel Gefahr kreieren. Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft.“
Der zweite Durchgang verlief dann ereignisärmer, der Anschlusstreffer von Alejandro Grimaldo per Foulelfmeter (66.) fiel nicht mehr ins Gewicht. 4:1 hieß es am Ende für den VfB, der zuvor in Leverkusen in umkämpften Duellen oft den Kürzeren gezogen hatte. „Wir haben gezeigt, dass sich in den vergangenen Monaten und Jahren einiges angestaut hat“, sagte Sportvorstand Fabian Wohlgemuth, der seinerzeit „eine herausragende Mannschaftsleistung“ attestierte.
Inzwischen sind die Vorzeichen andere. Leverkusen hat mit seinem neuen Trainer Carles Martinez als Tabellenvierter einen starken Saisonstart hingelegt, während der VfB noch sein Selbstverständnis der Vorsaison sucht. Aber: Im Vergleich zum 4:1-Sieg der vergangenen Spielzeit hat sich zumindest auf Stuttgarter Seite personell nicht allzu viel verändert: Bis auf Torhüter Alexander Nübel stehen alle damaligen Startelf-Spieler noch immer im Kader.
Jamie Leweling eröffnete den Torreigen aus spitzem Winkel früh.
Maximilian Mittelstädt erhöhte vom Elfmeterpunkt. Übrigens traf der Linksverteidiger auch einige Monate später im Rückspiel (3:1) per Strafstoß.
Deniz Undav gelang kurz vor der Pause gar das 4:0, als er nach einem Steilpass seinen Gegenspielern entwischte.
Auch Torhüter Alexander Nübel zeigte einige starke Paraden.
Am Ende konnte der VfB mit seinen Fans einen 4:1-Auswärtssieg bejubeln.
Am Saisonende qualifizierten sich die Stuttgarter als Vierter für die Champions League - mit drei Punkten Vorsprung vor Leverkusen und damit auch dank des 4:1-Auswärtssiegs im Januar.