Fußball-Bundesliga

Trainerwechsel beim VfL Wolfsburg – Dieter Hecking übernimmt

Der VfL Wolfsburg versinkt im Chaos. Trainer Daniel Bauer muss gehen, ebenso Sportchef Peter Christiansen. Dieter Hecking soll den Klub nun retten.

Trainerwechsel beim  VfL Wolfsburg – Dieter Hecking übernimmt

Dieter Hecking wird neuer Trainer beim VfL Wolfsburg

Von red/SID

Ein alter Bekannter als Retter in der Abstiegsnot: Nach dem großen Stühlerücken soll Dieter Hecking den schwer kriselnden VfL Wolfsburg als „Feuerwehrmann“ vor dem Absturz in die 2. Liga bewahren. Wie der Verein am Sonntag mitteilte, übernimmt der einstige Erfolgstrainer der Wölfe, nachdem sein Vorgänger Daniel Bauer und Sportchef Peter Christiansen am Vormittag freigestellt worden waren.

Die VfL-Bosse greifen mit der Verpflichtung Heckings nach dem allerletzten Strohhalm im verzweifelten Kampf um den Klassenerhalt. „Dieter Hecking bringt genau die Erfahrung mit, die wir in der aktuellen Situation brauchen“, sagte Sportdirektor Pirmin Schwegler. Hecking selbst erklärte: „Zum VfL Wolfsburg zurückzukehren, bedeutet mir viel.“ Es gelte nun, „den Fokus voll auf die kommenden Aufgaben zu richten und gemeinsam alle Kräfte zu bündeln, um in der Bundesliga zu bleiben“.

Zweite Amtszeit für Hecking beim VfL Wolfsburg

Hecking, der im September beim Zweitligisten VfL Bochum entlassen worden war, hatte die Wolfsburger bereits von 2013 bis 2016 trainiert, 2015 gewann er den DFB-Pokal und den Supercup. Sein Debüt beim Tabellen-17. gibt der 61-Jährige, der nun dritte VfL-Coach der Saison, am Samstag (15.30 Uhr/Sky) bei der TSG Hoffenheim.

Heckings Rückkehr hatte sich am Sonntag bereits angedeutet, als sowohl Bauer als auch Christiansen nach dem 1:2 (1:1) gegen den Hamburger SV mit sofortiger Wirkung hatten gehen müssen. Der frühere U19-Coach Bauer hatte erst im November von Paul Simonis übernommen. Die Verantwortlichen seien „zu dem Entschluss gekommen, dass wir der Mannschaft einen neuen Impuls geben müssen, um den Klassenerhalt zu schaffen“, so Schwegler.

‚Auch Sportchef Peter Christiansen muss gehen

Der Schweizer, der erst im Dezember Sebastian Schindzielorz ersetzt hatte, verbleibt zunächst allein in der sportlichen Führung, da der Aufsichtsrat den schon länger angezählten Christiansen als Resultat des Negativlaufs von seinen Aufgaben entband. Aufsichtsratschef Sebastian Rudolph lobte den 51-Jährigen, der 2024 gekommen war, für seine Arbeit im Frauenbereich, aber: „Bei den Männern fehlten leider die sportlichen Ergebnisse. Deswegen haben wir entschieden, die Zusammenarbeit mit ihm zu beenden.“

Nach nur einem Sieg aus den vergangenen elf Ligaspielen steckt Wolfsburg auf den Abstiegsrängen fest. Entsprechend geladen waren die Wolfsburger Fans nach der Pleite gegen den HSV. Nachdem sich die VfL-Spieler nach Abpfiff zunächst mit den Hamburgern bei einer Rudelbildung gekabbelt hatten – Ersatzkeeper Marius Müller sah gar noch die Rote Karte –, warfen VfL-Fans Pyrofackeln auf den Rasen und zündeten Raketen. Schwegler versuchte gemeinsam mit Diego Benaglio, Aufsichtsratsmitglied und Meister-Torwart von 2009, die Anhänger in der Kurve zu beschwichtigen.

„Nicht bundesligatauglich“

Viel liegt derzeit im Argen am Mittellandkanal. Bauer hatte die Kultur im Verein bereits nach dem 0:4 beim VfB Stuttgart in der Vorwoche als „nicht bundesligatauglich“ bezeichnet. Am Samstag, zu diesem Zeitpunkt noch im Amt, kritisierte er die Fans für ihr aggressives Verhalten. „Es geht nur hundertprozentig zusammen. Und ehrlich gesagt war das heute irgendwann nicht mehr der Fall. Und das war nicht nur nach dem Schlusspfiff“, so Bauer.

Kapitän Maximilian Arnold hatte da schon mehr Verständnis: „Ich glaube, dass das auch einfach mal raus muss“, so der 31-Jährige, der die Marschrichtung für die neun verbliebenen Abstiegs-Endspiele vorgab: „Es geht nur darum, Spiele zu gewinnen. Scheißegal wie. Dreckig. Mir völlig egal.“ Mit Hecking an der Seitenlinie soll dies nun gelingen.