Boxer im Programm von Tyson Fury

Ring frei für die große Bühne – Mega-Chance für Simon Zachenhuber

Simon Zachenhuber kommt seinem Ziel, um die WM zu boxen, womöglich einen entscheidenden Schritt näher. Am 11. April steigt er wieder in den Ring – vor 60 000 Zuschauern.

Ring frei für die große Bühne – Mega-Chance für Simon Zachenhuber

Simon Zachenhuber steigt am 11. April wieder in den Ring – diesmal in London.

Von Dirk Preiß

Abliefern vor 60 000 Zuschauern? Ist kein Problem für die Fußballer der Tottenham Hotspurs – sie sind das gewohnt in ihrer Heimstätte im Londoner Norden. Simon Zachenhuber betritt dagegen Neuland, wenn er am 11. April in eben jenem Stadion in den Ring tritt – und ist schon jetzt extrem aufgeregt: „Nur der Gedanke daran, das Stadion mit 60 000 Leuten zu betreten, ist für mich Motivation genug 120 Prozent zu geben“, jubelt der 27-Jährige. Und: „Das ist meine Chance, mich auf der größten Bühne der Welt zu beweisen.“

28 Profikämpfe hat Zachenhuber in seiner Karriere bestritten, alle 28 hat er gewonnen. Zu einem WM-Kampf hat ihn das aber noch nicht geführt. Nun aber könnte er entscheidende Schritt bevorstehen. Der Bayer, der seit Jahren in Stuttgart legt und trainiert, trifft in London auf den Briten Troy Williamson an. Und zwar im Rahmen eines riesigen Kampfabends, den der Streamingriese Netflix überträgt.

Tyson Fury (37), der ehemalige Weltmeister, gibt an jenem Abend sein Comeback und steigt gegen den Russen Arslanbek Makhmudov (34) in den Ring. Entsprechend groß ist die Bühne für Simon Zachenhuber, der bei der Vermittlung dieser Möglichkeit auf die Arbeit der Goldstar Promotions bauen konnte. Allerdings ist die Aufgabe auch maximal herausfordernd.

„Es wird der schwerste Kampf meines Lebens“, sagt Zachenhuber und verweist auf den Sieg von Troy Williamson (34) gegen den bis dahin noch ungeschlagenen Callum Simpson: „Das sagt alles über seine Qualitäten.“ Williamson hat 22 seiner 27 Kämpfe gewonnen. Zachenhuber versichert aber: „Ich fühle mich bereit.“ Im Gegensatz zum Jahresbeginn.

Handverletzung sorgte für Kampf-Absage

Da sollte der 27-Jährige im Rahmenprogramm des deutschen Schwergewichtlers Agit Kabayel boxen, versprach sich auch von diesem Event ein Vorankommen – musste dann aber wegen einer Handverletzung passen. Nun hat er erneut die Chance, einem WM-Kampf näherzukommen. „Am liebsten würde ich noch in diesem Jahr, um die WM kämpfen“, sagt der Supermittelgewichtler. „Wir arbeiten daran, den Kampf zum Final-Eliminator um die WM zu machen und haben gemeinsam Großes vor“, verspricht Goldstar-Promoter Spencer Brown. Den Managern schwebt ein WM-Kampf mit Zachenhuber (er stammt aus Erding) in München vor.

Davor muss der Boxer aber auch nach seinem 29. Kampf den Ring als Sieger verlassen. Dass dies kein Selbstläufer wird, zeigte sich im Sommer des vergangenen Jahres. Da tat sich Simon Zachenhuber gegen Paulinus Ndjolonimu schwer, ehe er das Duell gegen den Mann aus Namibia nach Punkten für sich entschied.