SG Sonnenhof zum Siegen verdammt

Drittliga-Fußballer erwarten heute Zwickau zum letzten Heimspiel, in den Abstiegskampf sind sieben weitere Teams verwickelt

Wacklige Abwehr, harmloser Angriff, katastrophale Vor- oder Rückrunde, Verletzungspech: Es hat verschiedene Gründe, warum zwei Spieltage vor Saisonschluss noch acht Fußball-Drittligisten Gefahr laufen, dem bereits abgestiegenen VfR Aalen zu folgen. Darunter die SG Sonnenhof Großaspach, die im heutigen Heimspiel gegen Zwickau (13.30 Uhr, Mechatronik-Arena) zum Siegen verdammt ist.

SG Sonnenhof zum Siegen verdammt

Überzeugte nach seiner Einwechslung in Karlsruhe, erzielte bei der 1:2-Niederlage den späten Anschlusstreffer und ist nun eine Option für die SG-Startelf: Dominik Martinovic. Foto: T. Sellmaier

Von Steffen Grün

Die Phalanx der Teams, die noch bangen müssen, beginnt mit zwei einstigen Deutschen Meistern: 1860 München holte 1966 den Titel und wurde im Jahr darauf Zweiter hinter den Braunschweigern, die nun punktgleich mit den Löwen sind. Am Ende erwischt es neben Aalen noch ein Trio.

TSV 1860 München (12. Platz): Der Aufsteiger spielte lange Zeit eine stabile Runde, das 0:1 in Aspach am 8. April war aber die erste von zuletzt fünf Pleiten in Serie. Nun geht’s mit Köln und Jena noch gegen zwei Teams, die derzeit Abstiegsplätze belegen. Ein Pünktchen müsste schon reichen.

Eintracht Braunschweig (13. Platz): Auch den Niedersachsen, die nach dem einjährigen Erstliga-Comeback 2013/2014 einen tiefen Absturz erlebten, winkt ein Happy End. Nach einer katastrophalen Hinrunde, die sie mit 13 Punkten als Letzter beendeten, setzte Braunschweig mit Trainer André Schubert zur Aufholjagd an und avancierte mit 31 Zählern zum derzeit drittbesten Team der zweiten Saisonhälfte.

Spvgg Unterhaching (14. Platz): Fünfter an Weihnachten, doch zu damals 35 Punkten, die zu Aufstiegsträumen berechtigten, kamen nur noch 7 dazu. Der letzte Sieg datiert vom 4. März, 1:0 in Würzburg. Sollten die Bayern nun auch noch das Kellerduell gegen Lotte verlieren, droht ihnen tatsächlich ein Abstiegsplatz – und zum Saisonfinale geht es zum Meister nach Osnabrück. Eine Rolle spielt sicherlich, dass Torjäger Stephan Hain seit Mitte März ausfällt.

FC Energie Cottbus (15. Platz): Die meisten Tore aller Vereine ab Platz acht erzielt, allerdings auch die viertmeisten Treffer aller Drittligisten kassiert – bei den Partien der Lausitzer kommt selten Langeweile auf. Mit ihrem 2:1 in Uerdingen kletterten sie zuletzt erstmals seit längerer Zeit wieder auf einen Nichtabstiegsplatz, ein Heimsieg gegen den Absteiger aus Aalen könnte mit ein wenig Glück bereits die Rettung sein.

Sportfreunde Lotte (16. Platz): Der Saisonstart ging mächtig in die Hose, nach einem Punkt aus fünf Partien waren mit Matthias Mauksch und Interimscoach Klaus Bienemann bereits zwei Trainer Geschichte. Unter Nils Drube ging es erst steil bergauf und dann wieder bergab, weshalb im April der ehemalige Erfolgscoach Ismail Atalan zurückkehrte. Der soll es nun richten, vier Zähler aus vier Duellen waren aber allenfalls ein Anfang. Mit nur 30 Treffern stellt Lotte die harmloseste Offensive der Liga.

FC Carl Zeiss Jena (17. Platz): Auch Jena hat wie alle Kellerkinder außer München, Unterhaching und Cottbus schon einmal den Trainer getauscht. Lukas Kwasniok beerbte Mark Zimmermann kurz vor Weihnachten, stand nach einem Sieg zum Einstand in München nach zwölf sieglosen Partien aber schon wieder auf der Kippe. Vier Erfolge in Serie im April brachten Jena zurück ins Rennen, mit dem 3:4 gegen Würzburg rutschten die Thüringer zuletzt allerdings wieder unter den ominösen Strich.

SG Sonnenhof Großaspach (18. Platz): 18 Remis sind der fragwürdige Topwert aller Teams, ein weiteres bedeutet Drittliga-Allzeitrekord. Vielfach wurden Führung verspielt, 31 erzielte Tore unterbietet nur Lotte. Davon, mit nur 37 kassierten Toren die viertbeste Defensive zu haben, kann sich Aspach im Abstiegsfall nichts kaufen. Um das abzuwenden, müssen möglichst noch sechs Punkte her. Dazu passt die Herangehensweise von Neu-Trainer Markus Lang, der „agieren, nicht reagieren“ will und ankündigt: „Passivität gibt es bei mir nicht.“ Die Personalsituation wird besser. Bis auf Joel Gerezgiher, Jamil Dem, Jonas Meiser (alle verletzt) und den weiter suspendierten Patrick Choroba trainierten alle wieder, Zlatko Janjic ist aber fraglich. „Dominik Martinovic könnte eine Option sein“, sagt Lang und verweist auf die gute Leistung des Stürmers als Joker in Karlsruhe.

Fortuna Köln (19. Platz): Als der langjährige Trainer Uwe Koschinat im Oktober zu Sandhausen wechselte, lag die Truppe aus der Domstadt im Mittelfeld. Unter Tomasz Kaczmarek klappte erst wenig, ehe sich Köln etwas fing und erst im Frühjahr wieder den Faden verlor. Der Verein reagierte erneut, seit zwei Spielen hat Oliver Zapel das Sagen. Auch unter ihm gab es erst einen Punkt, trotzdem ist ein Endspiel gegen seinen Ex-Klub Großaspach am letzten Spieltag durchaus noch möglich.

Wer heute nicht in Großaspach ist, kann sich über den Liveticker unserer Zeitung unter www.bkz-online.de informieren und findet dort später auch ein Video. Stadionbesucher können den kostenlosen Shuttleservice nutzen, der um 12.30 Uhr am Busbahnhof in Backnang startet und die Haltestellen Etzwiesenbrücke, Seminar, Rossbergstaffel und Schafhaus Kleinaspach ansteuert. Zurück geht es um 15.45 Uhr.

SG Sonnenhof zum Siegen verdammt