Jeff Chabot und Yanik Spalt nehmen Werder-Stürmer Niclas Füllkrug in die Zange. Der VfB war defensiv in Hälfte zwei stark gefordert.
Von Carlos Ubina
Vor der Länderspielpause hat der VfB Stuttgart mit 1:0 gegen Werder Bremen gewonnen. Nach neun Spieltagen dieser Saison in der Fußball-Bundesliga hat die Mannschaft von Sebastian Hoeneß somit auf zwölf Punkte und steht auf Rang acht.
Der VfB übernahm gegen die Gäste aus dem Norden sofort die Initiative und war die gesamte erste Hälfte spielbestimmend. Schon nach sieben Minuten erzielte zudem Maximilian Mittelstädt nach Zuspiel von Grischa Prömel das 1:0. Jeff Chabot und Bilal El Khannouss hatten noch vor der Pause weitere Chancen.
Nach dem Wechsel war das Spiel deutlich offener. Der VfB verlor die Kontrolle über das Mittelfeld, die Bremer kamen zu vielen Offensivaktionen und Chancen. Trotz Werder-Dauerdruck gegen Ende der Partie blieb es beim knappen, aber umso wichtigeren Erfolg des VfB.
Weiter geht es für die Stuttgarter nach der Länderspielpause mit dem Spiel beim FC Schalke 04 (21. November, 18.30 Uhr).
Dennis Seimen (Note 2): Nach der Auszeit in der Champions League stand Dennis Seimen wieder im VfB-Tor und hatte in der ersten Hälfte recht wenig zu tun. Das änderte sich nach der Pause schnell. Seimen hielt stark gegen Youri Reeger.
Luca Jaquez (Note 3): Der Schweizer rückte für Maximilian Mittelstädt in die Dreierkette und füllte dort den rechten Part aus. Er spielte eine solide erste Hälfte, in der die VfB-Abwehr viele lange Bälle der Bremer verteidigen mussten. Allerdings war er nach einem Bodycheck gehandicapt. In der 55. Minute musste er mit Scherzen im Rippenbereich vom Feld.
Jeff Chabot (Note 2): Der Abwehrchef hatte als Mittelmann einer Dreierkette eine besondere Aufgabe: Er sollte den Lauf von Wieder-Nationalspieler Niclas Füllkrug stoppen. Zu Beginn wirkte er nicht ganz standfest, gewann aber dann fast alle Kopfballduelle gegen Füllkrug. In der 29. Minute wurde er gar selbst torgefährlich. Nach der Pause entzog sich Füllkrug der Chabot-Bewachung, in dem er sich oft ins Mittelfeld fallen ließ. Das kostete den VfB-Abwehrmann Zugriff.
Ramon Hendriks (Note 3): Der Niederländer spielte links in der Dreierkette. Auf seiner Seite bekam er es meist mit dem leichtfüßigen Eren Dinkci zu tun, ließ diesen aber im Verbund mit Maximilian Mittelstädt zunächst nicht zur Entfaltung kommen.
Grischa Prömel (Note 2,5): Der Mittelfeldspieler bereitete das Führungstor durch Maximilian Mittelstädt vor (7.). Und Grischa Prömel setzte zu weiteren Tiefenläufen in den gegnerischen Strafraum an. Hauptaufgabe war jedoch, das Spiel zu stabilisieren. Das gelang mit hohem Laufaufwand trotz einiger Ballverluste. Am Schluss fast nur noch im eigenen Strafraum, um per Kopf zu klären.
Yanik Spalt (Note 2,5): Das Talent erhielt von Beginn an das Vertrauen im zentralen Mittelfeld. Spielte trotz seiner 19 Jahre mit großer Ruhe am Ball. Yanik Spalt traute sich zudem energisch in die Zweikämpfe zu gehen. Hatte nach dem Seitenwechsel noch mehr zu laufen. Das kostete Kraft, doch der Österreicher biss sich durch. Bis zur 83. Minute. Dann kam Atakan Karazor für ihn.
Jamie Leweling (Note 4): Gab auf der rechten Seite den sogenannten Schienenspieler. Rauf und runter lief er. Versuchte es dabei in der Offensive immer wieder mit Hackentricks, wobei ein paar daneben gingen. Jamie Leweling ist besser, wenn er sich wuchtig durchsetzt. Das gelang einige Male. Nach 65 Minuten war Schluss.
Maximilian Mittelstädt (Note 2,5): Der Linksverteidiger war diesmal linker Schienenspieler einer Dreier-/Fünferkette in der Defensive – überzeugte dann aber gleich als Offensivmann. In der siebten Minute erzielte er nach Vorarbeit von Grischa Prömel das 1:0. Defensiv störte er gemeinsam mit Ramon Hendriks das Wirken von Eren Dinkci.
Bilal El Khannouss (Note 3,5): Agierte aus dem offensiven Zentrum heraus und gab nach wenigen Minuten den ersten Torschuss ab. Bilal El Khannouss blieb zunächst ein Aktivposten – mit Ball und gegen den Ball. Gefährlich war sein Versuch aus der Distanz, als der Werder-Torwart Karl Hein parierte (28.). Nach der Pause tauchte der Techniker ab. Er wurde dann ausgewechselt (65.).
Chris Führich (Note 3,5): Zunächst nicht so auffällig wie in zahlreichen Partien zuvor. Dann explodierte Chris Führich mal auf dem linken Flügel (24.). Versuchte weiter Dampf zu machen. Notfalls, um die Bremer Verteidigung unter Druck zu setzen. Setzte immer wieder zu Dribblings an. Ohne durchschlagenden Erfolg. In Schlussphase kam Ermedin Demorivic für ihn (83.).
Deniz Undav (Note 4,5): Seine erste auffällige Aktion kam nach mehr als 20 Minuten. Allerdings blieb sein Spiel in vielen Momenten schlampig. Zudem verschleppte Deniz Undav gelegentlich das Tempo. Der Mittelstürmer wurde hart getroffen, als er mit dem Werder-Keeper Karl Hein zusammenstieß (47.). Lauerte weiter auf seinen Moment. Allerdings ohne viel oder schnell zu laufen.
Ermedin Demirovic: Der Stürmer kam in der 83. Minute für Chris Führich und bleibt damit ohne Bewertung.
Finn Jeltsch (Note 3,5): Der erneut fürs DFB-Team nominierte Abwehrspieler kam in der 55. Minute für den angeschlagenen Luca Jaquez in die Partie. In der 69. Minute rettete er beherzt mit einer Grätsche. Es folgte eine riskante Befreiung per Kopf, dann wieder eine abgeklärte Aktion. In Summe ein Auftritt mit Licht und Schatten.
Tiago Tomas (Note 4): Der Portugiese wurde für Jamie Leweling eingewechselt (65.). Tiago Tomnas brauchte aber etwas, um in die Partie zu finden. Offensivaktionen hatte er keine.
Atakan Karazor: Kam in der 83. Minute für Yanik Spalt und bleibt ohne Bewertung.
Nikolas Nartey (Note 3,5): Nahm nach seiner Einwechslung den Platz von Bilal El Khannouss ein (65.). Nikolas Nartey traute sich gleich einiges zu. Der Däne trieb an und suchte den Abschluss.