VfB Stuttgart

Nach dem Bayern-Frust – für den VfB beginnt die Ligasaison erst jetzt

Die Hoeneß-Elf muss die Niederlage in München schnell abhaken und schon auf das Heimspiel gegen den 1. FC Köln blicken – denn der Meister ist kein Maßstab mehr.

Nach dem Bayern-Frust – für den VfB beginnt die Ligasaison erst jetzt

Der VfB-Trainer Sebastian Hoeneß ist während des Spiels in München hin- und hergerissen.

Von Carlos Ubina

Es ist natürlich ernüchternd mitzuerleben, wie die eigene Mannschaft bereits am ersten Spieltag an ihre Grenzen stößt. Trotz guter Leistung. Sebastian Hoeneß ist es so ergangen in München. Hin- und hergerissen war der Trainer des VfB Stuttgart nach dem 1:5 beim FC Bayern. Er hat ja gesehen, wie seine Elf mutig gegen den Rekordmeister angetreten war. Wie sich die VfB-Spieler energisch in die Manndeckung gegen Harry Kane, Michael Olise und Luis Diaz gestürzt hatten. Wie sie zum zwischenzeitlichen Ausgleich durch Josha Vagnoman kamen. Aber Hoeneß musste ebenso registrieren, dass die Bayern der Fußball-Bundesliga entwachsen sind. Sie sind in Normalform zu stark für die nationale Konkurrenz. Spielerisch und läuferisch erdrücken sie ihre Gegner.

„Die Bayern werden hier noch viele Mannschaften schlagen – und einige auch höher als uns“, sagt Hoeneß. Diese Einschätzung fasst bereits zum Saisonauftakt treffend zusammen, dass das Titelrennen auf einen Start-Ziel-Sieg hinausläuft. Weil sich die Münchner unter Vincent Kompany in eine bestens geölte Tormaschine verwandelt haben. „Wir versuchen einfach mit dem weiterzumachen, was wir in den vergangenen Jahren gemacht haben: viel Energie, viel Laufbereitschaft und natürlich immer Tore machen. Das haben die Jungs gleich wieder gezeigt. Sie wissen, wo das Tor steht“, sagt der Bayern-Coach.

Daxot Upamecano (21.), Michael Olise ( 55.), Alexandar Pavlovic (82.) und Luis Diaz (90.+2) erzielten die Bayern-Treffer. Dazu kam das Eigentor von Vagnoman (58.) in einer Begegnung, die den Stuttgartern nach dem 1:1 (52.) innerhalb weniger Minuten aus den Händen glitt. Das nackte Ergebnis ist deshalb hart für Hoeneß, da es wirkt, als habe der VfB keine Chance gehabt. Was sich jedoch festhalten lässt: Der VfB hat seine Chance gesucht und wurde dafür bestraft, nicht belohnt.

Zu den Erkenntnissen des Münchner Abends gehört jedoch auch, dass ein Spiel gegen den FC Bayern kein Maßstab ist. Zum Vergleich und zur Erinnerung: vor einem Jahr unterlag RB Leipzig im Eröffnungsspiel der Liga den Münchnern mit 0:6 und erreichte in der Endabrechnung dennoch den dritten Tabellenplatz. Parallelen lassen sich da sicher nicht ziehen, aber der VfB verfügt schon über eine Mannschaft, die unter den 16 anderen Rivalen zu den besten Teams der Liga zählt.

Best of the rest, sozusagen. Das ist der inoffizielle Wettbewerb, der für die Stuttgarter am Freitagabend beginnt. Im Heimspiel gegen den 1. FC Köln, der nach dem 3:2 gegen die TSG Hoffenheim frisch gestärkt in die MHP-Arena kommt. „Es muss jetzt der Ansporn sein, Dinge besser zu machen, auch mit dem Ball besser umzugehen und ihn in bestimmten Phasen länger in unseren Reihen zu halten“, sagt Hoeneß. Denn gegen die Rheinländer verbindet sich sicher ein anderer Anspruch als gegen die Bayern. Die ersten Saisonpunkte sollen her.