Mit viel Mühe und Glück zu einem Punkt

Aspachs Drittligafußballer dürfen sich bei Torwart Kevin Broll bedanken, dass es gegen den Vorletzten Cottbus zum 0:0 reicht

Mühsam nährt sich Eichhörnchen Großaspach. Besonders mühsam offensichtlich, wenn es für die Drittligafußballer der SG Sonnenhof gegen direkte Konkurrenz im Abstiegskampf geht. Jüngstes Beispiel das 0:0 gegen den Vorletzten FC Energie Cottbus. Erneut reichte es nicht zu den erhofften Big-Points. Selbst der eine Zähler für Aspach war sehr glücklich.

Mit viel Mühe und Glück zu einem Punkt

War nicht zu überwinden: SG-Torwart Kevin Broll, der mehrfach gegen frei vor ihm auftauchende Gästestürmer glänzend parierte. In der Szene scheitert Cottbus-Angreifer Fabio Viteritti aus sechs Metern am besten Mann auf dem Platz, der Aspach einen glücklichen Punkt bescherte. Foto: A. Becher

Von Uwe Flegel

Gerne wird nach einem Unentschieden im Fußball gefragt, ob es ein gewonnener Punkt war oder zwei Zähler verloren wurden. Diesmal kamen solche Diskussionen nicht auf. Zumindest nicht, wenn es um die Aspacher Belange ging. Denn dieser Teilerfolg war arg schmeichelhaft für den Klub aus dem Fautenhau. Angesichts der Vorstellung ging fast ein positiver Fakt unter: Nach dem 0:0 ist die SG Sonnenhof mittlerweile seit vier Spielen ohne Niederlage. Groß Stimmung kam deshalb nicht auf. Schuld daran war dieses Unentschieden, das die Hausherren eigentlich nur dem überragenden Kevin Broll verdankten. Selbst die besten Möglichkeiten des Vorletzten machte der Schlussmann zunichte. Das Drittligaspiel mutierte zum Privatduell zwischen dem Torwart und den Gästestürmern. „Wir hatten fünf, sechs sehr gute Chancen“, trauerte Cottbus-Trainer Claus-Dieter Wollitz zwei verschenkten Punkten hinterher, denn: „Im Fußball zählen Tore.“

Der Coach der Brandenburger durfte nicht mit dem Ergebnis, aber mit der Vorstellung seiner Mannschaft zufrieden sein. Für sein Gegenüber galt das in umgekehrter Reihenfolge. „Wir haben heute Kevin Broll gebraucht, um nicht zu verlieren“, war eine Feststellung Schnorrenbergs, die ebenso zutraf wie diese Feststellung: „Wir haben heute keine Torchance herausgespielt.“ Korrekt, entsprang die einzige gute Möglichkeit der Gastgeber doch einem Standard, bei dem der unerwartet doch noch rechtzeitig fit gewordene Jamil Dem in der neunten Minute haarscharf am Tor vorbei köpfte. Der SG-Coach gestand: „Ich habe schon Videoanalysen von unseren Spielen gemacht, die haben mehr Spaß bereitet.“

Dabei wusste der 41-Jährige auch ohne Besichtigung der Bilder, woran es seiner Elf gegen den kampf- und spielstarken Vorletzten gefehlt hatte: „Wir waren nicht aktiv, wir waren passiv.“ Soll heißen: Wer nicht genug Zweikämpfe gewinnt, wer im Spielaufbau ständig den Ball verliert, wer auch ganz vorne in der Spitze selten einen Ball richtig fest macht, der rennt permanent dem Gegner hinterher. So wie Aspach gegen Cottbus. Dass an diesem Tag neben den Vorkämpfern und Abwehrstrategen Julian Leist sowie Kai Gehring eigentlich nur Jamil Dem gute Aggressivität und Zweikampfwerte hatte, sollte allen anderen Kickern zu denken geben. Denn der zentrale Mittelfeldspieler hatte in den vergangenen zwei Wochen wegen seiner Sprunggelenksverletzung aus dem Osnabrück-Spiel kaum trainiert und konnte nur mit einem dick bandagierten Fuß spielen.

Wobei der Trainer der Schwaben seinem Team nicht den Willen absprechen wollte, endlich einmal ein Duell gegen eine Mannschaft aus dem hinteren Tabellenbereich zu gewinnen. Denn das hat in dieser Runde noch nicht richtig geklappt. Von den fünf Aspacher Siegen stammen drei aus den Partien gegen die zu den Top-Sechs gehörenden Mannschaften Osnabrück, Uerdingen und Münster. „Vielleicht müssen wir mal sprechen“, will Schnorrenberg nicht ausschließen, dass es für seine Fußballer mittlerweile fast schon eine Belastung darstellt, wenn es gegen direkte Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg geht. Da trifft es sich ja fast schon gut, dass nächsten Samstag mit der Partie bei Hansa Rostock und dem Mittwoch-Heimspiel gegen den von Ex-Trainer Rüdiger Rehm gecoachten SV Wehen Wiesbaden nun zwei richtige schwere Aufgaben auf den Fünftletzten aus dem Fautenhau warten.