Stark gefordert: der VfB-Spieler Maximilian Mittelstädt behauptet sich gegen den Hoffenheimer Adam Daghim.
Von Marco Seliger, Carlos Ubina
Der VfB Stuttgart hat bei der TSG Hoffenheim verloren – mit 1:2. Damit bleibt die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß nach einer intensiven Begegnung bei drei Punkten in der Fußball-Bundesliga. Wir haben alle mindestens zehn Minuten eingesetzten Spieler detailliert bewertet.
Fabian Bredlow (Note 3): Bekam keine Gelegenheit, sich auszuzeichnen, da hieß es schon 0:1 durch Adam Hlozek (13.). Später parierte Fabian Bredlow gegen den TSG-Stürmer gut (38.). Auch gegen Tim Lemperle war der Torhüter zur Stelle (58.). In der Nachspielzeit reagierte er noch einmal gut.
Josha Vagnoman (Note 2,5): Mal Traumtor, mal Eigentor, mal Fehler, mal eine Art Geniestreich – beim Rechtsverteidiger war in dieser Saison schon alles dabei. In Sinsheim nun agierte Josha Vagnoman zunächst eher unglücklich, das aber ohne entscheidenden negativen Einfluss aufs Spiel zu nehmen. Und dann nahm Vagnoman Einfluss – und wie! Über rechts setzte er zu Beginn der zweiten Hälfte über den halben Platz zum Solosprint an – und passte nach innen, wo Maximilian Mittelstädt am Ende zum 1:1 einschob. So wollen die VfB-Fans Vagnoman sehen. Wie in der 72. Minute, als er wieder von rechts reinpasste. Auf den freistehenden Undav, der dann aber das Falsche machte und querlegte.
Finn Jeltsch (Note 3,5): Der Innenverteidiger hatte im Umgang mit dem Ball ungewohnte Problem. Das lag auch am Druck der Hoffenheimer. Dazu musste Finn Jeltsch einiges einstecken. Hatte Pech bei einem Distanzschuss (52.). Weitere Offensivaktionen nach Eckbällen folgten. In der Abwehr meist stabil.
Jeff Chabot (Note 4): War in den Zweikämpfen mit Tim Lemperle stark gefordert. Und Jeff Chabot blieb meist Sieger. Nach der Pause war er zunächst aufmerksam und kopfballstark. Vor dem 1:2 durch Adam Hlozek war der Abwehrspieler jedoch nicht auf der Höhe des Geschehens (67.).
Ramon Hendriks (Note 3,5): Der Niederländer agierte solide. War zunächst in der Abwehr so stark eingespannt, dass er kaum Aktionen nach vorne hatte. Nach dem Seitenwechsel zog es den Verteidiger mehr in die Offensive. Wurde in der Schlussphase durch Leo Sauer ersetzt,
Maximilian Mittelstädt (Note 3): Nein, es war zunächst nicht das Spiel des Linksverteidigers. Denn Maximilian Mittelstädt lief in Minute 13 nur hinterher, als Hoffenheims Adam Hlozek in die Tiefe geschickt wurde und dann zum 1:0 einschoss. Später weiter durchwachsen unterwegs. Nach der Pause stand der Abwehrmann vorne richtig und schoss kurz nach Wiederbeginn zum 1:1 ein. Später zumindest hinten sicher.
Grischa Prömel (Note 3,5): Was für eine Geschichte: Da Deniz Undav auf der Bank war, war der ehemalige Hoffenheimer an alter Wirkungsstätte der Kapitän des VfB. Wie gewohnt lief Grischa Prömel viel, der Mittelfeldmann gab die Kommandos – und war nach Angelo Stillers verletzungsbedingter Auswechslung noch mehr gefordert. Leistete sich einen krassen Fehlpass in der 57. Minute, der fast zum 1:2 geführt hätte – und hatte das Spiel bei weitem nicht immer im Griff.
Angelo Stiller (Note 3,5): Wie gewohnt versuchte der Mittelfeldmann den Takt im Stuttgarter Spiel vorzugeben – was in 34 Minuten nicht immer gelang. Nur 34 Minuten deshalb, weil Angelo Stiller danach raus musste. Er war im Strafraum zu Boden gegangen, nachdem er mit dem Knie gegen das Knie von Innenverteidiger Ozan Kabak geprallt war.
Ermedin Demirovic (Note 3,5): Drei Tore zuletzt in die Champions League gegen Stavanger – das nennt man wohl ein Empfehlungsschreiben für einen Startelfeinsatz. So durfte der Bosnier bei der TSG Hoffenheim von Beginn an ran – und scheiterte zweimal aus kurzer Distanz in Hälfte eins an Keeper Oliver Baumann. Fleißig und engagiert, aber glücklos, das war sein Auftritt in Sinsheim. Nach 65 Minuten ausgewechselt.
Dzenan Pejcinovic (Note 3,5): Der neue Stürmer durfte wieder von Beginn an ran – dieses Mal im Duett mit Ermedin Demirovic. Dzenan Pejcinovic ließ sich einige Male fallen (nicht auf den Boden, sondern in die Tiefe des Stuttgarter Spiels) – und war so oft in die Kombinationen eingebunden. Dass die nicht immer glückten, lag auch an den Mitspielern. Hatte nach einer guten Stunde die Riesenchance zum 2:1, scheiterte aber freistehend an Keeper Oliver Baumann.
Chris Führich (Note 4): Der Flügelstürmer war eher unglücklich und einige Male auf den falschen Wegen unterwegs. Wie immer emsig und engagiert, aber ohne große Wirkung war der Blondschopf. Nach 65 Minuten ausgewechselt.
Yanik Spalt (Note 3,5): Nachdem er gegen den 1. FC Köln (4:1) seine ersten Bundesligaminuten sammeln durfte, war der 19-jährige Mittelfeldmann jetzt nach dem Aus für Stiller in der 34. Minute in Sinsheim länger gefordert. Yanik Spalt agierte zunächst solide, ehe es unmittelbar vor dem 1:2 einen fatalen Abstimmungsfehler mit Jeff Chabot gab. Spalt jedenfalls sprintete nach einem Steilpass auf den Torschützen Hlozek nicht nach hinten mit durch, so stand es 2:1 für Hoffenheim.
Bilal El Khannouss (Note 3): Kam für Chris Führich in die Partie (65.). Hatte einen starken Antritt von der linken Seite aus und es sprang eine Riesenchance für Deniz Undav heraus (72.). Bilal El Khannouss versuchte es weiter mit Tempo. Eine klare Offensivaktion gab es nicht mehr.
Deniz Undav (Note 4,5): Der Kapitän kam nach 65 Minuten ins Spiel. Und bestätigte den Eindruck sieben Minuten später, dass er noch nicht so wirklich in dieser Saison angekommen ist. Josha Vagnoman passte von rechts nach innen, Deniz Undav stand frei vor dem Tor aus kurzer Distanz – und versuchte, anstatt zu schießen, quer zu legen. Die Kugel landete bei einem Hoffenheimer. Der nächste eher schwache Auftritt in dieser Saison.
Jamie Leweling (Note – ): Wurde in der 81. Minute für Josha Vagnoman eingewechselt und nicht mehr bewertet.
Leo Sauer (Note – ): Wurde in der 81. Minute für Ramon Hendriks eingewechselt und nicht mehr bewertet.