Oliver Zapel hatte sichtlich einen dicken Hals. 0:2 verloren beim neuen Spitzenreiter. Das kann passieren. Eigentlich. Denn wieder einmal ärgerte sich der Trainer der Großaspacher Drittliga-Fußballer darüber, dass bei der Niederlage alles gegen seine Mannschaft gelaufen war. Dem Hachinger Führungstor von Jim-Patrick Müller (14.) ging eine umstrittene Szene im gegnerischen Strafraum voraus bei dem die SG vergebens einen Elfmeter forderte. Und das 2:0 von Felix Schröter (19,) war wieder einmal eine Anreihung mehrerer SG-Defizite in der Defensive.
Kam in der 13. Minute zu Fall, ohne dafür einen Strafstoß zu bekommen: SG-Angreifer Eric Hottmann. Im Gegenzug gingen die Gastgeber mit 1:0 in Führung und Aspach landete beim 0:2 am Ende erneut unsanft. Foto: T. Sellmaier
Gekämpft haben Aspacher Fußballer, sich Chancen erarbeitet haben sie sich auch. Getroffen haben sie jedoch nicht. Viermal standen Dimitriy Imbongo, Eric Hottmann, Orrin McKinze Gaines und Panagiotis Vlachodimos gar alleine vor Unterhachings Torwart Nico Mantl, viermal landete der Ball am Ende nicht im Tor. „Da kann man sich ärgern als Kollege“, hatte Unterhachings Trainer Claus Schromm Mitleid mit Oliver Zapel. Dabei hatte der Hachinger allerdings vor allem die Szene in der 13. Minute im Blick, als sein Verteidiger Paul Grauschopf den Aspacher Eric Hottmann an der Strafraumgrenze zu Fall brachte, die Pfeife von Schiedsrichterin Riem Hussein aber stumm blieb. Im Gegenzug traf Müller zum 1:0 und Schromm urteilte: „Das war symptomatisch für das Spiel.“ Der neue Spitzenreiter aus Bayern war zumindest vor der Pause effektiv, die Schwaben bemüht,aber in den entscheidenden Momenten nicht gut genug.
Dabei „waren wir felsenfest überzeugt, dass wir gewinnen“, erklärte der SG-Coach und fügte an: „Wir sind ja auch gut reingekommen“. Nach dem 1:0 war aber offenbar die Psyche angekratzt und der zweite Gegentreffer fünf Minuten später fast schon vorentscheidend. Das auch, weil sich das Kellerkind aus dem Fautenhau danach zwar einige Chancen erspielte und erarbeitete, doch keine einzige nutzte.
Sportdirektor Joannis Koukoutrigas war ebenso enttäuscht vom Ergebnis wie alle anderen Aspacher. Er forderte trotzdem, einen kühlen Kopf zu bewahren: „Die Situation ist nicht gut“, sagte er nach dem vierten Spiel in Folge ohne Sieg und fügte dann noch an: „Auf einen Nichtabstiegsplatz sind es trotzdem nur drei Punkte Rückstand.“ Stimmt. Einfacher macht diese Erkenntnis das Toreschießen trotzdem nicht.
Spvgg Unterhaching: Mantl – Dombrowka, Winkler, Greger, Grauschopf – Müller, Hufnagel (90. Stierlin), Stahl, Heinrich (75. Dietz) – Schröter, Stroh-Engel (57. Hain).
SG Sonnenhof Großaspach: Frommann – Bösel, Leist, Burger, Poggenberg (44. Behounek) – Hottman, Ünlücifci, Jüllich, Vlachodimos (69. Röttger) – Martinovic (46. McKinze Gaines), Imbongo.
Tore: 1:0 (14.) Müller, 2:0 (19.) Schröter. – Gelbe Karten: Greger, Heinrich, Dietz, Stahl, Müler / Vlachodimos, Jülich, Burger. – Schiedsrichterin: Hussein (Bad Harzburg). – Zuschauer: 2 250.