Basketball-Bundesliga

MHP Riesen Ludwigsburg gewinnen keinen Schönheitspreis, aber das Spiel

Ludwigsburgs Basketballer sind zu Beginn der Rückrunde in Jena erfolgreich – vor allem dank einer starken Schlussphase.

MHP Riesen Ludwigsburg gewinnen keinen Schönheitspreis, aber das Spiel

Stef Smith (re.) dreht spät auf – und kommt noch auf 18 Punkte.

Von Joachim Klumpp

Nicht schön – aber siegreich. Auf diesen Nenner lässt sich der 84:75(40:44-)Erfolg der MHP Riesen Ludwigsburg am Samstagabend in der Basketball-Bundesliga bei Science City Jena bringen. Danach sah es fünf Minuten vor Schluss bei fünf Punkten Rückstand nicht aus, doch mit einer schließlich konzentrierten Defensive ließen die Riesen nur noch zwei Punkte zu und machten selbst noch 16. „Wir haben gelernt, dass wir dafür bereit sein müssen und wissen, dass ein komplettes Spiel höchst unwahrscheinlich ist“, sagte Riesen-Coach Mikko Riipinen.

„Das ist letztendlich schon eine Frage der Qualität“, meinte der junge Julis Baumer (8 Punkte), „irgendwann fallen die Würfe.“ Zum Beispiel bei Stef Smith, der lange Zeit nicht gut im Spiel war, dann aber auf 18 Zähler kam – und zehn davon in den letzten fünf Minuten markierte. Überhaupt waren die spielerischen Defizite bei den Ludwigsburgern lange Zeit auffällig, sie verfielen oft in Einzelaktionen, sodass Jena das Spiel eigentlich gut im Griff hatte. Doch zumindest die Einstellung stimmte in der Schlussphase, in der Nachwuchsspieler Maxwell Dongmo Temoka vor 2917 Zuschauern ins kalte Wasser geworfen wurde und noch drei Rebounds beisteuerte.

Überhaupt war die deutsche Fraktion im Kader ein wichtiger Bestandteil des Erfolgs, Neuzugang Gavin Schilling (10 Punkte, 8 Rebounds) machte vor allem in der ersten Hälfte eine starke Partie. Die Ludwigsburger, die nun vier der letzten fünf Spiele gewonnen haben, rückten damit auf den sechsten Platz vor, der am Ende der Saison sogar zum direkten Einzug in die Play-offs berechtigen würde. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg, vor allem weil die Konstanz im Spiel der Riesen weiter Wünsche offen lässt.

Am nächsten Samstag (18.30 Uhr) kommt es jetzt erst einmal zum Verfolgerduell gegen die Bamberg Baskets, die in der Tabelle nur zwei Punkte hinter den Riesen rangieren. Wobei Nachwuchsmann Maxwell Dongmo noch eine andere Aufgabe vor der Brust hat. Er blieb gleich in Jena, um an diesem Sonntag mit dem ProB-Team (dritte Liga) in Erfurt aufzulaufen. Was für ein Wochenende. Wie sagte Riipinen: „Die Youngster sind schlicht begeisternd. Ich liebe sie, sie sind so gut. Unser ganzer Club sollte stolz auf sie sein!“