Das Thema „Fußball ohne Gewalt“ sorgt für Diskussionen. Die Innenministerkonferenz dringt nun auf effektive Einlasskontrollen, damit Stadionverbote auch durchgesetzt werden.
Die Fußballclubs sollen Stadionverbote künftig besser kontrollieren (Symbolbild).
Von red/dpa
Die Innenminister von Bund und Ländern wollen die Vereine stärker in die Pflicht nehmen, um gewaltbereite Störer aus den Fußballstadien fernzuhalten. In einem Beschluss der Innenministerkonferenz (IMK) heißt es, „die damit verbundenen Straftaten, darunter Körperverletzungen, Vandalismus und der verbotene Einsatz von Pyrotechnik, stellen eine nicht unerhebliche Bedrohung für die öffentliche Sicherheit und die friedliche Fankultur dar“.
Konsequente Kontrolle nötig
Es sei gut, dass das DFB-Sportgericht im Nachgang der jüngsten Ausschreitungen mit Zuschauerteilausschlüssen sowie Reduzierungen und Personalisierung von Gästekartenkontingenten ein klares Signal gegen Gewalt in Stadien gesetzt habe. „Diese Maßnahmen müssen dann von den Vereinen auch konsequent durchgesetzt und kontrolliert werden“, heißt es in dem Beschluss weiter.
Fortschritte und Forderungen
Als Fortschritte werten die Ressortchefs, die in Hamburg zusammenkamen, Änderungen in den Stadionverbotsrichtlinien sowie die Schaffung einer Zentralen Aufsichts- und Überprüfungsstelle für Stadionverbote beim Deutschen Fußball-Bund (DFB). Zum Beginn der kommenden Saison müsse beides nun wirksam werden. Wichtig sei, dass vom DFB-Sportgericht verhängte Strafen auch in der Praxis umgesetzt würden.
Innenminister Schuster: Mustersicherheitskonzept muss kommen
Sachsens Innenminister Armin Schuster hatte sich zu Beginn der Konferenz für ein verbindliches Mustersicherheitskonzept für die Stadien ausgesprochen und für Pilotprojekte zu personalisierten Tickets geworben. Dieser Vorschlag fand am Ende jedoch keinen Eingang in den Beschluss. Zum ursprünglichen Beschlussvorschlag gab es Änderungswünsche aus mehreren Bundesländern.
DFB-Sportgericht sendet Signal gegen Gewalt
Nach schweren Ausschreitungen im Zweitliga-Spiel zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC Berlin im April hatte das DFB-Sportgericht kürzlich harte Strafen verhängt. Dazu zählen die Durchsetzung eines Sicherheitskonzepts für die nächsten beiden Meisterschaftsspiele dieser beiden Mannschaften gegeneinander. Das Kartenkontingent des Gastvereins Dresden wurde beschränkt, wobei die Eintrittskarten des Gäste-Kontingents personalisiert werden müssen.
Nach dem Zünden von Pyrotechnik im Stadion und Gewalt-Exzessen rund um das Stadion bei einem 1:2-Spiel des 1. FC Magdeburg gegen Dresden wurde der gesamte Ultra-Block beim nächsten Heimspiel im März ausgeschlossen. Andere Zuschauer berichteten später jedoch, es sei dann nicht ausreichend kontrolliert worden.