„Es wird Veränderungen geben.“ So viel kündigt Markus Lang, der Interimstrainer von Großaspachs Drittliga-Fußballern, vor dem heutigen Kellerduell des Vorletzten beim Viertletzten Viktoria Köln (19 Uhr, Sportpark Höhenberg) bereits an. Zu viel Offenheit erlaubt sich der 43-Jährige aber auch nicht, für die konkrete Startelf gilt auf fast allen Positionen: „Wir wollen uns nicht in die Karten spickeln lassen.“ Dasselbe ist es mit dem System.
Dominik Martinovic saß zuletzt gegen Rostock nur auf der Tribüne, reagierte aber mit guten Trainingsleistungen auf seine Degradierung. Weil Großaspachs Interimscoach Markus Lang eigentlich große Stücke auf den Stürmer hält, dürfte er in Köln zumindest als Joker wieder dabei sein. Foto: T. Sellmaier
Von Steffen Grün
Den aktuellen Kader der SG Sonnenhof bilden drei Keeper und 26 Feldspieler. Im Kasten dürfte die Situation klar sein, mit meistens guten Leistungen verdiente sich Maximilian Reule den Stammplatz. Von den Vorderleuten fallen Korbinian Burger (Adduktorenprobleme), Michael Vitzthum (Hüftverletzung), Jonas Meiser (Knie-OP), Jamil Dem und Joel Gerezgiher (beide im Aufbautraining) weiterhin aus. Weil sich Kai Gehring in der Nachspielzeit bei der 0:1-Heimniederlage gegen Rostock einen Disput mit dem Referee leistete, dafür die fünfte Gelbe Karte kassierte und deshalb ein Duell gesperrt ist, reduziert sich Langs Auswahl für die Reise nach Köln auf 20 Feldspieler. Lediglich 16 dürfen neben den beiden Torhütern auf dem Spielberichtsbogen stehen, mithin wird in der Domstadt ein Quartett auf der Tribüne sitzen.
Dabei gilt’s unter anderem zu beachten, dass vier von den insgesamt 18 Mann unter 23 Jahre alt und für den DFB spielberechtigt sein müssen. Wen der Bannstrahl trifft, hängt aber auch von den Trainingsleistungen ab, und vor dem Rostock-Spiel war Lang zum Beispiel mit denen von Dominik Martinovic „nicht einverstanden“. Der Stürmer, der bei den vorherigen drei Partien unter der Regie des Interimstrainers (im Mai und im Dezember 2019) stets zur Startformation gehört und zwei wichtige Tore erzielt hatte, war plötzlich ganz draußen. „Ich halte viel von ihm als Spielertyp, das weiß er auch“, betont Lang. „Er darf sich aber wie jeder Spieler nicht zu sicher sein.“ Auf seine Nichtnominierung am vergangenen Samstag reagierte Martinovic so, wie sich das der Trainer erhofft: „Er hat wie alle anderen in dieser Woche gut trainiert.“ Der 22-Jährige könnte in Köln also zumindest als Joker dabei sein.
Eine spannende Frage ist, wer den gesperrten Innenverteidiger Kai Gehring ersetzt. Die naheliegende, positionsgetreue Variante wäre Dennis Slamar, doch Lang sieht zudem „ein, zwei Linksfüßler im Kader, die das auch spielen können“. Damit dürften wohl die nominellen Linksverteidiger Dan-Patrick Poggenberg und Marin Sverko gemeint sein, die in die Mitte an die Seite von Kapitän Julian Leist rücken könnten. Nicht zuletzt hänge seine Entscheidung auch davon ab, „ob wir vielleicht mal von der Viererkette abweichen“. Doch selbst wenn das nicht der Fall sein sollte, sieht der Trainer eine Vielzahl von Systemvarianten – vom 4-1-4-1 über das von ihm meist favorisierte 4-4-2 bis zum 4-2-3-1 oder 4-3-3. „Wir wollen flexibel sein“, betont der gebürtige Unterländer.
Klar ist, dass Sebastian Bösel weiterhin im Mittelfeld bleibt und nicht mal wieder als Rechtsverteidiger aushilft. „Dafür ist er mir im Zentrum zu wichtig“, erläutert Lang, „ein absoluter Führungsspieler“. Alle weiteren Personalien im Zentrum sowie auf Halb- oder Außenpositionen haben mit dem System zu tun. Dasselbe gilt für den Sturm, wo sich mit Matthias Morys, Eric Hottmann, Timo Röttger, Kai Brünker und Dominik Martinovic fünf Anwärter um wohl maximal zwei Plätze balgen.
Markus Lang ist trotz der langen Negativserie von zehn Spielen ohne Sieg darum bemüht, seine Mannschaft starkzureden. „Wir können das packen, das muss allen bewusst sein und dafür werden wir alles geben“, sagt er und meint einen Sieg, denn der „ist in unserer jetzigen Situation nicht nur notwendig, um den Bock umzustoßen, sondern auch deshalb wichtig, um wieder neuen Mut sowie Selbstvertrauen für die kommenden Wochen zu schöpfen“.