Mike Neulinger holt sich WM-Titel

Backnanger Kickboxer trumpft in Polen auf – Polychronis Zafeirlis erkämpft die Bronzemedaille

Mike Neulinger holt sich WM-Titel

Mike Neulinger (rechts) trumpft groß auf. Foto: privat

(aal). Die Backnanger Kickboxer Polychronis Zafeirlis und Mike Neulinger wurden aufgrund ihrer starken Leistungen vom Beauftragten der WKA-Germany, Jochen Gieb, ins deutsche Nationalteam berufen und für die Weltmeisterschaft in Polen nominiert. Dort trumpften die beiden KSC-Sportler auf und sicherten sich die Gold- und Bronzemedaille.

Der Backnanger Trainer Artur Allerborn machte sich mit seinen beiden Athleten auf den Weg in den Südwesten Polens nach Swidnizca, wo die besten Amateurkickboxer antreten. Beide Backnanger Athleten kämpften in der offenen Klasse: Neulinger in der Altersklasse bis 15 Jahre und Zafeirlis bei den Erwachsenen. Beide Backnanger überstanden die Vorkämpfe am ersten Tag problemlos und standen so im Halbfinale. Zafeirlis traf dabei auf den Polen Lukasz Buda, der dem Backnanger erheblichen Widerstand bot. Erst in der dritten Runde brachte der KSC-Sportler seine Schnelligkeit ins Spiel und irritierte mit schnellen Führhänden den Gegner, um ihn mit der stabilen Schlaghand mehrfach zu treffen. Doch die offensive Kampfführung des Polen in den ersten beiden Runden genügte diesem zum Gesamtsieg. Im folgenden Kampf um die Bronzemedaille hatte Zafeirlis keine Schwierigkeiten, seinen Gegner Bielas Bartolomej, ebenfalls aus Polen, zu bezwingen.

Nach den Vorkämpfen stand am zweiten Tag Mike Neulinger dem Ukrainer Lev Nesterenko gegenüber, den der Backnanger Betreuer Mathias Riedel in den Vorkämpfen gefilmt hatte. Somit entwickelte Trainer Allerborn in Nachtarbeit eine Kampftaktik gegen den wuchtig schlagenden und deutlich schwereren Ukrainer. Der hochgewachsene Backnanger wollte dem Ukrainer keine feste Angriffsfläche bieten. Im Übrigen vertraute Coach Allerborn auf die herausragende Ausdauer seines Athleten. Er hoffte darauf, dass sein Athlet bei zunehmender Kampfdauer mit Kombinationen arbeiten kann, um auch eine optische Überlegenheit zu erreichen und damit die Punktrichter zu überzeugen. Diese Taktik ging auf und der Backnanger zog ins Finale gegen den Neuseeländer Werahiko Arapeta ein. Auch hier war die Videodokumentation von Riedel wichtig, um die Vorgehensweise im Finale zu planen. Der ebenfalls hochgewachsene Neuseeländer zeigte eine ähnliche Kampfkonzeption wie der Backnanger. Das Trainerteam entschied sich, nichts an Neulingers Taktik zu ändern. Der Backnanger sollte lediglich keinen Leerlauf entstehen lassen, alle Angriffe als Erster beginnen, um damit dem Gegner eine defensive Kampfweise aufzuzwingen. Neulinger zeigte Angriffskickboxen auf hohem Niveau und überrannte Arapeta. Nach den geraden Fußtritten folgten gerade Fauststöße, die er entweder mit Halbkreiskicks abschloss oder im Nahkampf mit Knietechniken weiterführte. Dies ist sicherlich das Ergebnis des häufigen Trainings bei seinen Kicktrainern Alexander und Daniel Fritz. Die starke Ausdauer des Backnangers gab dann zusätzlich den Ausschlag für einen ungefährdeten Punktsieg und damit den Titelgewinn.