Zverev sollte das Zugpferd beim Stuttgarter Rasen-Tennisturnier sein. Doch der Erfolg in Paris verhindert seine Teilnahme. Dennoch gibt es Chancen auf deutsche Profis im Viertelfinale.
Jan-Lennard Struff (links) und Yannick Hanfmann (34) schafften am zweiten Turniertag den Sprung ins Achtelfinale.
Von red/dpa/lsw
Trotz der Abwesenheit von French-Open-Champion Alexander Zverev haben deutsche Tennisprofis beim Rasenturnier in Stuttgart Chancen auf den Viertelfinaleinzug. Die beiden Routiniers Jan-Lennard Struff (36) und Yannick Hanfmann (34) schafften am zweiten Turniertag den Sprung ins Achtelfinale.
In einem unterhaltsamen Erstrundenmatch setzte sich Struff nach einem Satzverlust gegen den kanadischen Qualifikanten Alexis Galarneau 6:2, 6:7 (5:7), 6:3 durch und sicherte sich damit eine reizvolle, aber auch schwierige Aufgabe.
Kann Struff seinen Coup von Paris wiederholen?
Im Kampf um den Viertelfinaleinzug trifft der Sauerländer auf den Kasachen Alexander Bublik, einer der Titelfavoriten der Boss Open. Bei den French Open hatte Struff den Top-Ten-Spieler in der ersten Runde überraschend besiegt. „Es wird ein komplett anderes Match“, sagte Struff, der 2023 in Stuttgart das Endspiel erreicht hatte. „Er wird wenig Rhythmus spielen. Er fühlt sich auf Rasen wohl. Es wird eine toughe Aufgabe.“
Seine Erstrundenpartie dominierte Struff zunächst klar gegen den zu fehleranfälligen Außenseiter Galarneau, der sich im Matchverlauf mehrfach spektakulär auf den Rasen warf, um den Ball zu erwischen. Nach einer kurzen Schwächephase im Tiebreak des zweiten Abschnitts sorgte Struff mit einem Break zum 3:1 im entscheidenden Durchgang für die Vorentscheidung.
Hanfmann freut sich über Rasentennis
Umkämpft war auch das Auftaktduell von Hanfmann. Nervenstark setzte sich der Karlsruher mit 7:6 (7:5), 7:6 (7:4) gegen den US-Amerikaner Aleksandar Kovacevic durch und überzeugte mit 22 Assen. Zwei Matchbälle hatte Hanfmann bereits bei 5:4 im zweiten Satz, entschieden wurde die Partie aber erst im Tiebreak.
„Rasentennis ist immer etwas Besonders. Ich freue mich immer darauf. Es kommt meinem Spielstil entgegen“, sagte Hanfmann. In der Runde der besten 16 hat er nun gegen den Italiener Mattia Bellucci die Chance, erstmals das Viertelfinale in Stuttgart zu erreichen. „Er ist ein junger, athletischer Spieler, einer, dem man gerne zuschaut“, sagte die Nummer 59 der Tennis-Welt. „Trotzdem – ich habe heute ein gutes Match gezeigt. Wenn ich meine Leistung wieder abrufen kann, dann glaube ich, sollte es okay aussehen.“
Darum ist Zverev nicht dabei
Fünf Deutsche standen im Hauptfeld des mit 768.220 Euro dotierten Events. Das Aus ereilte nach zwei vergebenen Matchbällen Tom Gentzsch. Der Wildcard-Inhaber unterlag dem Australier Rinky Hijikata 7:6 (9:7), 6:7 (2:7), 3:6.
Grand-Slam-Gewinner Zverev sagte seine Teilnahme erwartungsgemäß ab. Für ihn war die Zeit zwischen dem French-Open-Finale in Paris am Sonntag und dem 250er-ATP-Turnier zu knapp. Über seinen Grand-Slam-Triumph freuten sich unterdessen auch Struff und Hanfmann. „Die bösen Geister, die bestimmt im Finale in seinem Kopf waren, dass er die so gut bekämpft, um dann so zu gewinnen, das ist schon sehr, sehr stark“, sagte Hanfmann. Zverev wird in der kommenden Woche im westfälischen Halle in die Rasensaison starten.